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SPD besucht Inspektion

Gröbenzells Polizisten wollen mehr Personal und bessere Waffen

Gröbenzell – Da die Haushaltsberatungen im Landtag begonnen haben, waren Mitglieder der SPD-Fraktion in ganz Bayern unterwegs. Sie hörten sich die Nöte und Wünsche der Polizisten an, um diese gegebenenfalls in Anträge einfließen zu lassen. SPD-Landtagsabgeordneter Herbert Kränzlein hatte sich die Gröbenzeller Inspektion ausgesucht.

„Es ist Aufgabe der Politik, der Polizei Rückendeckung zu geben“, sagte Kränzlein. Und bei seinem Besuch erfuhr er von so manchem Mangel, den es zu beheben gelte. So fallen die Soll- und die Iststärke bei der Besetzung der Dienststelle weit auseinander. Eigentlich sollte die Gröbenzeller Inspektion mit 43 Beamten besetzt sein, tatsächlich sind es aber im Schnitt lediglich 34,9 Polizisten, die vor Ort sind. Wobei in Gröbenzell noch eine ganz besondere Situation herrsche, denn in der Dienststelle wird auch ausgebildet. Junge Beamte kommen, derzeit meist aus Unterfranken, bleiben zwei Jahre, und kehren, wenn sie Erfahrung gesammelt haben, in ihre Heimat zurück. Denn dort sind die Mieten günstiger.

Für Kränzlein steht daher fest: Das Personal muss deutlich verstärkt werden, man muss mehr ausbilden. Aber auch der Wohnungsbau für Staatsbedienstete muss ausgebaut werden. Dienststellenleiter Karlheinz Pangerl, wünscht sich nicht nur mehr Personal, sondern auch eine modernere Bewaffnung. Die Magazine der derzeitigen Pistolen sind für acht Schuss ausgelegt. Pangerl aber möchte Waffen mit 16 Schuss.

Doch Kränzlein erfuhr nicht nur Anliegen, die in den Zuständigkeitsbereich des Landtags fallen. Ihm fiel auch auf, in welch altem Gebäude die Polizisten arbeiten. „Fenster und Wärmedämmung sind in einem katastrophalen Zustand“, stellte er entsetzt fest. Es komme sogar zu Schimmelbildung in dem Haus, das der Gemeinde gehört. „Für die Gemeinde ist es nicht direkt ein Ruhmesblatt, so ein Gebäude nicht in Schuss zu halten“, kritisierte er.

Am Ende stellte Pangerl aber fest, was für ihn am wichtigsten ist. Denn trotz personeller Unterbesetzung und einer Bewaffnung, die nicht den modernsten Anforderungen entspricht, lebe man sicher in Gröbenzell und Puchheim. Und zwar sicherer als in Bayern allgemein. So waren 2015 in der Gemeinde am Gröbenbach lediglich 34 Straftaten je 1000 Einwohner registriert worden. Bayernweit lag die so genannte Häufigkeitszahl im vergangenen Jahr bei 63.

Kränzlein, der Bürgermeister in Puchheim war, zeigte sich umso mehr erfreut darüber, dass es die Gröbenzeller Inspektion noch gibt. Das sei nicht selbstverständlich. Denn eine Zeit lang sei zur Debatte gestanden, dass die Gröbenzeller mit der Olchinger Dienststelle zusammengelegt wird, erinnerte er sich. Sein Wunsch nach einer eigenen Puchheimer Inspektion sei aber immer unerfüllt geblieben. (sus)

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