Zwei Jubilare in geselliger Runde: Käthe Csete (90) und ihr Mann Valentin (100) nehmen die Glückwünsche und einen Blumenstrauß von Bürgermeister Helmut Ankenbrand (links) entgegen. Bei der Feier zum 90. Geburtstag von Käthe Csete gratulierte auch die Familie zahlreich (hintere Reihe von links): Schwiegertochter Gisela Csete, Schwiegersohn Adi Schebesta, Michaela Csete, Michael Grundmann, Johanna Berger (Bonhoeffer-Kirche), Sohn Ernst Csete mit Enkelin Emilia und Tochter Magda Schebesta. foto: Angi Kiener

Germering

Wenn nach dem 100. der 90. gefeiert wird

Germering – Bei der Familie um Käthe und Valentin Csete ist in den Sommermonaten Feierlaune angesagt: Am Mittwoch feierte Käthe Csete ihr 90. Wiegenfest, in der ersten Juliwoche ist ihr Mann Valentin 100 Jahre alt geworden.

 „Die Beiden sind natürlich nach vielen Ehejahren ein eingespieltes Team“, erzählt Sohn Ernst Csete. Mit einer gewissen Routine meistern sie ihren Alltag, und zwar ganz gemächlich: Fernsehen, Essen und Schlafen.

Käthe Csete, eine so genannte Donauschwäbin, flüchtete als 17-Jährige mit ihrer Mutter nach Deutschland. Sie war in Jugoslawien Volksdeutsche, ihre Vorfahren stammten aus Berlin und Elsass-Lothringen. Am Ende des Zweiten Weltkriegs wurden die deutschstämmigen Bewohner vertrieben.

Mutter und Tochter kannten sich in der Landwirtschaft aus und bewarben sich auf einem Hof für eine Arbeitsstelle. Letztlich kamen Käthe Csete und ihre Mutter beim Hartlwirt in der Germeringer Dorfstraße unter. In der Nachbarschaft lebte Valentin Csete, beim Hartlwirt lernten sich die beiden schließlich kennen. 1948 heirateten sie und bekamen zwei Kinder – Magda und Ernst.

Papa Valentin arbeitete als Schlosser, seine Frau verdingte sich als Mitarbeiterin in einer Seifenfabrik, als Arbeiterin an der Spulmaschine in der Wollproduktion und zuletzt als Mitarbeiterin im Versand von Augentropfenpräparaten bei der früheren Germeringer Firma Dispersa. „Weil sie nie ein Auto hatten, war das Fahrradfahren in der Familie ein sportliches Muss“, weiß der Sohn.

Die gemeinsame Leidenschaft des Paares war über Jahrzehnte hin das Tanzen: Anfangs beim Hartlwirt, wo sie sich seinerzeit kennengelernt hatten, später im Sonnenhof, beim Gasthof Huber, im Café Gensheimer am Bahnhof und zuletzt in der Stadthalle. Das Tanzen haben Käthe und ihr Mann zwar schon längst aufgegeben. Wenn es aber ums Singen geht, dann erhebt Käthe Csete auch heute noch gerne ihre Stimme. Zuletzt sang sie ihrem Gatten zum 100. Geburtstag ein Ständchen. Im Kreise der Familie mit den zwei Kindern, vier Enkeln und vier Urenkeln und im Beisein von Drittem Bürgermeister Helmut Ankenbrand, der die Glückwünsche der Stadt überbrachte, sowie von Johanna Berger von der evangelischen Dietrich Bonhoeffer Kirche, feierte die Jubilarin bester Laune ihr 90. Wiegenfest und prostete ihrem Valentin mit einem Weißbier zu. (akk)

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