Germering

Mit geschönten Angaben Mietvertrag erschlichen

Germering – Sie wollten ein Haus mieten und haben deshalb falsche Angaben zu Beruf und Einkommen gemacht: Wegen Betrug und Urkundenfälschung mussten sich nun ein Germeringer (39) und seine 32-jährige Lebensgefährtin vor dem Brucker Amtsgericht verantworten.

Vor zwei Jahren, als das Paar ein Haus mieten wollte, hatte der 39-Jährige in einer Selbstauskunft angeben, dass er seit sieben Jahren einen lukrativen Anhängerverleih betreibe. Er hatte einen Kontoauszug beigelegt, der ein Guthaben von 74 000 Euro aufwies. Zudem war darauf auch das Gehalt zu sehen, dass seine Lebensgefährtin bezog, nämlich 1800 Euro im Monat. Die Vermieterin hatte an der Bonität des Paares keinerlei Zweifel. DerMietvertrag wurde unterschreiben.

Doch das änderte sich, als das Paar ihr eine Erklärung für ein bei der Bank verpfändetes Kautionssparbuch vorlegte. Darauf fehlte der Name des Angeklagten und das Datum des Abschlusses des Mietvertrags. Als der Rechtsanwalt der Vermieterin beides nachforderte, kam nichts. Daraufhin fragte er bei der Bank nach. Es stellte sich heraus, dass diese die Erklärung nicht ausgestellt hatte und dass das Sparbuch gar nicht existierte. Der Bankstempel war gefälscht. Und bei Recherchen kam noch Weiteres ans Licht: Weder der Anhängerverleih noch das 74 000-Guthaben gab es. Der 39-Jährige lebt vielmehr bis heute von der Rente seiner Mutter, die er bei sich zu Hause pflegt.

Auch die Angaben seiner Lebensgefährtin waren falsch. Ihr Einkommen hatte sie um 200 Euro erhöht, der Arbeitgeber war ein anderer als angeben und auch beim Vornamen hatte sie auf der Selbstauskunft gelogen.

Der 39-Jährige beteuerte vor Gericht seine Unschuld: „Ich wollte nie jemanden betrügen.“ Die Miete habe er immer pünklich gezahlt, und auch die Kaution habe er versucht, zu überweisen. Doch die IBAN-Nummer der Vermieterin sei falsch gewesen. Die Akten zeigten allerdings, dass auf den Konten des Paares im Sommer 2014 nur wenige Euro waren. Und bei der bezahlten Miete fehlten 300 Euro.

Selbst für die Verteidiger der beiden Angeklagten stand letztlich die Schuld ihrer Mandaten fest. Die 32-Jährige wurde zu einer sechsmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt. Zudem muss sie 80 Stunden soziale Arbeit leisten. Der 39-Jährige muss für neun Monate ins Gefängnis. Die Strafe wurde nicht zur Bewährung ausgesetzt, da der Mann bereits mehrfach vorbestraft war und zum Zeitpunkt des Betruges auf Bewährung war. Ihm droht zudem, dass die Bewährung aus einer Vorverurteilung widerrufen wird. Dann kommen sieben weitere Monate hinter Gittern hinzu.  

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