Ein Bild aus besseren Zeiten: Vor sieben Jahren war der Trachtenverein Rübezahl - wie fast jedes Jahr - beim Trachten- und Schützenzug zum Oktoberfest mit dabei. Hinter den Kindern sieht man die mittlerweile verstorbenen Vereins-Ikonen (v.l.) Georg Niembs sowie Karin und Herbert Thiemann.

Zu wenige Mitglieder

Trachtenverein Rübezahl gibt auf

Germering - Der Trachtenverein Rübezahl wird zum 31. Juli dieses Jahres aufgelöst. 61 Jahre prägte er das kulturelle Bild der Gemeinde und dann Stadt mit. Jetzt fehlt der Nachwuch

Der Trachtenverein Rübezahl ist Teil der rasanten Entwicklung der Stadt nach dem Zweiten Weltkrieg. Die kleinen Einzelkommunen Germering und Unterpfaffenhofen sind in der Folge zu Großgemeinden geworden, die schließlich zusammengelegt wurden: Es war der Zustrom an Aussiedlern, der die Einwohnerzahlen der Siedlungen sprunghaft anwachsen ließ.

Schon der Name des Vereins legt eine Nähe zu den früheren deutschen Ostgebieten nahe. Und tatsächlich ist Rübezahl im Jahr 1955 vom langjährigen Vorsitzenden Herbert Thiemann und anderen Vertretern der Vertriebenen als „Deutsche Jugend des Ostens“ gegründet worden. Ihr gehörten der Nachwuchs der Flüchtlinge aus Schlesien, dem Sudetenland, Ostpreußen und bald auch viele einheimische Jugendliche an. Sie wollten miteinander singen, musizieren, tanzen und Theater spielen sowie die Kultur und das Brauchtum der alten und der neuen Heimat pflegen.

Die Gemeinde Unterpfaffenhofen stellte dem neuen Verein 1958 ein Grundstück an der Friedenstraße zur Verfügung, auf dem in Eigenregie das Jugendheim Rübezahl errichtet wurde. 1962 wurde es eingeweiht. Es ist bis heute Heimat der Rübezahl-Trachtler, aber auch der Stadtkapelle sowie der Landsmannschaften und des Bundes der Vertriebenen.

Dass sich der Trachtenverein jetzt auflöst, ist aus Sicht von Schatzmeister Gernot Haderlein unausweichliches Ende einer längeren Entwicklung: „Wir haben keinen Nachwuchs mehr. Jugendarbeit gibt es nicht mehr. Ich bin 43 und damit das jüngste Mitglied im Verein.“ Die schwindende Mitgliederzahl habe auch zur Folge, dass der Verein an finanzielle Grenzen stößt: „Wir haben ja Fixkosten. Und die sind irgendwann nicht mehr zu bezahlen.“

Der Niedergang der Trachtler hängt auch eng zusammen mit dem Tod dreier Vereinsikonen: Gründungsvater Herbert Thiemann war bis zu seinem Tod im Jahr 2011 Herz und Seele des Vereins und leitete auch die Jugendarbeit. Der Trachtengau München zeichnete ihn deswegen im Jahr 2004 zum Ehrenjugendleiter aus. Sein Mitstreiter Georg Niembs starb im vergangenen Jahr, Ehefrau Karin Thiemann erst vor kurzem.

In den Jahren seines Bestehens war der Trachtenverein nicht nur regelmäßig beim Volksfest-Einzug dabei: Er war auch fester Bestandteil des Trachtenzugs zum Münchner Oktoberfest. Mit Auftritten bei Festen in Germering aber auch bei Vertriebenen-Veranstaltungen im Ausland machten sich die Trachtler einen Namen.

Treffen der Ehemaligen

Der Trachtenverein Rübezahl lädt am Samstag, 9. Juli, 14 Uhr, zu einem Ehemaligentreffen ins Jugendheim ein. Wer kommen will, soll sich unter (0152) 25 81 90 06 oder per E-Mail an ruebezahl-germering@web.de melden.

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