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Das Saxofon-Ensemble um Lehrer Toni Rosenauer (l.) eröffnete das Sommerkonzert mit einer fulminanten Gershwin-Nummer.

Carl-Spitzweg-Gymnasium

Schüler begeistern bei Schulkonzert in vollbesetztem Orlandosaal

Germering - Beim Sommerkonzert im Orlandosaal zeigte die Schüler des Carl-Spitzweg-Gymnasiums, was sie musikalisch alles drauf haben. Der Abend in der Stadthalle war ein voller Erfolg.

Das Carl-Spitzweg-Gymnasium hat im Vorfeld seines Sommerkonzertes im Orlandosaal der Stadthalle intensiv diskutiert, ob man diesen „Höhepunkte des Schuljahres“, so Direktor Georg Gebhard, wegen des Münchner Attentats absagen sollte. Man habe sich dagegen entschieden. Den Opfern gedachte man mit einer Schweigeminute.

Die Besucher im voll besetzten Orlandosaal erlebten so einen ganz besonderen Konzertgenuss – wobei der Spannungsbogen etwas anders war als gewohnt: Konnte man bisher immer sicher sein, dass sich die richtigen Höhepunkte erst nach der Pause mit den Auftritten des großen Schulorchesters und der Bigband einstellen, so war dies heuer anders. Schon die kleineren Ensembles in der ersten Hälfte des Konzertes setzten einen Glanzpunkt nach dem anderen.

Es begann fulminant mit dem Saxofon-Ensemble (Leitung: Toni Rosenauer), das Gershwins „Strike up the Band“ mit einer unglaublichen Verve über die Bühne brachte. Dass ein Schulensemble es schafft, tatsächlich zu swingen, kommt nicht oft vor. Hier gelang der Schritt hin vom klassischen binären zum jazzigen ternären Rhythmus eindrucksvoll – vor allem auch dank des Schlagzeugers David Dinh.

Das ebenfalls von Rosenauer geleitete Saxofon-Quartett sorgte kurz danach für einen weiteren Hammer: Die Klanggewalt und intensive Interpretation, mit der sie Freddy Mercurys „Bohemian Rhapsody“ über die Rampe brachten, machte sprachlos. Donnernder Applaus war der verdiente Lohn.

Wer jetzt dachte, er könne sich bis zur Pause zurück lehnen und etwas durchatmen, der hatte sich getäuscht. Nach fetzigen kubanischen Rhythmen der Siebtklässler des musischen Zweiges wurde es zunächst noch einmal pop-hymnisch andächtig: Chiara Neumeier und Dominik Mündges sangen „Alone Again“ von Gilbert O’Sullivan. Die wehmütige Nummer war in den 1970er-Jahren ein Hit und wurde auch von den Jazzsängern Dianna Krall und Michael Bublé reaktiviert. Neumeier und Mündges, unterstützt von einer vorzüglichen Band, lieferten eine kongeniale Interpretation ab – wenn man die Augen schloss, mochte man nicht glauben, dass hier Schüler auf der Bühne standen.

Den letzten Paukenschlag lieferte dann aber noch das Perkussions-Ensemble: „Der Puppenspieler“ war nicht nur exakt gespielte Musik auf sieben Trommeln, sondern gleichzeitig eine schauspielerische Performance. Einer der sieben Schlagwerker steigt nach einem sambaartig anmutenden Intro auf einen leicht zurück versetzten Stuhl und tut so, als ob die beiden Schlagzeuger vor ihm seine Marionetten sind. Seine beiden Schlagzeugsticks bewegt er dabei wie die Steuerungselemente eines allmächtigen Puppenspielers.

Was nach der Pause geschah, stand dem in nichts nach. Das gewohnt gute Orchester (Marias Dufter) brillierte unter anderem mit Mussorgskys „Bilder einer Ausstellung“. Und die von Ludwig Hartmann geleitete Bigband unterstrich mit vielen Solisten, die man vor der Pause schon gehört hatte, dass das CSG sich nicht auf die klassische musische Ausbildung beschränkt: Den modernen Klängen aus Pop, Soul und Jazz wird mehr als genug Platz eingeräumt.  

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