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Ein Mann und sein Auto: Aljoscha mit Jeep Oskar. Die beiden tragen das Kennzeichen FFB durch ihre Reise hinaus in die Welt. 

In einem Jahr nach Australien

Gröbenzeller Globetrotter auf großer Fahrt

Gröbenzell/Darwin – Er hat seinen ganzen Mut zusammen genommen und lebt nun seinen großen Traum: Gemeinsam mit seinem Jeep Oskar hat sich Aljoscha Gleser (25) von Gröbenzell aus auf Weltreise aufgemacht. Das Ziel: Darwin in Australien.

Bereits als Kind ist Aljoscha Gleser viel gereist. Mit seinen Eltern war er in etwa 50 Ländern und auf fast allen Kontinenten unterwegs. Eine dieser Reisen hat den heute 25-jährigen Fotografen besonders nachhaltig beeindruckt. „Wir sind mit der Transsibirischen Eisenbahn von St. Petersburg nach Peking gefahren und haben Halt in der Mongolei gemacht“, erzählt er. Die Familie ist ein paar Tage geblieben und mit Pferdekarren durchs Land gezogen. So ist Gleser die Idee gekommen, einmal mit einem solchen Karren die ganze Mongolei zu erkunden. Doch als er seinem Gastgeber davon erzählte, wurde ihm gesagt, dass bei den Mongolen Rinder und Pferde als Hausrat gelten. Sie seien aber Teil der Familie. Man könne die Tiere zwar kaufen, allerdings kehrten sie, wenn sie sich befreien könnten und weit genug gelaufen wären, zu ihren Familien zurück. Und am Ende stünde der Tourist ohne Pferd da.

Diese Erzählung änderte zwar nichts an Glesers Idee, einmal eine Weltreise zu unternehmen. Allerdings wollte er das mit einem anderen, hoffentlich beständigeren Weggefährten tun. Irgendwann stieß er dann auf einen 34 Jahre alten Toyota Landcruiser. Er machte ihn fit, taufte ihn Oskar – und los ging’s. Im Juni machten sich die beiden von Gröbenzell auf ins Abenteuer. Das Ziel: Darwin in Australien.

Mit seinem Geländewagen Oskar fährt der 25-Jährige durch ausgespülte Feldwege. Er schlägt sein Zelt an einsamen Stränden auf. „Hotels sehen überall gleich aus, und die Menschen dort wiederholen sich nur“, sagt Gleser. Wenn man so reist wie er, dann lerne man ganz andere Menschen kennen. Einheimische, die einen spontan zum Essen oder zum Tee einladen. Diese zwischenmenschlichen Kontakte hat er schon in den ersten Etappen seiner Reise kennenlernen dürfen.

Damit Rücken und Po bei den Schlaglöchern und Huckelpisten nicht all zu sehr schmerzen, legt der Globetrotter genügend Pausen ein. Zwar haben sich einige Bekannte bereit erklärt, ihn streckenweise zu begleiten, doch darauf kann und will er sich nicht verlassen. „Wer wirklich dazukommt, das werde ich auf der Reise sehen“, so Gleser. Zwischendurch, in ihren Semesterferien, begleitet ihn dann seine Freundin. Für weitere Anhalter, die ihn am Lenkrad ablösen könnten, sei im Oskar-Zweisitzer eh kein Platz. Als er alleine durch Ungarn fuhr, sammelte er zwar einen Tramper auf, doch: „Der ist nach zehn Minuten Fahrt eingeschlafen.“

Der Gröbenzeller will seinen Trip bewusst erleben: „Beim Reisen über Land liegt der Reiz auch darin, ein Gefühl für die zurückgelegte Strecke zu bekommen“, erklärt er. Statt einfach in München in den Flieger zu steigen und in Istanbul ein paar Stunden später wieder raus, brauchte er zwei Monate über Land für diese Distanz. Aber: „Wer will schon in einer Großstadt am Meeresstrand liegen, wenn er doch eine abgeschiedene Bucht für sich allein haben kann?“, so der 25-Jährige.

Bei Oskar, seinem Wegbegleiter, läuft derzeit noch alles rund. „Er hat ziemlich wenig Elektronik an sich, fast alles an ihm ist mechanisch, ohne Computersteuerung, Servolenkung, Klimaanlage oder andere moderne Spielereien“, sagt Gleser. Alle paar Tausend Kilometer macht er einen ausführlichen Fahrzeugcheck, wechselt das Fett der Lenkung oder das vom Fahrwerk und zieht tragende Schrauben nach. Und falls er doch wegen einer Panne in eine Werkstatt muss: „Ich habe ein Werkstattbuch für Oskars Modell dabei, außerdem habe ich schon selbst viel an ihm herumgeschraubt und weiß, wie er von innen aussieht.“

Wenn alles weiterhin so rund läuft, dann werden Aljoscha Gleser und Jeep Oskar Mitte Juni 2017 in Darwin ankommen. Und als Fotograf hat er jede Menge Zeit, tolle Fotos von seiner Weltreise zu schießen.

Diese und seine Erlebnisse hält Gleser in einem Blog, einer Art Tagebuch im Internet, fest. Dieser ist auf www.ajsadventure.de zu lesen. (akk)

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