In Gröbenzell

Gemeinde beharrt weiterhin auf kleinen Asyl-Unterkünften

Gröbenzell – Mitte des Monats hatte das Landratsamt mitgeteilt, dass es auf dem Grundstück der Gemeinde an der Kreuzung Zweig-/Augsburger Straße eine zweigeschossige Containeranlage für 64 Asylbewerber errichten will. Einem Bauantrag zu einer Anlage in der Zweigstraße hatte der Ferienausschuss im August bereits sein Einvernehmen erteilt. Die Ankündigung des Landratsamtes hat nun aber so manchen Bürger aufgeschreckt.

Eine Anwohnerin der Zweigstraße, Elisabeth Wirth, beklagte im Gemeinderat, dass beim Bau einer Massenunterkunft für 64 Personen Bäume und Sträucher gefällt werden müssten und keine freie Fläche mehr übrig bleibe. Auch mehrere Gemeinderäte stellten klar: „Wir wollen dezentrale kleinteilige Unterkünfte.“ Zudem stieß die Ankündigung des Landratsamtes, Container aufstellen zu wollen, auf wenig Gegenliebe. „Die teuerste Unterbringung ist in Containern“, kritisierte etwa Peter Falk (SPD). „Feste Bauten sind zukunftsfähiger“, stand auch für Thomas Breitenfellner (CSU) fest. Diese sollten möglichst in Massivholzständerbauweise errichtet werden. Denn derartige Bauten könnten, falls sie eines Tages nicht mehr von Flüchtlingen benötigt werden, von anderen Personen bewohnt werden.

Mit Mehrheit stimmte der Gemeinderat dann dem Antrag der Grünen zu, große Unterkünfte sollen nicht entstehen, feste Bauten in Massivholzbauweise sind Containern vorzuziehen. Zudem solle der Verkehrswert des Grundstücks an der Zweigstraße ermittelt werden, um auf dessen Grundlage den Pachtpreis für das Areal festzulegen. Allerdings betonte Breitenfellner, dass er findet, dass das Grundstück Zweigstraße für eine solche Unterkunft nicht geeignet ist. Manch einer der Räte aber lehnte den Antrag ab, denn Bürgermeister Martin Schäfer, der die Sitzung am Donnerstag vor seinem Schlaganfall leitete, war überzeugt, dieser könnte sich erübrigen. Er geht davon aus, die Unterbringungsmöglichkeiten, die das Landratsamt schaffen wolle, seien gar nicht notwendig. Denn in Gröbenzell leben derzeit 104 Flüchtlinge, 43 davon aber seien Fehlbeleger. Sie seien bereits anerkannt und müssten die Unterkünfte eigentlich verlassen.

Er war sich sicher, für diese 43 Fehlbeleger andere Wohnmöglichkeiten finden zu können, sodass diese 43 Plätze dann zur Verfügung stünden. „Und die restlichen 20 werde ich auch noch schaffen“, fügte er hinzu. Dazu will er in Kürze mit Landrat Thomas Karmasin ein Gespräch führen.(sus)

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