Wer’s kann: Nico Kindermann (l.) und Michael Nicolay demonstrieren mit ihren kleinen Rollern (Scooter), was auf den neuen Elementen des Skateparks an der Autobahn so alles möglich ist. foto: Weber

Skatepark am Starnberger weg

Mit kleinen Rollen große Sprünge machen

Germering - Roller- und Skateboardfahrern, im Fachjargon Scooter und Skater genannt, haben ab sofort noch mehr Spaß: Der Skatepark nahe der Autobahnunterführung am Starnberger Weg ist für rund 10 000 Euro um drei Elemente erweitert worden.

Ausgiebig getestet hat die neuen Teile schon mal Nico Kindermann. „Ein guter Übungsplatz auch für die jüngeren Scooter und Skater“, urteilt er über die neue Bahn, die einen relativ niedrigen Schwierigkeitsgrad hat. Weil der Mittelteil sehr flach angelegt ist, behält man im Auge, wer gerade auf der Bahn ist. Die Rampen, die bereits im Vorjahr aufgebaut wurden, sind höher, steiler.

Kindermann ist Experte für Skatebahnen. Für die Anlage am Freibad neben dem Großen Wertstoffhof ist er einer der Geburtshelfer. „Ich habe einfach mal den Oberbürgermeister auf Facebook angeschrieben“, fasst er die Entstehungsgeschichte kurz zusammen. Thomas Wieser, im Bauamt der Stadt für den Umweltschutz zuständig, bestätigt das nicht nachlassende Engagement des 17-jährigen. „Der baggert da seit Jahren recht kräftig rein.“

In Daniel Heinkelein von der Firma „gedo-skateparks“ hat Wieser einen guten Ansprechpartner gefunden. Der erklärt, dass die Anlage in Germering individuell von der Planung bis zum Aufstellen geschaffen worden sei: „Mit Hilfe und den Ideen der Jugendlichen“, betont Heinkelein.

Für Gabriel Plesa, Mitglied im Jugendrat, ist die Erweiterung nicht nur „eine gute Investition der Stadt für die Jugend“. Sie habe auch eine gute Qualität. „Auch für Skater“, betont Plesa, der selbst begeisterter Brettfahrer ist, obwohl die Fortbewegung auf dem Board in der Beliebtheit abnimmt – im Gegensatz zum Scootern.

Doch egal, auf welcher Art von Rollen man auf die Bahn geht, die Anlage erfreut sich großer Beliebtheit. „Die Jugendlichen kommen auch aus München her“, erzählt Kindermann. Bis zu 60 seien es am Wochenende. So ist auch der Wunsch der Jugendlichen verständlich, die Nutzungszeiten auszudehnen. Eine mit Solarenergie betriebene Flutlichtanlage sei durchaus möglich, so Bauamts-Vertreter Wieser.

Das hat einen praktischen Hintergrund. Denn die Anlage am Starnberger Weg bietet keinen Schatten. „Wenn es heiß ist, möchten viele erst um 21 Uhr fahren, weil die Temperaturen angenehm sind.“ Auf lärmgeplagte Nachbarn braucht die Anlage auch keine Rücksicht zu nehmen. Es gibt keine. Auch von Vandalismus ist die Anlage laut Wieser bisher verschont worden. Probleme machten bisher lediglich Unbekannte, die auf der Anlage ihren Müll entsorgten.

von  Hans Kürzl

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