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Der Sprungturm war nicht hoch genug: Weil soviel gespendet wurde, bringt eine Feuerwehrplattform Extremsportler Harro Füllgrabe auf 12,10 Meter. 

Mit Bussen und Bürgermeistern Germering kennen gelernt

Neubürgertour mit TV-Sprungshow

Germering - Ein besonderes Schmankerl gab es heuer bei der Neubürgertour der Stadt Germering zu sehen: Im Freibad fanden Fernsehaufnahmen für die Pro7-Sendung Galileo statt: Extrem-Reporter Harro Füllgrabe stürzte sich für einen guten Zweck von einer über zwölf Meter hohen Plattform ins Sprungbecken.

„Red Nose Day“ heißt die von dem Fernsehsender ins Leben gerufene Spendenaktion (siehe Kasten). Und plötzlich hatte auch Germerings Oberbürgermeister Andreas Haas eine rote Nase im Gesicht. Aufgesetzt wurde sie ihm vom Fernsehteam, von dessen Anwesenheit der OB erst kurz vor der Rundfahrt mit den Neubürgern erfahren hatte. „Das hebt die Laune in schlechten Zeiten“, scherzte das Stadtoberhaupt.

Bei den neu zugezogenen Germeringern herrschte auf der Bustour ohnehin gute Laune. 2200 Menschen sind das im Schnitt pro Jahr. Damit sie sich in ihrer neuen Heimat besser zurecht finden, bietet die Stadtverwaltung die Tour zu wichtigen Stationen der Kommune an. Vor Fahrtantritt verkündete Haas, der selbst den Reiseführer in einem der Busse gab: „Wir haben so viele Anmeldungen wie noch nie.“ 120 Neu-Germeringer hatten ihre Teilnahme angekündigt. Am Ende war dann doch nur gut die Hälfte beim Treffpunkt an der Stadthalle erschienen. „Wahrscheinlich hat das Wetter einige abgeschreckt“, mutmaßte Haas.

Schon bei der Abfahrt sah alles nach Regen aus, der während der Rundtour dann auch prompt einsetzte. Einer der drei bestellten Busse fuhr unverrichteter Dinge wieder leer ab. Im zweiten Bus informierte Vizebürgermeister Wolfgang Andre die Neubürger. Angefahren wurde etwa das Zentrum für Jung und Alt (Zenja), wo es jede Menge Infos über die sozialen Einrichtungen Germerings gab.

Die Freizeitmöglichkeiten und die Angebote der Stadtwerke standen beim Besuch des Freibads im Mittelpunkt. Am Germeringer See – der dritten und letzten Station – gab es auch noch etwas über die Trinkwasserversorgung zu erfahren. Anschließend konnten die Teilnehmer in der Stadthalle an Infoständen noch die Germeringer Vereinswelt kennenlernen.

Gefallen findet die Stadt bei Philipp Reibert (23) und Aileen Braun (21). Das junge Paar lebt seit Oktober im Stadtteil Harthaus. „Der Beruf hat uns nach Germering geführt“, sagt der aus Thüringen stammende Krankenpfleger. Wegen seiner Stelle in München suchte das Paar eine bezahlbare Wohnung im S-Bahnbereich und wurde in der Großen Kreisstadt fündig. Die aus Berlin stammende Aileen Braun freut sich besonders über die Nähe zu den Seen im Westen von München.

Die große Barrierefreiheit Germerings lobt Peter Kleinhans. Der 38-Jährige ist als Rollstuhlfahrer darauf angewiesen. Im Juli 2015 zog er von Gauting her. „Dass es in einer so großen Stadt wie Germering auch dörfliche Bereiche gibt, gefällt mir gut“, sagt er. Außerdem freut er sich über die gute Anbindung an München.

Das Angebot bei der Kinderbetreuung war für Robert Donharl (43) und seine Frau Marion Köhler (41) wichtig. Die brauchen sie für ihre knapp zwei Jahre alte Tochter Marie. Die Familie kam im August 2015 aus Pasing nach Germering und war bei der Suche nach einem Betreuungsplatz für Marie schnell erfolgreich. „Das geht leichter als in München“, sagt Donharl. Es gab aber auch kritische Stimmen. Ein ehemaliger Haidhauser, der nach dem Verlust seiner Mietwohnung zum Umzug gezwungen war, vermisst etwas das städtische Leben Münchens. „Germering ist eine Schlafstadt“, sagt der Mann, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will. Dass es die Rundtour gibt mit den Bürgermeistern, findet er dennoch gut, um die Angebote der Stadt besser kennen zu lernen.

von Andreas Daschner 

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