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Teilweise über 100 Jahre alt sind die Gleise in der Anlage im Kreuzlinger Forst. Dem Abtransport des Öls wären sie nicht mehr gewachsen gewesen.

Erdöl soll abtransportiert werden

Tanklager: Schienen werden ausgebessert

Germering/Krailling – Seit der Insolvenz der Victoriagruppe kämpft die Republik Tschechien um die Rückgabe ihrer im Kraillinger Tanklager eingelagerten staatlichen Treibstoffreserven. Jetzt hat man Hoffnung, das Erdöl bald abtransportieren zu können.

Am Tanklager im Kreuzlinger Forst in Krailling wird wieder gearbeitet. Bis Anfang Oktober sollen dort die Gleise repariert sein. Der Auftrag ging an die Kraillinger Firma Emeran Braun. „Das was wir jetzt reparieren, sind vorerst die Gleise, die man benötigt, um das Öl abzutransportieren“, sagt Hans Emeran Braun.

Während seine Firma die Gleise in Stand setzt, die teilweise noch aus der Zeit stammen, als Länder wie Bayern und Preußen eigene Schienenformen hatten, reparieren andere Betriebe die Gleiswaage und Tankstellen. Allein die Gleisarbeiten kosten die neue Besitzerin des Tanklagers, die Krailling Oils Development, einen sechsstelligen Eurobetrag.

Um eine Schätzung der Kosten für die Reparatur aller Gleise des gesamten Areals gebeten, meinte Hans Emeran Braun vor einem Jahr, 250 000 Euro seien nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Die Gleise muss Krailling Oils Development GmbH zeitnah reparieren lassen, damit die Republik Tschechien das in Krailling für sie eingelagerte Öl abholen kann.

Diese Woche ist ein Großteil des Materials eingetroffen, welches die Firma Emeran Braun benötigt, um in Aktion zu treten. Alle Gleise würden nicht repariert, erzählt Braun. „Man kann nicht davon ausgehen, dass das 100 Jahre hält“, meint er. Die Arbeiten sind dennoch umfangreich. Weichen müssten in Stand gesetzt oder ausgetauscht werden, an drei Stellen wird ein kompletter Schwellenwechsel vorgenommen.

Zahlreiche weitere Schwellen auf der Strecke müssen ausgetauscht werden, da sie verfault sind. „Da kann man die Schraube mit der Hand rausziehen“, berichtet Braun. Teilweise sind die Arbeiten auch äußerst aufwendig. Für die auf dem Gelände zum Teil verlegten veralteten, aber zugelassenen Länderformschienen wie die Schiene „Preußen 8“ gebe es heutzutage keine Befestigungsteile mehr. Die Gleise auf dem umzäunten Gelände seien in schlimmerem Zustand als die, die zwischen Freiham und dem Tor an der Germeringer Straße lägen, erklärt Braun.

Die Arbeiten im Außenbereich machten nur etwa fünf Prozent der Bausumme aus, schätzt er. Am Freitag, 7. Oktober, soll die Strecke für Züge wieder befahrbar sein. Der örtliche Betriebsleiter des privaten Gleisanschlusses überwache die Arbeiten. Er sei es auch gewesen, der die Gleise mit einer Farb-Sprühdose abgegangen sei und markiert habe, was genau zu tauschen und welche Teile zu reparieren seien. Und er wird dann auch derjenige sein, der die Sperrung der Gleise wieder aufhebt. Dann kommen die Tschechen an den von ihnen lang ersehnten Diesel.

Victoria Strachwitz

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