Gremium Verträglichkeitsprüfung in Auftrag

Entwurf zur Radwegbrücke gefordert

Grafrath – Für den geplanten Neubau einer Rad- und Fußwegbrücke über die Amper muss die Gemeinde eine Verträglichkeitsprüfung durchführen. Die Planung sorgte für eine Debatte im Gemeinderat.

Der Grund für die Verträglichkeitsprüfung: Das Bauwerk würde in einem Flora-Fauna-Habitat-Schutzgebiet (FFH) errichtet. In der Vergangenheit waren zwei Möglichkeiten für die Brücke diskutiert worden: Zum einen ging es um einen Anbau des Wegs an die bestehende B 471-Autobrücke. Diese war vom Gemeinderat bereits vor rund zehn Jahren beschlossen worden. Zum anderen hatte Grünen-Gemeinderat Peter Kaifler eine Variante vorgestellt, bei der die neue Brücke rund 20 Meter von der Bundesstraße abgerückt verlaufen würde.

Hartwig Hagenguth (Bürger für Grafrath/BfG) forderte nun, dass auf die erste Planung zurückgegriffen werden solle. Diese würde das FFH-Schutzgebiet weniger betreffen. Der BfG-Rat erhofft sich dadurch, dass die Kreisbehörde auf die Verträglichkeitsprüfung verzichtet.

Fraktionskollege Burkhard von Hoyer störte sich indessen daran, dass dem Landratsamt bereits eine Entwurfsplanung für die Rad- und Fußwegbrücke vorgelegt werden soll. „Erst muss man festlegen, wo die Brücke verlaufen soll, bevor wir über den Entwurf entscheiden“, sagte er.

Ein Rat hat die Abstimmung verweigert 

Bürgermeister Markus Kennerknecht (parteifrei) sprach vom Henne-Ei-Prinzip: „Wir müssen die Planung vorlegen, damit wir die Linienführung festlegen können.“ Zu Hagenguths Einwurf erklärte der Rathauschef, dass die untere Naturschutzbehörde in jedem Fall darauf hingewiesen habe, dass das FFH-Gebiet berührt wird. Die Verträglichkeitsprüfung müsse unabhängig vom Standort der Brücke durchgeführt werden. Geprüft werde dabei ein Korridor zwischen der B471-Brücke und einem Standort, der rund 20 Meter davon abgerückt ist.

Hagenguths Antrag, die alte Planung weiter zu verfolgen, wurde vom Gremium mit 4:11 Stimmen abgelehnt. Stattdessen gaben die Räte mit 12:2 Stimmen die Verträglichkeitsprüfung und eine Entwurfsplanung für die Brücke in Auftrag. Doch Hagenguth war sauer. Daher verweigerte er die Abstimmung – obwohl eine Enthaltung laut Geschäftsordnung des Gemeinderats nicht möglich ist.

von Andreas Daschner

Rubriklistenbild: © Symbolfoto: picture alliance/ dpa

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