Im Kampf um den Ball gibt Sebastian Zach (r.) von der Inklusionsmannschaft des SC Gröbenzell alles. 

Zehn Jahre Inklusionsmannschaft beim SC Gröbenzell

Beim Kicken gibt’s kein Handicap

Gröbenzell - Inklusion durch Fußball: Dass das gelingen kann, beweist der 1. SC Gröbenzell seit nunmehr zehn Jahren – und als einziger Verein im Landkreis. Zum Jubiläum veranstaltete der Club ein großes Turnier. Und noch ein weiteres Ereignis sorgte für Jubel: Die Mannschaft hat die Mini-EM in der Allianz Arena gewonnen.

Christian Mausbach trainiert die Inklusionsmannschaft. 

Der Rasen ist frisch gemäht, der Ball liegt bereit, knisternde Spannung am Spielfeldrand. Dann endlich laufen die Kicker ein. Insgesamt nehmen am Fußballturnier 15 Mannschaften in drei Gruppen teil. Und alle haben das selbe Ziel: Am Ende als Sieger vom Platz zu gehen.

Den Pokal nahmen dann allerdings nicht die Spieler des SC Gröbenzell, sondern die Sturmkicker des SC Niederroth mit. Macht nichts, denn schließlich steht der Spaß am Spiel im Vordergrund. „Und vor allem zeigt der Club, dass es im Fußball keine Rolle spielt, ob jemand ein Handicap hat oder nicht“, erklärt Trainer Christian Mausbach.

Denn das Team, das er coacht, ist eine Fußball-Inklusionsmannschaft, angesiedelt beim 1. SC Gröbenzell. Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit gesundheitlicher Beeinträchtigung wird hier die Chance gegeben, aktiv am Vereinsleben teilzunehmen.

Im Sommer 2006 wurde das Projekt ins Leben gerufen. Seit sechs Jahren ist Mausbach (54) zusammen mit einem anderen Familienvater Trainer der Mannschaft. Anfangs mit drei, inzwischen mit etwa 20 Spielern. Mausbach, dessen Sohn an einem Herzfehler leidet und auch in der Mannschaft spielt, sagt: „Der 1. SC Gröbenzell ist ein echter Vorreiter in Sachen Inklusion.“

Zum zehnten Jahrestag der Mannschaftsgründung wurde ein großes Turnier veranstaltet, um der Feierlichkeit den gewissen Rahmen zu geben. Selbst Teams aus der Schweiz waren zu diesem Ereignis gekommen. Auch wenn der  SC Gröbenzell den Wettbewerb nicht gewinnen konnte, so wurde doch eindrucksvoll bewiesen, dass „gerade Gemeinschaft und das Zusammengehörigkeitsgefühl den Inklusionsfußball ausmachen“, sagt Bernhard Slawinkski, der Kreisvorsitzende des Bayerischen Fußballvereins.

Inzwischen gibt es im Freistaat 19 Vereine, die eine Inklusionsmannschaft besitzen. Acht davon allein im Großraum München. Im Landkreis Fürstenfeldbruck ist das Unterfangen des 1. SC Gröbenzell nach wie vor einzigartig. Die meisten Spieler im Alter von zwölf bis 34 Jahren kommen aus Puchheim, Olching und Gröbenzell. „Wir sind aber jederzeit über weiteren Zuwachs – egal woher – glücklich“, so Mausbach.

Denn schließlich nimmt der Verein auch an anderen Großveranstaltungen teil: Ende Mai gewann das Team die „Mini-EM“, ein Turnier in der Münchner Allianz Arena. Dabei mussten sich die Gröbenzeller Kicker gegen 23 andere Inklusionsmannschaften durchsetzen. „Wir hoffen, dass das kein einmaliges Ereignis war und dass das Turnier nächstes Jahr wieder stattfindet“, sagt Mausbach.

von  Matthias Kast 

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