Man muss mit der Zeit gehen: Im Biergarten des Emmeringer Lokals „Alter Wirt“ hat Goran Jokic den Internetzugang installiert. Foto: weber

Freies Netz

Gratis-WLAN zum Freiluft-Bier

Fürstenfeldbruck - Bald kann man das Feierabendbier wieder unterm Kastanienbaum trinken. Mit den ersten warmen Sonnenstrahlen öffneten die Biergärten im Landkreis. In vielen gibt es – dem Trend der Zeit folgend – WLAN. Nicht alle Wirte sind darüber restlos glücklich.

Der „Alte Wirt“ in Emmering hatte heuer bereits im Februar das erste Mal auf. „Da hatte es einen Tag lang mal um die 20 Grad“, erinnert sich Pächter Goran Jokic. Schon Tage davor hatte er die Wiese gemäht, Tische und Stühle geputzt und neue Spielautos auf den Spielplatz gestellt. Sein Garten, so meint Jokic, sei im Landkreis oft als erstes geöffnet. Sein WLAN ist verschlüsselt, Gäste bekommen den Zugangscode. Dass er WLAN im Biergarten hat, kommentiert Jokic so: „Ich führe zwar eine alte und traditionsreiche Wirtschaft. Aber ich gehe mit der Zeit.“

Schon geöffnet hat auch der Garten des Bräustüberls in Maisach. Seitdem sitzen die Stammgäste beinahe täglich unter den großen Kastanienbäumen, wie Eigentümer Harry Faul erzählt. Die eigene Brotzeit darf bei ihm mitgebracht werden. Ganz wie das in der Bayerischen Biergartenverordnung steht. Getränke müssen allerdings grundsätzlich bei der Bedienung oder am Ausschank bestellt werden.

Eines gibt es im Biergarten des Bräustüberl nicht, nämlich einen Zugang zum mobilen Internet. Das Gaststätten-WLAN reicht nicht soweit. Und da noch niemand nach WLAN in seinem Biergarten gefragt habe, habe er bisher nicht aufgerüstet, sagt Harry Faul. Kein oder eher noch kein WLAN gibt es auch im Fürstenfelder in Bruck und im Bilasmeister in Egenhofen

Viele andere Gastronomen dagegen haben sich mittlerweile umgestellt. Sie bieten freies WLAN im Biergarten an, oder geben nach Anfrage zumindest die Zugangsdaten heraus. Im „Brauhaus Bruck“ zum Beispiel können Gäste seit zwei Jahren auch im Biergarten im Netz surfen. „Es gab einige Nachfragen von Gästen“, erzählt Inhaber Johannes Sattlegger.

Für das Lokal und die Terrasse habe er sich daraufhin einen Verstärker geholt. „Im Biergarten reicht es vielleicht nicht bis zu den hintersten Plätzen, aber es geht.“ Wichtig ist ihm aber, dass Besucher nach dem WLAN-Code fragen müssen. Schließlich höre man immer wieder von Missbrauchsfällen. „Wie das rechtlich ist, ist dann die Frage.“

Ganz andere Risiken sieht „Dampfschiff“-Chefin Sandra Braun aus Grafrath. Auch bei ihr gibt es die Zugangsdaten nur auf Anfrage. Seitdem beobachtet die 35-Jährige immer öfter, dass die Leute selbst im Biergarten nicht mehr miteinander reden. „Erst kürzlich war eine Fünfer-Gruppe da. Da haben alle ins Handy geschaut und ihren Standort auf Facebook gepostet.“ Am Tisch blieb es derweil still.

Ähnliche Situationen hat auch Thomas Braumiller schon erlebt. Er betreibt in Schöngeising den Gasthof „Zum Unter’n Wirt“. Kürzlich sei eine Gruppe junger Leute zu Gast gewesen. „Alle haben sie ins Handy geschaut. Nur eine hatte ihres traurigerweise vergessen. Die saß dann ganz alleine da.“

Um diesen gesellschaftlichen Trend nicht auch noch zu unterstützen, gibt’s bei Braumiller bisher kein WLAN. Doch in anderen Dingen geht man auch beim Unter’n Wirt mit der Zeit: Braumiller hat mittlerweile Low Carb Kost im Programm, also kohlenhydratarme Mahlzeiten. Das Fitness-Steak etwa: Pute auf Saisonsalat. Und auch beim Bier werde die abgespeckte Variante immer beliebter. „Wir sind gar kein richtiger Biergarten mehr“, witzelt der 47-Jährige. „Eher ein Bier- und Schorlegarten.“

Denn: Wer mit dem Auto oder Fahrrad unterwegs sei, greife lieber zum alkoholfreien Weißbier, Radler oder gar zum alkoholfreien Russ. Das sei isotonischer und weniger promillehaltig. Denn da spielt ja noch ein anderer Faktor mit, wie Sandra Braun vom Grafrather Lokal Dampfschiff erklärt: „Es wird natürlich auch mehr kontrolliert, als noch vor 20 Jahren.“

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