In Gröbenzell

Auch Pfadfinder dürfen nicht mehr aufs Bogenschützen-Areal

Gröbenzell – Nicht nur die Bogenschützen können das Gelände westlich des Fischerwegs nicht mehr nutzen. Auch die Gröbenzeller Pfadfinder dürfen dort nicht mehr hin – und sind entsprechend traurig. Denn auch sie sind von der einstweiligen Verfügung betroffen, die eine Anwohnerin mit Hilfe des Olchinger Rechtsanwalts Ewald Zachmann erwirkt hat. Sie fühlte sich durch die Bogenschützen gestört.

Die rechtliche Grundlage für die Verfügung ist die Tatsache, dass das Areal im Flächennutzungsplan der Gemeinde nicht für Sportaktivitäten vorgesehen ist. Das Gelände ist in dem Plan ein weißer Fleck.

Die St.-Georgs-Pfadfinder nutzen nicht das ganze gemeindliche Grundstück am Fischerweg westlich des Ascherbaches, sondern nur einen Teilbereich. Seit 15 Jahren steht ihnen das Areal zur Verfügung, sagt Michael Röhrl, Vize-Vorsitzender der Pfadfinder. Die Anwohnerin, die die einstweilige Verfügung erwirkt hat, habe sich niemals bei ihnen beschwert.

Lediglich ein Anwohner des Fischerwegs habe sich einmal wegen parkender Autos vor seinem Grundstück beklagt. Doch dieses Problem konnte gelöst werden, keiner der Pfadfinder stellte dort mehr sein Fahrzeug ab. „Wir kommen sowieso selten mit dem Auto“, betont Röhrl. Die meisten kämen mit dem Radl zum Fischerweg.

In der Regel seien es auch Gruppen mit Kindern, die sich dort träfen. Sie spielen dort und machen hin und wieder Lagerfeuer. Dafür werde aber eine Feuerschale benutzt, so Röhrl. Und laut sei man auch nicht. In diesem Jahr gab es aber auf dem Areal einmal eine größere Party. Als die Pfadfinder im Frühling ihr 70-jähriges Bestehen feierten, wurde gemeinsam mit Ehemaligen dort gegrillt.

Heimatlos sind die Pfadfinder wegen der einstweiligen Verfügung nicht geworden. Sie können nach wie vor im katholischen Jugendheim oder auf dem Areal davor ihre Gruppenstunden abhalten. Auch die Wiese neben dem katholischen Kindergarten darf von ihnen genutzt werden. Sie hoffen allerdings darauf, eines Tages wieder an den Fischerweg zurückkehren zu können. Eine Hoffnung, die nicht aussichtslos ist.

Zum einen hat die Gemeinde Einspruch gegen die einstweilige Verfügung eingelegt. Darüber wird voraussichtlich am 9. September ein Gericht entscheiden. Zum anderen hat der Gemeinderat beschlossen, sämtliche notwendige planungs- und genehmigungsrechtliche Maßnahmen in die Wege zu leiten, dass sowohl die Bogenschützen, als auch andere Gruppen die Grundstücke in Zukunft wieder nutzen können.

Die Pfadfinder hoffen aber auch auf eine gütliche Einigung. „Wir sind nicht auf Konfrontationskurs“, betont Röhrl. Gespräche mit der sich beklagenden Anwohnerin habe es allerdings noch keine gegeben, räumt er ein.  

susanne schwind

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