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Kindertagesstätte

Grafrath

Kita-Neubau: Jetzt müssen die Eltern zahlen

Grafrath – Eltern, die ihr Kind im Waldorfkindergarten Marthashofen betreuen lassen, müssen ab September tiefer in die Tasche greifen – es sei denn, sie wohnen in Grafrath oder Moorenweis. Das macht Trägerverein und Eltern sauer.

Für die Kinder aus allen anderen Gemeinden steigen die Gebühren zum Beginn des neuen Kindergartenjahres um 15 Euro im Monat. Hintergrund der Erhöhung ist, dass alle Gemeinden außer Grafrath und Moorenweis sich geweigert haben, einen Investitionskostenzuschuss für den geplanten Kindergartenneubau zu zahlen.

Das 2,8-Millionen-Projekt wird zu einem Teil vom Trägerverein finanziert, außerdem gibt es staatliche Zuschüsse. Einen Rest von 900 000 Euro hätten all diejenigen Kommunen gemeinsam aufbringen sollen, aus denen Kinder die Einrichtung besuchen. Neben Grafrath, dem Standort des Kindergartens, sind das Fürstenfeldbruck, Schöngeising, Türkenfeld, Kottgeisering, Moorenweis und Wörthsee (Landkreis Starnberg).

Man ging von rund 10 000 Euro pro anerkanntem Betreuungsplatz aus. Die Kreisstadt hätte beispielsweise gut 100 000 Euro aufbringen müssen, da im Durchschnitt zehn Brucker Kinder in Marthashofen betreut werden. Doch bis auf Moorenweis, dessen Anteil bei 93 000 Euro liegt, winkten alle Kommunen ab. Grafrath muss nun entsprechend mehr berappen – und finanziert somit ein Gebäude nicht nur für die eigenen, sondern auch für auswärtige Kinder.

„Das Delta, das sich da auftut, spiegelt sich in der Gebührenerhöhung wider“, sagt Grafraths Bürgermeister Markus Kennerknecht. Denn irgendwie müsse die Lücke ja ausgeglichen werden. „Diejenigen, die sich beteiligen, müssen besser gestellt werden als die, die nichts bezahlen.“

Grafrath unterbreitete dem Trägerverein den Vorschlag für die teilweise Gebührenerhöhung, und der fiel dort auf fruchtbaren Boden. „Es wäre ja einfach ungerecht, das nicht zu tun“, sagt Günter Kaul, der beim Trägerverein für den Neubau zuständig ist. Er ärgert sich über die Weigerung der Kommunen, ihren Teil zum Neubau beizutragen. „Diese Gemeinderäte können nicht überörtlich denken. Wir sind total sauer, die Eltern noch mehr als der Vorstand.“

Claudia Kuhles, Geschäftsführerin des Trägervereins, verweist darauf, dass gerade Familien von außerhalb Grafraths den Kindergarten Marthashofen ganz bewusst aussuchen. „Diese Eltern haben ein starkes Interesse an der Waldorf-Pädagogik.“ Dafür müssen sie künftig im Jahr 150 Euro mehr ausgeben – pro Kind. „Manche Familien werden dadurch stark belastet“, berichtet ein Vater aus Bruck.

An den Gastkinderbeiträgen, die die Kommunen zahlen müssen, kann der Kindergarten übrigens nicht drehen. Dieser berechnet sich aus einem Grundbetrag, dem Betreuungsfaktor und der Buchungszeit. „Die Gemeinden kann der Trägerverein nicht zwingen, mehr zu zahlen“, erklärt der Moorenweiser Kämmerer Gerhard Rieß. „Aber bei den Eltern kann er natürlich ansetzen.“ (os)

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