Beladen ein letztes Mal einen Hilfstransport für Rumänien (v.l.): Walter Jäger, Joseph Simon, Anneliese Prock, Wolfgang Wiesner und Holm Gross. foto: HAns kürzl

Ein letzter Hilfstransport für Rumänien

Germering – Seit zehn Jahren liefert die Christliche Solidarität Germering (CSG) Hilfsgüter in eine der ärmsten Regionen Europas. Doch der jetzige Transport ins rumänische Bacau war der letzte. Grund: Das Verpacken und Verladen ist den Helfern zu beschwerlich geworden.

Der Sattelzug, der auf dem ehemaligen Kasernengelände nahe der Autobahn zum Beladen bereit steht, sieht gewaltig aus. Überschaubar ist dagegen die Gruppe, die ihn beladen soll. Fünf Männer packen Kisten und Kartons auf einen Gabelstapler und von da in den Sattelzug. „Das ist körperlich schwere Arbeit“, sagt CSG-Vorsitzender Wolfgang Wiesner. Das ist für die Helfer, die fast durchweg im Rentenalter sind, körperlich nicht mehr machbar.

Die Hilfe des CSG für die Region um Bacau im Nordosten Rumäniens ist deswegen nicht mehr wie bisher möglich. „Drei Helfer und zwei Fahrer, das ist zu wenig“, betont Wiesner. An die rund 1700 Kilometer Wegstrecke, die der Transport dabei zurücklegen kann, und die 2500 Euro Kosten für die Fahrt, denkt man dabei dabei bei der CSG gar nicht einmal so sehr.

Genau 20 Mal von 2006 ab hat man diese Transporte organisiert. Wiesner hat nachgerechnet: „Das waren ungefähr 350 Tonnen mit einem Warenwert von etwa einer Million Euro.“ Allein in den letzten drei Jahren waren darunter 61 Pflegebetten zum Beispiel aus dem Puchheimer Haus Elisabeth, die in einem Pflegeheim in Buhusi willkommen waren.

Das galt ebenso für die 86 Fahrräder, um die vor allem die Krankenschwestern in der ländlich geprägten Region froh waren. „Alles gut ausgebildete Fachkräfte“, weiß Holm Groß. Er sieht in Rumänien immer wieder nach dem Rechten, hält die Verbindung zur Stiftung „Fundatia de Sprijin Communitar“ und zum Deutschen Demokratischen Forum aufrecht, die vor Ort die Verteilung der Hilfsgüter koordinieren.

Künftig wird seitens des CSG die Hilfestellung eher finanzieller und ideeller Art sein. Nachdem in Bacau bereits eine erste Nähstube eingerichtet worden ist, soll nun eine zweite in Stanisesti folgen. „Dort soll auch ausgebildet werden. Wir wollen für die Menschen in dieser Region Hilfe zur Selbsthilfe leisten“, erklärt Groß. Die CSG will ermöglichen, dass zuverlässig Lohn gezahlt wird.

Nach einem ähnlichen Prinzip will die CSG ebenfalls in Nepal helfen. „Die Arbeit dort geht weiter“, betont Anneliese Prock und verweist auf ein Vorschulprojekt. Das sei notwendig, weil das Land durch die Erdbeben von 2015 in seiner Entwicklung um 15 Jahre zurückgeworfen worden sei.

Vier Vorschulen für jeweils 25 Schüler gibt es schon. Dort sorgt die CSG für Verpflegung, bezahlt Miete und Lehrkräfte. Im Dezember wird die gelernte Krankenschwester Prock, die ihren Beruf aber nicht mehr ausübt, mit Ehemann nach Nepal fliegen – nachsehen, wie es mit der fünften Vorschule steht, die gerade im Bau befindlich ist. Prock berichtet von der Dankbarkeit der Menschen im bitterarmen Nepal. „Wer lesen und schreiben kann, hat zumindest eine Chance auf ein besseres Leben.“ Viele Eltern dort wüssten das zu sehr schätzen, ebenso wie saubere Schulkleidung und regelmäßige Verpflegung.

Die finanzielle Basis dafür müsse aber in Deutschland gelegt werden. Flinke Finger könnten helfen, findet Prock, und zwar ohne viel Aufwand. Wer etwas bastle, stricke oder häkle, könne dazu beitragen, „dass wir diese Sachen am Marktsonntag verkaufen können“.

Solche Aktionen möchte die CSG aber auch zeitgemäß nach außen tragen. Die Homepage des Vereins (www.csg-ev.de) soll auf Vordermann gebracht werden. Der Zeitaufwand sei überschaubar, so der CSG-Vorsitzende Wiesner. Es gehe vor allem darum, Berichte und Fotos von Aktionen einzustellen und Daten zu pflegen. (hk)

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