Giftköder bereiten Hundehaltern große Sorge. Foto: tb

Tierbesitzer in Angst und Schrecken

Giftköder-Alarm: Bürger schließen sich zusammen

Germering - Ein Hundehasser versetzt seit einigen Wochen Tierbesitzer in Angst und Schrecken. Doch jetzt machen die Tierfreunde mobil:

Über 100 Hundebesitzer aus Germering, München und dem Würmtal folgten nun einem Aufruf engagierter Bürger. Sie wollen sich organisieren, um den Täter dingfest zu machen.

Nachdem ein Nachbarshund an einem Giftköder grauenvoll gestorben war, war für zwei Germeringerinnen klar: „Da müssen wir etwas machen.“ Im Kino der Germeringer Stadthalle berieten sich die besorgten Tierfreunde nun, was man gegen den Hundehasser unternehmen kann. „Wir wollen wieder in Ruhe mit unseren Hunden spazieren gehen können“, sagte eine der Organisatorinnen.

Die Hundehalter hoffen, den Tierquäler vielleicht sogar auf frischer Tat zu ertappen. Ein Teilnehmer schlug vor - vielleicht in Gruppen organisiert - auch zu untypischen Zeiten in der Nacht oder am frühen Morgen Gassi zu gehen. Sogar die Videoüberwachung beliebter Spazierwege soll geprüft werden. Allerdings wies ein Teilnehmer darauf hin, dass dies schwierig werden dürfte: „Öffentliche Plätze dürfen nicht einfach so mit einer Kamera überwacht werden.“

Aber auch fremde Hilfe wollen sich die Tierbesitzer ins Boot holen. Eine Teilnehmerin, deren Hund Opfer einer Giftattacke wurde, schlug einen runden Tisch mit Polizei, Forstbeauftragten, Jägern und kommunalen Vertretern vor: „Wir sollten vor allem mit der Polizei reden, wie wir sie bei ihren Ermittlungen unterstützen können.“ Auch Personen, die keinen Hund haben, sollen für das Thema sensibilisiert werden. „Schließlich sind die Köder auch für Katzen, Wildtiere oder sogar Kinder lebensgefährlich“, sagte eine Teilnehmerin.

Bei der Suche nach den Gründen für den Hass auf ihre Vierbeiner fassen sich die Tierbesitzer auch an die eigene Nase. „In der Stadt sieht man oft Hundehaufen direkt neben einem Hundeklo“, sagte eine Germeringerin. Aus diesem Grund sollen auch die Kommunen ins Boot geholt werden. Zum einen wollen die Tierfreunde die Stadt animieren, noch mehr Dog Stations aufzustellen. Zum anderen könnte die Stadt alle Hundebesitzer anschreiben, um diese zu mehr Sauberkeit zu animieren.

Nun ist geplant, eine Internet-Plattform einzurichten. Über diese könnten dann alle weiteren Aktionen abgesprochen werden. Die Hoffnung, den Täter tatsächlich zu erwischen, ist zwar nicht besonders groß. „Wir wollen ihn aber zumindest abschrecken.“

Andreas Daschner

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