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Wasser marsch: Bei der Vorführung eines Schiffs-Dramas im Becken durften die Freibadbesucher beim Löschen eines Bootes mithelfen. FOTOS: KIENER

Schiffchenbauer präsentieren Lieblinge

Gaudi im Freibad: Becken voller Modellschiffe

Germering – Alle zwei Jahre an einem September-Samstag tummeln sich keine Badegäste im Becken des Freibads, sondern kleine Modellschiffe, die durchs Wasser gleiten. An diesem Tag präsentieren Mitglieder verschiedener Modellbaugemeinschaften ihre Lieblinge – ein spaßiges Event.

Mitglieder von sieben verschiedenen Schiffsmodellbaugemeinschaften waren am Wochenende im Germeringer Freibad zu Gast, um ihre Stücke zu präsentieren. Eingeladen wurden sie vom Verein „Wolpertinger“ aus München, der das Event alle zwei Jahre veranstaltet. „Manche glauben, wir sind ein örtlicher Verein“, sagt Bertl Hauslohner, zweiter Vorsitzender der Wolpertinger, die es heuer 20 Jahre gibt, lachend. „Wir sind hier schon richtig bekannt.“ Denn nicht nur im Freibad, auch am Germeringer See treffen sich die Münchner zu gemeinsamen Ausfahrten mit ihren Schiffchen und zum Grillen. An diesem Wochenende aber ging es um eine Veranstaltung für die Öffentlichkeit.

Neun Jahre lang hat Helmut Switek aus dem Allgäu an seinem Schulschiff, der Gorch Fock II, gebastelt. Das Stück hat 19 Motoren plus Antriebe.

Bei einer Ausstellung auf dem Freibadgelände gab es unterschiedlichste Modelle – Sportboote, Luftkissenboote und Arbeitsschiffe – zu bestaunen. Dazu erläuterten die jeweiligen Schiffsbauer gerne die Historie und Entstehungsgeschichte dazu. Außerdem unterhielten die Mitglieder der Modell-Vereine ihr Publikum mit Vorführungen auf dem Wasser. Dabei brausten die Schiffchen nicht nur von A nach B. Nein. Es wurden richtige See-Dramen nachgespielt: Ein Boot fing an zu brennen, ein anderes löschte – mit Hilfe der Freibadbesucher – und schleppte das Wrack anschließend bis zum Beckenrand ab.

Außerdem konnten die Besucher an einer traditionellen Schiffstaufe teilnehmen. „Dabei wurde das neue Modell eines Vereinsmitglieds dem Wasser übergeben“, erklärt Hauslohner die Feierlichkeit. „Das ist natürlich ein bewegender Moment für jeden Modellbauer“, so der zweite Vorsitzende. An den Schiffen werde schließlich in akribischer Handarbeit jahrelang gebastelt und dabei erlebe jeder seine Höhen und Tiefen, manchesmal sogar echten seelischen Tiefgang.

Der Event war gleichzeitig Jubiläumsfeier des Vereins „Wolpertinger“, die alle zwei Jahre zum Schiffchenfahren ins Freibad einladen – (v.l.) Vorsitzender Stefan Schmischke und sein Stellvertreter Bertl Hauslohner, Elke Eber, Babsi Hauslohner und Tina Bouvel.

„Ich habe insgesamt neun Jahre an meinem Schulschiff, der Gorch Fock II, gearbeitet“, erzählt Helmut Switek vom Verein „Allgäu Kapitäne“. Ein Jahr davon habe Switek aber Pause gebraucht. Derweil stand das Modell unberührt im Keller. „Ich konnte es einfach nicht mehr sehen“, verrät er. Die Einzelteile hatten den Schiffsbauer zur Weißglut gebracht. Denn im Inneren des kapitalen Segelschiffs verbergen sich 19 Motoren plus Antriebe für die Steuerung. Die Segel, die getrennt voneinander zum Wind gestellt werden können, hat Switek selbst genäht.

Beim Kinderfahren durften die Kleinen dann selbst ans Ruder – also an die Fernbedienung – und konnten ihr Kapitänspatent erwerben.

von Angi Kiener

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