Revierleiterin Anita Ottmann (v.l.), Gero Brehm (Forstamt) und Paul Högenauer (Waldbesitzervereinigung) machen sich rund ums Schusterhäusl ein Bild vom Befall durch den Borkenkäfer. Ein Weibchen kann mit bis zu 100 000 Nachkommen für verheerende Schäden im Fichtenbestand sorgen. foto: Kiener

Waldbesitzervereinigung warnt

Vorsicht, Borkenkäfer!

Germering - Die Waldbesitzervereinigung warnt vor einer starken Borkenkäfer-Population. Bei einer Begehung am Schusterhäusl machten die Experten auf mögliche Gefahren aufmerksam.

Rund 4000 Festmeter Holz wurden schon eingeschlagen, die gleiche Menge wird noch folgen. Paul Högenauer, Vorsitzender der Waldbesitzervereinigung (WBV), rät den Waldbesitzern im Fichtenbestand zeitig nach dem Rechten zu sehen. „Die Witterungsverhältnisse sind derzeit optimal für den Buchdrucker und Kupferstecher.“ Sprich: Es ist wieder Borkenkäferzeit.

Zwar ist die Situation nicht so dramatisch wie im Vorjahr, als Sturm Niklas im März tiefe Schneisen in die Landkreiswälder schnitt, aber trotzdem besorgniserregend. Denn zu den Sturmschäden kam eine lange heiße Trockenperiode hinzu. Damit waren beste Bedingungen für die Borkenkäferpopulation geschaffen. „Das war für die Käfer wie ein gedeckter Tisch, und die Bestände sind dadurch immer noch geschwächt“, sagt Högenauer. Nach Niklas lag an einem Tag so viel Holz in den Wäldern, wie sonst im ganzen Jahr von der WBV vermarktet wird.

Gemeinsam mit Revierleiterin Anita Ottmann und Gero Brehm vom Forstamt sah sich Högenauer kürzlich im Gebiet rund ums Schusterhäusl um. Hier kümmern sich Waldarbeiter gerade um den Wald der Stadtwerke. Mit dem Harvester genannten Ernte-Fahrzeug können am Tag rund 150 Kubikmeter Holz eingeschlagen werden.

„Die Käfer sind heuer wegen der bisher kühlen Witterung rund drei Wochen später dran, doch letzte Woche ging es mit dem Ausschwärmen richtig los“, berichtet Revierförsterin Ottmann. Erfahrungsgemäß sind ein bis zwei Jahre nach einem Sturm immer käferreich.

Nachdem Niklas im Norden des Landkreises keine allzu großen Schäden hinterlassen hat, sei dort keine große Gefahr im Verzug – im südlichen Landkreis allerdings schon. Besonders in den von Niklas betroffenen Gebieten sollten die Waldbauern also zeitig nach dem Rechten schauen. „Das ist jetzt ganz besonders wichtig, und die Bäume zeigen deutlich, ob sie Käfer haben“, betont Brehm. Insbesondere rund um befallene, bereits abgestorbene Bäume solle dabei das Augenmerk auf Bohrmehl und Rindenschäden im Umfeld gelegt werden.

Ottmann rät den Waldbauern zudem beim Nachforsten vermehrt auf Mischbestände zu setzen. „Das ist in Zeiten des Klimawandels besonders wichtig, die meisten Waldbauern haben die Zeichen der Zeit auch erkannt und forsten entsprechend auf.“

von Angi Kiener

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