Die Ährenfeldschule ist derzeit die einzige Grundschule in Gröbenzell mit Ganztagsangebot. Dafür muss die Anlage noch erweitert werden. Dazu soll der noch nicht renovierte Bereich (weiß) abgerissen und neu gebaut werden. Foto: Weber

Vier Jahre nach dem Schulstreit

183 ABC-Schützen fiebern Schulstart entgegen

Gröbenzell – Viele Gröbenzeller Kinder blicken nervös dem 13. September, ihrem ersten Schultag, entgegen. 183 Erstklässler sind angemeldet. Sie werden auf acht Klassen in den drei Grundschulen aufgeteilt. Erst vor vier Jahren war ein Streit um die Schullandschaft entbrannt – auch weil geringere Schülerzahlen prognostiziert worden waren.

Vor zehn Jahren hatte das bayerische Kultusministerium beschlossen, gebundene Ganztagsklassen in den Grundschulen einzuführen. In der Gröbenbachgemeinde hat es allerdings bis zum Schuljahr 2013/14 gedauert, ehe an der Ährenfeldschule erstmals eine Ganztagsklasse eingerichtet wurde. Und das, obwohl bereits viel früher, nämlich 2008, vom damals zuständigen Ausschuss des Gemeinderates ein entsprechender Beschluss gefasst worden war.

Ernsthaft Sorgen um die Verwirklichung des Ganztags-Projekts musste man sich 2012 machen. Da entbrannte in der Gartenstadt eine heftige Diskussion um die Grundschullandschaft, an der sich nicht nur Verwaltung und Gemeinderat, sondern auch die Schulleitungen, Elternbeiräte und Eltern beteiligten. Es wurde so heftig gestritten, dass für kurze Zeit sogar ein Bürgerentscheid im Raum stand.

Kernpunkt des Streites war die Frage um die Zukunft der Bernhard-Rößner-Schule. Durch Schulsprengeländerungen wollte man die Schülerzahlen an den drei Grundschulen so neu ordnen, dass die Ährenfeldschule und die Gröbenbachschule problemlos zu Ganztagsschulen ausgebaut hätten werden können. Dies wäre aber zu Lasten der Schule an der Bernhard-Rößner-Straße gegangen. Kurzzeitig war sogar von der Schließung des Schulstandorts die Rede, dann sollte die die Rößner-Schule zur Dependance der Ährenfeldschule werden, sprich von dieser mitverwaltet werden.

Denn angesichts der prognostizierten Schülerzahlen – damals waren nur 166 ABC-Schützen für das Jahr 2016/17 vorhergesagt worden – bezweifelten Experten, dass die zweizügige Bernhard-Rößner-Schule eigenständig bleiben könnte. Doch der Widerstand in der Bevölkerung war am Ende so groß, dass die Schule ihre Selbstständigkeit behielt. Und die Schülerzahlen geben den Kämfpern für den Erhalt des status quo recht. Sie wird bis heute von so vielen Schülern besucht, dass sie weiterhin zweizügig geführt werden kann. Für das kommende Schuljahr wird es nach derzeitigem Stand zwei Klassen geben, eine mit 22, die andere mit 24 Schülern.

21 Kinder aus dem Ort haben sich für die Ganztagsklasse an der Ährenfeldschule angemeldet. Das sind deutlich weniger Schüler, als man auf Grundlage einer Eltern-Umfrage von 2012 angenommen hat. Damals hatten elf Eltern erklärt, sie würden ihr Kind sicher in einer Ganztagsklasse anmelden, und 25 weitere ein ernsthaftes Interesse daran bekundet.

In diesem Schuljahr wird es an der Ährenfeldschule nun jeweils eine Ganztagsklasse in den Jahrgangsstufen 1, 2 und 3 geben. Da eine Ganztagsbeschulung mehr Raum beansprucht, wird an der Ährenfeldschule noch gebaut werden müssen. Voraussichtlich im Sommer kommenden Jahres soll mit dem Ausbau begonnen werden. Der nicht renovierte Teil der Schule soll abgerissen und neu aufgebaut werden. Wie dies genau aussehen wird, steht derzeit noch nicht fest. Im Herbst 2018 soll die Baumaßnahme aber beendet sein, kündigt Bürgermeister Martin Schäfer an.

Auch in der Gröbenbachschule wird gebaut. Im Herbst werden die Außenanlagen instand gesetzt. Auch die Gröbenbachschule könnte eines Tages Ganztagsklassen anbieten, wenn alle vier Klassenstufen dreizügig werden. Ab diesem Schuljahr ist dies bereits in drei Jahrgangsstufen der Fall. (sus)

Schulweghelfer gesucht

Zum Schuljahresende 2015/16 sind einige Schulweghelfer ausgeschieden. Die Gemeinde sucht deshalb für das anstehende Schuljahr engagierte Bürger, die den Schulweghelferdienst in den Bereichen Augsburger Straße/Alpenstraße, Augsburger/Kirchenstraße, Kirchenstraße, Bahnhof-/Birkenstraße, Eschenrieder/Farmerstraße sowie Bahnhofstraße/Weiherweg unterstützen.

Aufgabe eines Schulweghelfers ist es laut Rathausverwaltung, die Kinder vom unachtsamen Überschreiten der Fahrbahn abzuhalten und das gemeinsame Überqueren der Straße zu sichern. Zudem sollen sie die besonderen Sorgfaltspflichten der Verkehrsteilnehmer gegenüber den Kindern verdeutlichen. Gesucht werden Bürger, die einmal pro Woche eine halbe Stunde oder öfter Zeit für dieses Ehrenamt haben.

Die Helfer werden von Vertretern der Polizeiinspektion Gröbenzell in die Tätigkeit eingewiesen. Die Gemeinde stellt die Ausrüstung zur Verfügung, übernimmt die Versicherung und vergütet die Tätigkeit mit drei Euro je geleistetem Einsatz. Bei Interesse kann man sich mit Gemeindemitarbeiterin Andrea Sohn, Telefon (0 81 42) 5 05 93 oder E-Mail: andrea.sohn@groebenzell.de, in Verbindung setzen

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