Staatliches Bauamt informiert

Vorschau 2017: Das haben die Straßenbauer in der Region vor

Landkreis – Das Staatliche Bauamt Freising plant auch im Jahr 2017 einige Veränderungen respektive Neuerungen an den Straßen der Region. Es geht unter anderem um die Olchinger Südwest-Umfahrung, die B 471, um Ampeln und einen Kreisverkehr.

Mit der Olchinger Umfahrung würden die Straßenbauer gerne bald loslegen. Allerdings stehen noch nicht alle benötigten Grundstücke zur Verfügung, wie Alex Eder vom Bauamt am Mittwoch beim Straßenbau-Jahresgespräch im Landratsamt erklärte. Einige vom Trassenverlauf betroffene Landwirte hoffen darauf, ihren Grund gegen andere Flächen eintauschen zu können. Im Raum stehen dabei Flächen des Guts Roggenstein. Entsprechende Gespräche mit der Technischen Universität (TU), der das Gut gehört, seien am Laufen. Sprich: wer seinen Grund wegen der Umfahrung abgibt, könnte neuen in Roggenstein bekommen. In den Grundstückstausch sei jedenfalls Bewegung gekommen. Vorsichtige Prognose zum Baubeginn: Herbst 2017.

Auf jeden Fall heuer noch über die Bühne gehen soll die Erneuerung der Fahrbahn der B 471 zwischen Esting und Geiselbullach. Die genaue Terminierung sei witterungsbedingt und werde entsprechend bekannt gegeben, sagte Eder. Die Fahrbahnerneuerung – eine neue Deckschicht halte zwischen zehn und 15 Jahren – lohne sich trotz des bevorstehenden vierstreifigen Ausbaus. Denn er ist ja noch nicht einmal geplant, er genieße aber höchste Priorität – und es solle auch keine zehn Jahre dauern, bis er realisiert ist, wobei der Ausbau aber auch nicht in fünf Jahren zu machen sei. Sprich: unter fünf Jahren geht nix, genauere Prognosen will man im Amt nicht abgeben.

Für das Jahr 2017 geplant ist die Erneuerung der Lärmschutzwand an der B 471 bei Schöngeising. Die alte aus dem Jahr 1991 habe die zu erwartende Lebensdauer erreicht. Die Wand soll in Art und Umfang wie die alte sein.

Eine Ampel möchten die Straßenbauer an der Straße von Germering nach Planegg an der Einmündung der A 96 (Germering-Süd) errichten. Die Stelle gilt als Unfallschwerpunkt. Die Ampel soll mit der auf der nördlichen Seite abgestimmt werden.

Rund 2,5 Millionen Euro planen die Straßenbauer für die Neuerrichtung der Brucker Amperbrücke. Auch wenn die Ergebnisse der letzten Prüfung noch nicht vorliegen, bleibe die Erkenntnis, dass eine Sanierung nicht mehr in Frage kommt. Den Belangen des Denkmalschutzes werde natürlich Rechnung getragen, wie der zuständige Fachbereichsleiter Stefan Meier sagte. Ein Bauwerks-Entwurf werde gemacht, wobei man auf die Gestaltung der neuen Brücke großes Augenmerk legen werde. Wenn es Widerstände etwa aus der Stadt gebe, könne das Verfahren allerdings Jahre dauern, sagte Meier.

Die neue Brücke werde keine Tonnage-Beschränkung haben können und sie werde Verbesserungen für Radler und Fußgänger mit sich bringen (sie soll breiter sein als die aktuelle). Je nach Zustand der Brücke könne es passieren, dass die jetzt schon geltende Tonnagebeschränkung weiter nach unten definiert wird. „Das Bauwerk ist in einem schlechten Zustand. Das drängt uns zum Handeln.“

Beim geplanten Kreisverkehr an der B 2/Kaisersäule werde man eine Optimierungsschleife drehen, berichtete Eder außerdem. Hier hatten die Denkmalschützer Bedenken erhoben. Wie die Lösung genau aussehen wird, ist noch unklar.

Ebenfalls auf der Agenda: Der Ausbau der Verbindung zwischen Gröbenzell und Lochhausen. Hier stünden Gespräche noch mit der Stadt München an. Es bestehe aber die Hoffnung, dass 2017 die wegen des Verkehrs nötige Behelfsumfahrung entstehen könnte.

Entwidmung wieder auf Tapet 

Im Staatlichen Bauamt Freising ist bekannt, dass die von einigen Fraktionen in der Stadt Bruck vorgeschlagene Entwidmung der B 2 von ihrer Eigenschaft als Bundesstraße nochmal aufs Tapet kommen wird, obwohl das Bundesverkehrsministerium der Idee schon eine Absage erteilt hat. Konkret sei das Amt bislang aber noch nicht um eine Stellungnahme gebeten worden, sagte Bereichsleiter Meier beim Jahresgespräch auf Nachfrage. Allerdings bleibe das Amt bei seiner Einschätzung, wonach eine Entwidmung und nominelle Verlegung der B 2 auf andere bereits bestehende Straßen nicht machbar ist. Die Bedeutung der B2 für das gesamte Wegenetz habe sich nicht geändert, sagte Meier. 

War es nun aber ein Fehler, den Gedanken der Verlegung beim Bund anzusprechen und nicht beim Freistaat, wie geschehen und wie in Bruck kritisiert wird? Abwegig jedenfalls sei das nicht gewesen, sagte Meier. Denn der Bund werde immer mitreden, wenn es um eine Bundesstraße geht. Meier vergleicht den Weg zum Bund in diesem Fall mit einem Weg zum Chefchef und nicht nur zum Chef. Natürlich könne man formell weitere Schritte unternehmen. 

Wie in dem Zusammenhang deutlich wurde, liegen die Ergebnisse einer (bundesweit angelegten) Verkehrszählung aus dem Jahr 2015 noch nicht vor. Das sei schwer vermittelbar, sagte Meier. Freilich: Die Zählung hat nur Querschnitte (so viele Autos an dieser Stelle) untersucht und wird deshalb keine Aussagen etwa über Herkunft und Ziel des Verkehrs treffen können.

st

Rubriklistenbild: © dpa

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