In Mammendorf

Getränkemarkt löst heftige Debatten aus

Mammendorf - Einstimmig für Okay befunden hatte der Gemeinderat im vergangenen Jahr noch die Bauvoranfrage eines Fachgroßhandels aus Oberpframmern, der einen modernen Getränkemarkt an der Michael-Aumüller-Straße errichten wollte.

Doch Landratsamt und Landesamt für Denkmalpflege machen dem Bauherrn nun einen Strich durch die Rechnung. Aus Sicht des Denkmalrechts würde das Vorhaben aufgrund seiner Größe und Gestaltung „die Blickbeziehungen zur nördlich angrenzenden und denkmalgeschützten Pfarrkirche St. Jakob beeinträchtigen“. Die Behörde empfahl, das Gebäude mit Flach- oder Pultdach zu planen, die Höhen zu reduzieren sowie das Gebäude in Richtung Osten zu verschieben und von der B2 zu erschließen.

Eine geänderte Erschließung aber lehnen Bauherr und Gemeinde ab, da die vorhandene Zufahrt bisher bestens funktioniert hat und eine Änderung wegen Bundesstraße und Ampel problematischer werden würde. Auch das Straßenbauamt hat sich gegen eine Neuerschließung über die B2 ausgesprochen. Bei einem Ortstermin im Februar mit allen Beteiligten wurden verschiedene Gestaltungsvarianten besprochen.

Das Denkmalamt forderte erneut eine Flachdachlösung, die nach Ansicht der Gemeinde aber mit der umliegenden Bebauung nicht vereinbar sei. Mitte März legte der Bauherr eine abgeänderte Planung mit deutlich reduzierten Gebäudehöhen und Dachneigung vor. Auch die Länge wurde um einen halben Meter kürzer, die östlichen Stellplätze verkleinert und die Fahrgassen verschmälert. Die geplante südöstliche Gebäudeecke rage jetzt nur mehr in Mauerstärke über den derzeitigen Bestand.

Die aktuelle Planung stellte der Architekt nun dem Gemeinderat vor. Eine weitere Reduzierung sei nicht möglich. Doch nun wurde auch über die geplante Werbeanlage diskutiert. „Der Kirchenvorplatz ist ein sensibler Bereich. Die Werbeanlage sollte so angebracht werden, dass sie vom Kirchenvorplatz nicht einsehbar ist,“ argumentierte Stefan Bauer (FW). Martin Denz (FW) schloss sich der Meinung an. „Auf der Seite möchte ich da keine Werbung sehen. Auf der anderen Seite habe ich damit kein Problem.“ Barbara Schamberger (CSU) stört die Werbeanlage nicht, „doch sie muss nicht so groß sein“.

Schließlich beschloss der Gemeinderat, dem Bebauungsplan nach Änderungen bezüglich Baugrenzen, Zahl der Geschosse, Dachneigung, Firstrichtung und Flächen für Stellplätze zuzustimmen. Nach wie vor werde aber die Realisierung von der denkmalrechtlichen Erlaubnis abhängen. Zur Werbeanlage soll noch ein Änderungsantrag vorgelegt werden. Dieter Metzler

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