Amperquerung

Kleine Brückenlösung wird großes Problem

Grafrath - Der Bau der seit Jahren diskutierten Fuß- und Radbrücke über die Amper im Bereich der Bundesstraße birgt mehr Probleme als gedacht.

War es in den vergangenen Jahren die finanzielle Situation der Gemeinde, die das Projekt ausgebremst hat, sind es nun Naturschutz und Grundeigentum. Eigentlich sollte die Brücke in direkter Verlängerung zum Birkenweg auf der anderen Seite der Hauptstraße errichtet und der Weg anschließend durch den Klostergarten weitergeführt werden. Doch beides wird nach derzeitigem Stand schwierig.

Wie der parteifreie Bürgermeister Markus Kennerknecht jetzt im Gemeinderat erklärte, waren bereits Voruntersuchungen im Gange. Im Bereich des Auwalds wurden die erforderlichen Bodenproben aber nicht genehmigt. „Die Untere Naturschutzbehörde hat dem mit Verweis auf das dortige FFH-Gebiet widersprochen“, sagte der Rathauschef. Und auch eine Fortführung des Weges über das Klosterareal ist wohl nicht möglich. Der Freistaat Bayern habe als Eigentümer des Grundstücks erklärt, dass die Nutzung des Klostergartens nicht in Betracht kommt.

Allenfalls für eine Umfahrung am äußeren Rand des Gartens könne sich der Staat Grundabtretungen vorstellen, so Kennerknecht. „Dazu muss der Weg aber deutlich verschwenkt werden“, erläuterte Peter Kaifler (Grüne), der sich im Vorfeld der Sitzung intensiv mit dem Projekt beschäftigt hatte. Altbürgermeister Hartwig Hagenguth (BfG) wunderte sich zwar, dass es plötzlich Probleme mit dem Naturschutz gibt: „Die Planung aus dem Jahr 2007 lag näher an der B471-Brücke und ist laut Landratsamt unproblematisch.“

Sowohl Kennerknecht als auch Kaifler erinnerten jedoch daran, dass der Bauausschuss bewusst weiter von der Autobrücke abgerückt ist, um besagte direkte Wegeverbindung vom Birkenweg zum Klostergarten zu bekommen. Die Fußgänger- und Radfahrerbrücke direkt an der B 471 zu errichten, ist laut Kaifler nicht sinnvoll, da man den Weg dann Richtung Klosterunterführung an der B 471 verschmälern müsste. Dadurch würde man eine gefährliche Situation schaffen, obwohl man durch die neue Brücke doch eigentlich für mehr Verkehrssicherheit sorgen wolle. Eine Erweiterung des dortigen Torbogens sei laut staatlichem Bauamt auch nicht möglich, so Kennerknecht.

Nach Ansicht von Benedikt Fischer (CSU) mache es erst Sinn, über die genaue Position der Brücke zu diskutieren, wenn die Anbindung an das Kloster geklärt sei. Lediglich als Notlösung betrachtet der Gemeinderat die Möglichkeit, die Brücke auf der Seite der Klosterkirche zu errichten. „Dort wird sie von den Fußgängern wohl nicht angenommen“, befürchtet Kaifler. Kennerknecht will diese Variante deshalb nur am Rande weiterverfolgen, falls sich die Brücke auf Klosterseite nicht realisieren lässt. Diese Möglichkeit will der Rathauschef aber in Gesprächen mit dem Freistaat und den Franziskaner-Mönchen, die das Areal gemietet haben, noch einmal erläutern.

von Andreas Daschner

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