Germering-Unterpfaffenhofen

Kapelle spielt für Benedikt XVI. ein Ständchen

Germering - Die Blaskapelle der Feuerwehr Unterpfaffenhofen hat dem emeritierten Papst Benedikt XVI. in Rom musikalisch zum 65-jährigen Priesterjubiläum gratuliert. Die Musiker waren Teil einer 120-köpfigen Delegation aus der bayerischen Heimat Joseph Ratzingers.

Im Jahr 2010, als Papst Benedikt noch in Amt und Würden war, war die Unterpfaffenhofener Feuerwehrblaskapelle schon einmal musikalischer Gast im Vatikan. Zweieinhalb Stunden lang spielten sie bei einer Audienz des damaligen Papstes Benedikt. Organisiert worden war die Tour vom Reiseunternehmer Hans Wembacher. Dessen Büro in Waging am See hat beste Beziehungen zum Vatikan. Als er jetzt die Blaskapelle fragte, ob sie wieder mitfahren würden, war die Überraschung deswegen nicht mehr ganz so groß, erzählt Richard Sedlmeier. Er spielt nicht nur Klarinette in der Blaskapelle sondern ist vor allem auch als Volksschauspieler bei den Starkbierfesten und Theateraufführungen der Bauernbühne Unterpfaffenhofen bekannt. Ein eher kleineres Problem im Vorfeld der von der Stadt Traunstein initiierten Reise war schnell geklärt: Aus Platzgründen durften die Unterpfaffenhofener nur mit 15 Mann dabei sein – der Rest der Delegation bestand aus Traunsteiner Gebirgsschützen und Trachtlern sowie Politikern und Kirchenvertretern.

Er habe die 30 Musiker der Kapelle gefragt, wer mitfahren möchte, erzählt Sedlmeier. Und glücklicherweise hätten sich genau 15 gemeldet, die auch noch die genau richtigen Instrumente spielten – der notwendige Klang der Blaskapelle war gesichert. Nach einer 15-stündigen Busfahrt und der ersten Nacht in Rom, habe sich die bayerische Abordnung am nächsten Vormittag am Obelisken bei der Engelsburg versammelt und sei in Richtung Petersdom marschiert – musikalisch angeführt von der Blaskapelle. Dort durften die Musiker eine erste großartige Erfahrung machen, wie Sedlmeier und Mitmusiker Karlheinz Reichenbach erzählen: Die Besucher aus Bayern hatten Platzkarten für einen Gottesdienst, den Papst Franziskus für die im vergangenen Jahr ernannten Erzbischöfe hielt. Die Musiker der Blaskapelle hatten dabei ganz besondere Plätze ergattert: Sie saßen nur drei Reihen vom Hauptaltar entfernt – bei rund 20 000 Plätzen im riesigen Dom ist dies durchaus der Rede wert. Der eigentliche Höhepunkt der Reise fand aber am Nachmittag statt.

 Zunächst durften die Besucher an der Schweizer Garde vorbei die Vatikanischen Gärten betreten – schon das war laut Richard Sedlmeier ein besonderes Erlebnis, weil das nicht jeder dürfe. Nachdem sie kurz warten mussten und sich währenddessen die „wunderbar gepflegten Anlagen“ anschauten, so Sedlmeier, sei man musizierend bergauf zur Residenz von Benedikt gezogen – was bei weit über 30 Grad Celsius sehr anstrengend gewesen sei. Erzbischof Georg Gänswein, der die Zeremonie geleitet hatte, habe anerkennend gemeint, dass dies bisher noch keine Kapelle gemacht habe. Als die Musiker, Gebirgsschützen und Trachtler dann endlich vor dem Haus des Heiligen Vaters standen, habe man kurz ehrfürchtig gewartet. „Dann ging die Tür auf und er wurde gestützt zu einem Stuhl geführt, auf den er sich setzte und sofort würdevoll wirkte.“ Erzbischof Gänswein sprach kurze Begrüßungsworte, dann empfing Benedikt gruppenweise die Besucher zur Privataudienz. Hier hatte Richard Sedlmeier seinen großen Auftritt, den er sein Leben lang nicht mehr vergisst: „Als ich zu ihm vorgetreten bin, ist mir ganz anders geworden – obwohl ich ja durchaus bühnenerfahren bin.“

Die Anspannung sei erst gewichen, als er die Grüße der Blaskapelle aussprach: „Als Benedikt den Namen Unterpfaffenhofen hörte, hat er wissend genickt und freudig ,Ah, Unterpfaffenhofen‘ gesagt.“ Er habe ihn dann sogar auf ein gemeinsames Bild mit der Blaskapelle aus dem Jahr 2010 angesprochen und um eine nachträgliche Signatur gebeten – eine Woche nach der Rückkehr aus Rom kam ein Brief aus dem Vatikan mit dem Bild und einer Widmung Benedikts in Germering an. Zum Ende der Audienz spielte die Blaskapelle die Bayernhymne. Der emeritierte Papst und Erzbischof Gänswein sangen ebenso mit wie alle Vertreter der bayerischen Delegation

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