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Gespannt hören die Besucher der Bürgerversammlung den Ausführungen von OB Andreas Haas zu.

Bürgerversammlung

Germeringer kritisieren Parkchaos vorm GEP

Germering - Das Schwimmbad, die chaotische Verkehrssituation vorm GEP und das stetige Wachstum ihrer Stadt: Das bewegte die Germeringer unter anderem bei der Bürgerversammlung in der Stadthalle.

Gerhard Gläss wollte eine Abstimmung zu den Parkgebühren am Germeringer See und die Abschaffung einer einstündigen Abendgebühr erreichen. Die Verhältnismäßigkeit zum Tagespreis sei nicht gewahrt.

Rund 55 Millionen Euro, so rechnete Oberbürgermeister Andreas Haas auf der Bürgerversammlung vor, habe die Stadt seit 2008 in Umbau- und Sanierungsmaßnahmen allein in die Grundschulen gesteckt. Weitere 33 Millionen Euro werden es bis 2022 sein. Die Generalsanierung der Wittelsbacher Mittelschule, die Erweiterung der Theresen-Grundschule und gestiegener Raumbedarf machen diese Ausgaben notwendig.

Schwimmbad und Sauna

Jürgen Wrede dachte an die Radfahrer, die mit Einkaufskörben unterwegs sind. Diese würden mehr Platz zum Abstellen der Räder brauchen. Die bestehenden Stellplätze würden zu nahe aneinander liegen.

Vergleichsweise überschaubar sind hingegen die Kosten von fünf bis sieben Millionen Euro für ein Lehrschwimmbecken einschließlich Eltern-Kind-Bereich. In dem Zusammenhang stellte Rudolf Lobensteiner die Frage, wie hoch die Chancen auf ein großes Schwimmbad seien, wenn man sich mit umliegenden Kommunen zusammenschließe.

„Wir sind nicht schlecht aufgestellt“, erwiderte Haas. Man sei sich aber in der Stadt einig, dass man nicht in Größenordnungen der Therme Erding denken wolle. Auch eine Sauna werde die Stadt wegen der Investitionskosten von etwa vier Millionen Euro wohl nicht bauen. Josef Huber meinte dazu, dass damit ein attraktives Freizeitangebot – gerade für Familien und mittlere Altersgruppen – wegfalle.

Verkehrssituation vorm GEP

Huber brachte zudem ein Dauerthema vergangener Bürgerversammlungen vor. „Die Tarifzonen bei der S-Bahn sind unbefriedigend“, kritisierte er. Seit langem ist es kostengünstiger von Harthaus aus nach München zu fahren als vom Bahnhof in der Stadtmitte. Oberbürgermeister Haas erwiderte, dass da die Diskussion mit Fingerspitzengefühl geführt werden müsse.

Gerhard Blahusch kritisierte die Situation und Anordnung der Radwege rund um die Germeringer Einkaufs-Passage. An manchen Stellen seien die bestehenden Regelungen fast schon als skurril zu bezeichnen.

Mehr Einigkeit herrschte darüber, dass die Verkehrssituation an der Germeringer-Einkaufs-Passage (GEP) weiterhin problematisch ist. Thomas Hollrieder sprach von einer „unglücklichen Planung und einer katastrophalen Parksituation“. So würden die umliegenden Straßen und deren Anwohner stark belastet. „Es würde schon helfen, wenn sich alle Verkehrsteilnehmer an die Regeln halten würden“, sagte Haas. Mit einer intensiven Überwachung versuche man das Problem in den Griff zu bekommen.

Parkgebühren am See

Als unverhältnismäßig empfindet Gerhard Gläß den einen Euro, der zwischen 17 und 18 Uhr am Germeringer See als Parkgebühr erhoben wird. „Für den ganzen Tag zahle ich nur 50 Cent mehr“, kritisierte Gläß. Er beantragte, über eine Abschaffung der Sondergebühr abzustimmen. Dazu kam es aber nicht, doch Oberbürgermeister Haas sagte eine Behandlung des Themas im zuständigen Ausschuss zu. Er wies aber darauf hin, dass jede Parkgebühr nur einen Teil der Kosten deckt.

Radlständer am Bahnhof

Thomas Hollrieder befürchtet als Anwohner der Germeringer Einkaufs-Passage, durch zu viel Feinstaub belastet zu werden. Die Anliegerstraßen seien durch die ständige Parkplatzsuche doch stark überlastet.

Für bessere Abstellmöglichkeiten für Fahrräder setzte sich Jürgen Wrede ein. „Die Fahrradständer sind zu dicht aufeinander.“ Für Räder mit Einkaufskörben sei das problematisch. Haas mahnte aber, die Abstände nicht zu weit zu fassen. „Sonst stellen sich die nächsten mit ihren Rädern dazwischen, und das Problem bleibt.“

Einwohnerzahl steigt stetig

Mehrfach wurde auch auf die immer noch anwachsende Einwohnerzahl hingewiesen. Bauamtsleiter Jürgen Thum erklärte, dass es laut einer Prognose erst mal bei einem jährlichen Wachstum von 300 bis 400 Einwohnern pro Jahr bleiben wird. Das liege vor allem am Siedlungsdruck im Großraum München. Eine intensive Bautätigkeit sei die Ursache für das stetige Anwachsen. „An manchen Stellen wird nun einfach Baurecht voll ausgeschöpft, das lange nicht in Anspruch genommen wurde“, sagte Thum. Reduzieren könnte sich im kommenden Jahr die Zahl der Asylbewerber in Germering. „Um 200, wenn das Altenheim Don Bosco abgerissen wird“, sagte OB Haas. Die Caritas will auf dem Gelände ein neues „Zentrum für Leben im Alter“ bauen. Abrisspläne für das Don-Bosco-Haus bestehen bereits seit längerem.

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