Einer Bebauung des Areals an der Landsberger Straße, auf dem noch das leer geräumte Autohaus Moser steht, steht jetzt nichts mehr im Weg. archivfoto

Stadtrat

Nur 176 Parkplätze für 132 Wohnungen

Germering - Die letzte Hürde für einen Neubau auf dem Gelände des früheren Autohauses Moser an der Landsberger Straße ist aus dem Weg geräumt. Mit einer knappen Mehrheit von 18 zu 15 Stimmen erlaubte der Stadtrat dem Bauherren eine leichte Abweichung von der Stellplatzsatzung.

Die Pläne eines Bauträgers, auf dem Areal zwischen der Landsberger Straße und dem Park&Ride- Platz des Bahnhofes Harthaus einen großzügigen Komplex mit 138 Wohnungen, einer Kinderbetreuungseinrichtung und Geschäften zu errichten, sind im Stadtrat relativ unstrittig.

Vor vier Wochen drohte den Plänen allerdings das Aus: Die Stadträte wollten eine Abweichung von der Stellplatzsatzung nicht hinnehmen und forderten Nachbesserungen. Damals waren für die geplanten 132 Wohnungen in einer zweigeschossigen Tiefgarage nur 136 Abstellplätze nachgewiesen worden. Der Stellplatzschlüsse verlangt aber 187.

Dem sind die Architekten durch eine Umplanung jetzt relativ nahe gekommen – allerdings lagen sie mit 176 immer noch unter der notwendigen Zahl. Stadtbaumeister Jürgen Thum sprach sich dennoch für eine Zustimmung aus. Eine dritte Tiefgaragenebene sei aus wirtschaftlichen Gründen nicht machbar. Duplex-Parker erfüllten ebenfalls nicht den gewünschten Zweck. Auch wegen der Nähe zum S-Bahnhof Harthaus könne man deswegen den Stellplatzschlüssel leicht anpassen: Statt bis zu einer Wohnungsgröße von 50 Quadratmetern nur einen Platz zu fordern könne man dies auf 60 Quadratmeter ausweiten. Dann würden die nachgewiesenen 176 Plätze ausreichen.

Während Robert Baumgartner für die SPD erklärte, mit dem Vorschlag einverstanden zu sein, weil man dringend bezahlbaren Wohnraum brauche, erklärte CSU-Sprecherin Manuela Kreuzmair: „Wir wollen am Stellplatzschlüssel nichts ändern und keinen Präzedenzfall schaffen.“ Franz Hermannsdorfer (FWG/UBG) sah dies genauso: „Bei einem Vorhaben in dieser Größenordnung muss es möglich sein, elf zusätzliche Plätze zu finanzieren.“

Die Möglichkeit, dies oberirdisch zu machen, sind allerdings stark eingeschränkt. Weil der Bauherr den Wünschen der Stadt gemäß einen Kindergarten im Neubau unterbringen muss, sind die zur Verfügung stehenden Freiflächen stark eingegrenzt: Der Kindergarten verschlingt dem Architekten zufolge im Außenbereich rund 400 Quadratmeter. Er glaubt wie die Stadtverwaltung, dass der Mix an Wohnungsgrößen so optimiert worden ist, dass die Stellplätze ausreichend: Geplant sind je 40 Prozent Zwei- und Dreizimmer- sowie 20 Prozent Vier-Zimmerwohnungen.

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