Brandhelfer organisieren erstes Rennen

Feuerwehr stemmt auch Seifenkisten-Einsatz

Germering – Obwohl das Germeringer Seifenkistenrennen schon über 30 Jahre alt ist, gab es am Wochenende eine Premiere: Zum ersten Mal organisierte die Feuerwehr Unterpfaffenhofen den Wettkampf.

Die Floriansjünger hatten bei ihrer Premiere alles im Griff: Rund 70 Gäste konnten auf der Piste am Parkplatz des Germeringer Sees die sieben teilnehmenden Seifenkisten in voller Fahrt erleben. Besonders freuen konnten sich die Feuerwehrler aber über das Lob der langjährigen Vor-Organisatoren. Charlotte Schott (60) und Friedrich Bachhuber (83) waren vor Ort, um zu begleiten und zu unterstützen. Hilfe war jedoch gar nicht nötig, wie Charlotte Schott zufrieden feststellte: „Es funktioniert ja alles.“

Sie und Friedrich Bachhuber haben das Seifenkisten-rennen, das im Ferienprogramm der Stadt läuft, 32 Jahre lang organisiert. Zuerst hauptsächlich mit Verwandten und Nachbarn, dann mit immer mehr Teilnehmern. Dass heuer elf Rennfahrer, verteilt auf sieben Teams, an den Start gingen, ist von der Teilnehmerzahl gesehen eher mau und wohl den hochsommerlichen Temperaturen geschuldet, vermutet Schott: „Das Wetter ist zu gut.“

Warum die beiden Organisatoren solang dabei blieben und in keinem einzigen Jahr die Rennen ausfallen lassen mussten, erklärt Schott: „Es macht einfach Spaß mit den Kindern.“ Man sei immer wieder gefragt worden, und habe auch gar nicht Nein zu dem Job sagen können, ergänzt Schott. Doch nun habe man wegen des fortgeschrittenen Alters die Organisation an die Feuerwehr übergeben. Und die Nachfolger machen ihre Sache für das erste Mal gut, finden Schott und ihr Kollege Friedrich Bachhuber.

Letzterer ist auch wieder aktiv am Rennen beteiligt. Er ist sozusagen als Renn-Mechaniker bei zwei Teams engagiert: Denn er hat zwei seiner alten Flitzer vom Garagen-Dachboden geholt und für das diesjährige Rennen hergerichtet, damit die Nachbarskinder mit seinen Gefährten auf die Rennstrecke gehen können.

Für den kompletten Neubau einer Seifenkiste muss man mit bis zu 200 Stunden rechnen, erzählt Bachhuber. Das kann man sich gut vorstellen, wenn man die vielen verschiedenen Ideen der Seifenkisten-Konstrukteure, die teilweise mit Sturzhelm und Rennoverall antreten, sieht: So gibt es zum Beispiel einen Wagen, der stilecht als Feuerwehr-Löschfahrzeug – mit Blualicht und Sirene – hergerichtet ist.

Die Bachhuber-Fahrzeuge herzurichten dauert natürlich nicht so lang. „Die sind an die 20 Jahre alt“, sagt der Altmeister, der sie behalten hat, weil sie seine Lieblinge sind. Und auch wenn sie schon älter sind, haben die Seifenkisten noch ordentlich Speed.

Mit dem „Silberpfeil“ hat die neunjährige Puchheimerin Maja Nagel sogar gute Siegchancen. Sie hat schon im vergangenen Jahr gewonnen. „Heuer könnte es wieder etwas werden“, meint sie selbstbewusst. Bei ihrem ersten von drei Läufen hat sie die rund 200 Meter lange abschüssige Strecke innerhalb von 21,8 Sekunden bewältigt. „Das muss reichen“, sagt Friedrich Bachhuber. Zwischen 35 und 40 Stundenkilometer erreichen die Gefährte in der Spitze, wenn sie den Zeitabnahme-Punkt passieren.

Neben Maja fahren auch deren Brüder Vinzent und Louis mit einer Seifenkiste von Friedrich Bachhuber. Diese aber in einer höheren Altersklasse: Es gibt die Gruppe von sechs bis zehn Jahren und die Gruppe von elf bis 14 Jahren. Auch nächstes Jahr will Maja Nagel auf alle Fälle wieder an den Start gehen.

Dass es das Rennen auch in Zukunft noch gibt, dafür will die Feuerwehr Unterpfaffenhofen sorgen. Warum man sich engagiert hat, ist leicht erklärt, sagt Jugendwart Torben Schüler: „Es wäre sonst ausgestorben.“ Deswegen organisiert nun die Wehr das Rennen, die Bulldog-Freunde Puchheim helfen mit ihren Schleppern und ziehen die Seifenkisten nach der Fahrt wieder nach oben. „Bisher läuft alles gut“, ist Schüler zufrieden.

Auch die Zuschauer sind mit dem Rennen zufrieden, Majas Mutter Renate Nagel: „Ich finde es echt gut.“ Und ihre Tochter ist sich schon sicher: Sie ist im nächsten Jahr auch wieder dabei. (fd)

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