Den Förderkreis Alte Dorfkirche führen die nächsten drei Jahre (v.l.): Christian Kube als berufenes Vorstandsmitglied sowie die gewählten Werner Cröniger, Johanna Stadler und Marcus Guckenbiehl. Ehrenmitglied Bruno Baier (r.) leitete die Neuwahlen. Foto: Kürzl

Förderverein

Was Gräber über Kirchen erzählen

Germering – In frühgeschichtlichen Zeiten wurden Tote immer außerhalb von Siedlungen bestattet. Wann und warum sich das geändert hat und was das für die Lage von Kirchen bedeutet, das beschrieb Stadtarchivar Marcus Guckenbiehl beim Förderkreis Alte Dorfkirche St. Martin.

Der zeitliche Rahmen, in dem man von so genannten Reihengräbern auf christliche Bestattungen überging, sei nicht genau einzugrenzen, erzählte Guckenbiehl bei der Jahresversammlung des Vereins. Funde von christlich geprägten Symbolen ließen zwar die Entstehung des Christentums an sich nachweisen. „Doch zwingend auf Kirchen deutet das nicht hin“, sagte der Stadtarchivar. Allenfalls durch die Lage von Gräbern oder etwa den Spuren einer Apsis könne ein Zusammenhang zwischen Kirchen und Friedhof hergestellt werden.

Symbole des Glaubens seien wie heute auch in privaten Wohnungen oder Häusern gefunden worden. Guckenbiehl berichtete davon, dass der zeitliche Übergang von Reihengräbern, die außerhalb von Siedlungen abgelegt waren, und privaten Bestattungen von Angehörigen sehr schnell vor sich ging. Vermehrt gab es mit Beginn des achten Jahrhunderts Bestattungen innerhalb von Höfen oder ähnlichen Ansiedlungen. „Viele dieser Menschen waren unter Umständen Christen, die sich nicht in heidnischen Reihengräbern bestatten lassen wollten“, vermutet der Stadtarchivar.

Er berichtete auch, dass Ausgrabungen bisweilen für Aufregung sorgten. So wurden im Jahre 1963 in Germering Skelette entdeckt. In der ersten Reaktion wurden sogar die Ordnungshüter ob des vermeintlich befremdlichen Befundes zu Hilfe gerufen. Schnell habe man aber festgestellt, dass die Skelette über 200 Jahre alt waren. „Dann hat es erst einmal keinen interessiert und man hat sie wieder eingegraben.“

Bei anderen Funden forschte man genauer nach. 1991 gab es einen ersten Spatenstich für eine archäologische Grabung. Neun Jahre später entdeckte man an der Mannhartstraße ein römisches Gräberfeld. Ähnliche Funde gab es im Vorjahr an der Steinbergstraße. (hk)

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