Sie stürzte ins Gleisbett

19-Jährige von S-Bahn erfasst: "Sie hatte unheimliches Glück im Unglück"

Germering - Am S-Bahnhof Harthaus wurde am Donnerstagmorgen eine 19-jährige Germeringerin von einem Zug erfasst. Sie war ins Gleisbett gestürzt.  

Personenunfall am S-Bahnhaltepunkt Harthaus: Gegen 5.35 Uhr in der Früh stürzte eine junge Frau, die am Bahnsteig des Gleis 2 wartende, kopfüber in den Gleisbereich. Die Polizei vermutet, dass die 19-jährige Germeringerin einen Kreislaufkollaps erlitt. 

Die junge stürzte nur wenige Augenblicke - etwa zehn Sekunden, sagten Zeugen - bevor die S-Bahn einfuhr vor den fahrenden Zug. Sie fiel direkt zwischen die beiden Schienen, auf denen der Zug fährt. Allerdings war eine ihrer Hände beim Sturz auf einer der Schienen zum liegen gekommen.

"Der Zug ist wohl über die Hand drüber gefahren. Der jungen Frau wurden dadurch Finger abgetrennt", erzählt Jürgen Dreiocker von der Germeringer Polizei, die vor Ort war. Wolfgang Hauner, Sprecher der Bundespolizei, fügt hinzu: "Die junge Frau hat außerdem Verletzungen am Kopf. Wie schwerwiegend die sind, wissen wir aber noch nicht." Zudem erlitt die 19-Jährige laut Polizei einen schweren Schock. "Trotzdem hatte sie unglaubliches Glück", sagt Dreiocker. "Das hätte viel schlimmer ausgehen können, wenn der Zug sie komplett erfasst hätte."  

Germering: Laut Zeugen geriet die junge Frau ins Schlingern

Die 19-Jährige wurde nach der Erstversorgung in eine Münchner Klinik transportiert.

"Einen Suizid-Versuch können wir mittlerweile ausschließen", sagt Hauner. Laut Zeugen ist die junge Frau wohl den Bahnsteig entlang gegangen und ins Schlingern geraten, bevor sie ins Gleisbett stürzte. "Die Zeugen hatten keine Chance in der Kürze der Zeit die Frau rauszuholen. Und der Zugführer konnte auch nicht mehr bremsen", so Hauner.

Wegen des Notarzteinsatzes war der Streckenabschnitt zwischen Freiham und Germering-Unterpfaffenhofen für knapp eine Stunde gesperrt, es wurde ein provisorischer Schienenersatzverkehr eingerichtet. Am Vormittag entfallen alle S-Bahnen des 10-Minuten-Takts der S8. Außerdem kam es zu Folgeverzögerungen.

Auf unfassbar tragische Weise kam vor einigen Jahren eine 54-Jährige in Fürstenfeldbruck ums Leben, als ein durchfahrender Reisezug einen Reinigungsschlauch aufwirbelte und sie tödlich am Kopf verletzte.

tb

Rubriklistenbild: © dpa

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