Die sicherere Variante wählt der gegenüber dem GEP wohnende Thomas Richter, wenn er die Münchner Straße bei den Verkehrsinseln überquert (oben). Während das GEP gebaut wurde, gab es dort einen Zebrastreifen. Nun soll es eine besser platzierte Querungshilfe geben

Anwohner wenden sich an stadtverwaltung

Verkehrssituation vor dem GEP entschärfen

Germering - Die Germeringer Einkaufs-Passagen (GEP) mit Geschäften, Restaurants, Arztpraxen, Kinocenter und anderen Freizeitangeboten entwickeln sich immer mehr zum Publikumsmagneten. Da der Haupteingang an einer vielbefahrenen Kreuzung liegt, wird die Situation dort zunehmend gefährlich. Jetzt schlagen Anwohner Alarm.

Gegenüber dem Einkaufscenter liegt die ehemalige WWK-Siedlung. Auf dem dicht bebauten Areal wohnen viele Menschen. Auch sie wollen ins GEP. Der kürzeste Weg führt direkt über die beiden Fahrbahnen und die Linksabbiegerspur der Münchner Straße. Selbst an einem ruhigen Vormittag laufen alle paar Minuten Fußgänger über die Straße, obwohl die Verkehrsinsel zur leichteren Querung in Sichtweite ist. Ein paar Passanten kürzen sogar über den grünen Mittelstreifen ab, auf dem Wiesenblumen und Gras momentan hüfthoch stehen.

Thomas Richter traut sich das nicht. Der 31-Jährige zieht seinen Einkaufswagen lieber zum Übergang, denn dann kann er erst eine Fahrbahn kreuzen, noch einmal schauen, ob die Straße frei ist, und dann vorsichtig ganz auf die andere Seite gehen. „Was anderes ist mir zu gefährlich“, erklärt der Anwohner.

Doch auch mit der Querungshilfe fühlt er sich nicht wohl. Wie er berichtet, würden die Autofahrer oft unaufmerksam an der Stelle vorbeifahren oder ihn sogar anhupen, wenn er den Überweg nutzt. Weil es hier keinen Zebrastreifen gibt, hat ein Fußgänger nicht automatisch Vorrang.

Während am GEP und der Ampelanlage an der Kreuzung Spange/ Münchner Straße gebaut wurde, gab es bei der Querungshilfe zeitweise einen Zebrastreifen. Der wurde danach aber wieder entfernt. Das stört die Anwohner. Einige von ihnen haben sich nun in einem Brief an die Stadtverwaltung gewandt. Es sei „ein täglich gefährliches Unterfangen, die Straße zum GEP zu überqueren“, seit der Zebrastreifen abgeschafft worden sei. Den wollen die Anwohner zurück.

So einfach ist das aber nicht. Wie Stadtbaumeister Jürgen Thum erklärt, könne an dieser Stelle kein dauerhafter Zebrastreifen eingerichtet werden. Nach einer Begehung mit der Polizei ist klar, dass die nächsten beiden Ampeln zu nah an der Stelle liegen. Daher darf hier gar kein Zebrastreifen sein. „Das sichere Überqueren ist aber mit der Querungshilfe möglich“, betont Bürgermeister Andreas Haas. Das unterstreicht die Unfallstatistik: Passiert ist hier laut polizeisprecher Andreas Ruch noch nichts. Ein „erhebliches Unfallrisiko“, das der Anwohnerbrief anmahnt, existiere nicht.

Zudem sei die Baumaßnahme noch nicht abgeschlossen, wie OB Haas zu bedenken gibt. Momentan sei die Situation tatsächlich „etwas unübersichtlich“. Das liegt teilweise auch an den Autos in der Kurzzeitparkbucht, die oft in die Straße hineinragen, den verbotenerweise auf der Mittelinsel direkt vor dem GEP abgestellten Fahrzeugen und dem Lieferverkehr.

In den nächsten acht Wochen soll nun direkt vor dem GEP eine weitere Querungshilfe eingerichtet werden – dort wo jetzt ein Bereich mit Querstreifen abgetrennt ist. Zudem sollen vermehrt Verkehrskontrollen durchgeführt werden, die dem Falschparken einen Riegel vorschieben sollen. Auch will die Stadtverwaltung den Betreiber des GEP noch einmal darauf aufmerksam machen, dass es zwei Liefereingänge gibt und die Fläche vor dem GEP mit versenkbaren Stempen nur zu bestimmten Zeiten und Zwecken genutzt werden darf.

Auch die Parksituation wird sich noch mal ändern. Die Kurzparkzone macht einer Bushaltestelle direkt vor dem Haupteingang zum GEP platz. Die provisorische Haltestelle wird dann zur Kurzparkzone mit je zwei Plätzen für Autos und Taxis.

von Maria-Mercedes Hering 

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