TSV-Halle: So läuft’s auf der Großbaustelle

Germering – Seit Herbst 2014 wird in der Halle des TSV Unterpfaffenhofen-Germering gebaut. Anlass war mangelhafter Brandschutz. In der Halle herrscht momentan also zeitgleich Sport- und Baustellenbetrieb.

Zum Glück haben die allermeisten Mitglieder Verständnis für die Bauarbeiten, sagt Kassier Werner Fritzen vom TSV. „Aber wenn ein Verein mit rund 5500 Mitgliedern funktionieren soll, muss das auch so sein“, fügt er an. Seit knapp zwei Jahren herrscht Baustelle in der Halle des großen Sportvereins. Das war vor allem wegen des mangelhaften Brandschutzes notwendig geworden. Gutachten der Stadt mahnten an, den 24 Jahre alten Holzbau an der nördlichen Seite der Halle auf Vordermann zu bringen.

Der Verein musste erst einmal kräftig durchatmen. Rund 680 000 Euro sollte das Ganze kosten. „Wir sind sehr froh, dass uns die Stadt einen Zuschuss gewährt hat“, weist Vize-Vorsitzender Wilfried Kaiser auf die Summe von 130 000 Euro hin. Doch er und Fritzen erinnern klar auch daran, dass der Verein den Rest aus Eigenmitteln finanzieren muss. Zu den geplanten Umbauten kamen noch unvorhergesehene Reparaturen. Bei der Generalkontrolle der Decke im Untergeschoss wurden zum Beispiel in der 31 Meter langen Rohrleitung Löcher entdeckt. Auch die Duschen, Umkleiden und die Beleuchtung wurden erneuert.

Gut, dass der TSV in den vergangenen Jahren ein paar Rücklagen gebildet hat. Die sind aber seit Herbst 2014 erheblich geschrumpft: um rund eine Million. „Dafür haben wir das Notwendige mit dem Nützlichen verbunden“, betont Kaiser. „Es ist unsere eigene Immobilie“, so Fritzen.

Der unscheinbare Holzbau wird also nun zum brandschutztechnisch einwandfreien Lagerraum, der zum Teil vom Vereinswirt, zum Teil von Sportlern genutzt werden kann. Gleichzeitig wurden die Sicherheitsstandards erhöht, etwa beim zweiten Fluchtweg des Jugend- und Besprechungsraumes im ersten Stock, ausgelegt für 25 Personen. Der Anbau schließt nun unmittelbar unter den Fenstern ab, die Decke trägt die Personenzahl. Bei einem weiteren Anbau, in dem Utensilien für den Hallensport gelagert sind, wurde die Lagerfläche um 25 Prozent erhöht. Für den Anbau musste zur Stabilisierung eine anliegende Duplexgarage mit sechs Kubikmetern Beton unterfüttert werden.

Im Fitness- und Kraftraum haben sich die Verantwortlichen einiger Wünsche der Sportler angenommen. Der Spinningraum ist nun schalldicht. „Die wollen dort fetten Sound beim Sport, die anderen Sportler aber ihre Ruhe“, schmunzelt Kaiser. Über die Leiter, die in dem neuen Spinningraum unterm Fenster angebracht ist, schüttelt der zweite Vorsitzende des TSV Unterpfaffenhofen-Germering allerdings den Kopf. Nur ein Meter liegt zwischen Fußboden und Fensterbrett. „Das schafft ein Schulkind ohne Hilfe, fitte Sportler sowieso“, stellt Kaiser fest. Die Leiter war aber eine Auflage der Brandschutzbehörden.

Weit sinnvoller ist da die „Flohkiste“, wo trainierende Eltern ihre Kinder durch Fachpersonal betreuen lassen können. In dem Raum war vorher eine Sauna. Die aber wurde von den Mitgliedern immer spärlicher genutzt.

Das wird der Verein auch bei seinem Etat tun müssen. „Der muss mindestens die nächsten drei Jahre engmaschig gestaltet werden“, kündigt Fritzen an und nennt ein Beispiel: „Nicht notwendige Geräteanschaffungen wird es nicht geben.“ An Sicherheit aber werde freilich nicht gespart. (hk)

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