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Anti-Häufchen-Demo gegen Hundeköder

Germering - Tierfreunde nehmen den Kampf gegen Gift, Rasierklingen und Splitter in tödlichen Hundeködern auf – und zwar mit Imagewerbung in Sachen Vierbeiner.

Seit Monaten terrorisieren Hundehasser Mensch und Tier in der Region. Erst am Samstag wurden bei Stockdorf (Würmtal) am Spazierweg nach Forst Kasten neue Fleischbällchen mit Rasierklingen gefunden. Schwerpunkt im Kreis Fürstenfeldbruck ist Germering. Bei den Haltern geht die Angst um. Trotz aller Bemühungen der Polizei ist die Chance, den oder die Täter zu erwischen, jedoch nicht besonders groß. Eine Gruppe von Tierfreunden will deshalb jetzt aktiv werden.

Ihre Überlegung: Wenn jemand einen Hass auf Hunde hat, dann oft wegen der unappetittlichen Hinterlassenschaften der Vierbeiner auf Straßen, Wegen und Wiesen. Genau hier wollen die Aktivisten ansetzen. Die Germeringer Hundebesitzer planen quasi eine Anti-Häufchen-Demo. An einem Samstag wollen sie gemeinsam losziehen und Kot einsammeln, wie es eigentlich jeder verantwortungsvolle Hundebesitzer beim Gassi-Gehen ohnehin tun sollte. „Wir werden auch Flugzettel verteilen, in denen wir zu einem friedlichen Miteinander aufrufen“, erklärt Monika S. Ihren ganzen Namen will die Frau nicht nennen. „Hernach legt er noch irgendwelche Köder in meinem Garten aus.“

Bei OB Andreas Haas und Germerings Polizei-Chef Klaus Frank trifft die geplante Pro-Hunde-Demo auf große Zustimmung. „Das richtige Verhalten vorzuleben, ist eine brillante Idee, besser als der erhobene Zeigefinger“, so Haas. Der OB und der Leiter des städtischen Umweltamtes, Thomas Wieser, wollen die Hundehalter unterstützen mit einem Anschreiben an die Bevölkerung und gegebenenfalls mehr Hundetoiletten.

Gleichzeitig laufen die Bemühungen weiter auf Hochtouren, die Hundehasser zu erwischen. Im Landkreis Starnberg wurde inzwischen erstmals ein Mensch Opfer eines Köders. „Eine Frau hat sich die ganze Hand zerschnitten, als sie ihrem Hund den Köder aus dem Maul nehmen wollte“, berichtete Frank. Die Polizei ermittelt nun auch wegen gefährlicher Körperverletzung.

Frank kam direkt von einer Tatortbesichtigung in Stockdorf zur Versammlung der Tierfreunde. Der Polizei-Chef geht von zwei verschiedenen Tätern in den Landkreisen Starnberg und Fürstenfeldbruck aus, die die präparierten Fleischbällchen entlang beliebter Gassi-Wege auslegen. Auch Trittbrettfahrer sind denkbar. Die Tierfreunde wollen nun die DNA auf den Ködern analysieren lassen, um die Täter zu stellen und endlich wieder beruhigt mit ihren Vierbeinern unterwegs sein zu können.

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