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Ein Teil des Kester-Haeusler-Parks

Haeusler-Kinderhaus spaltet Stadtrat

Fürstenfeldbruck - Das Thema Kinderhaus im Kester-Haeusler-Park entzweit den Stadtrat immer mehr. In der jüngsten Sitzung sah es so aus, als würde die Planung gekippt. Die Stimmung zwischen den Vertretern im Rathaus ist angespannt.

Seit mittlerweile zwei Jahren laufen die Planungen zum sechsgruppigen Kinderhaus im Kester-Haeusler-Park an der Dachauer Straße. Doch immer mehr Stadträte zweifeln an der Idee, die vor allem auch OB Klaus Pleil 2014 forciert hatte. Dafür gibt es unterschiedliche Gründe. Am plakativsten: Es müssen Bäume gefällt werden. In diesen leben eventuell Fledermäuse. Problem Nummer zwei: Die Verkehrssituation an der Ein- und Ausfahrt an der Dachauer Straße ist nicht gerade komfortabel. Es ist eng und das Kinderhaus hat 111 Plätze. Wenn die Eltern ihre Kinder per Auto bringen, können bei weitem nicht alle in den Hof fahren. Einige Stadträte befürchten chaotische Zustände. Dazu kommt, dass die Anwohner des Karl-Trautmann-Wegs bereits über ihren Anwalt ankündigen ließen, eventuell zu klagen – weil die Zufahrt so nah an ihren Reihenhäusern liegt.

„Wir sind lange einen falschen Weg gegangen, jetzt wird es Zeit, umzukehren“, sagte Alexa Zierl (Grüne) nun im Stadtrat. Die vielfältigen Probleme hätten sie dazu bewogen, den erneuten Billigungsbeschluss abzulehnen. Stattdessen legte sie neue Zahlen vor, die sie selbst auf Grundlage unterschiedlicher Papiere ausgearbeitet hatte. Aus ihnen sollte klar werden, dass im Stadtgebiet, in dem der Park liegt, gar kein Kinderhaus nötig sei. „Wir brauchen die Einrichtungen beispielsweise im Westen, sonst fahren alle Eltern quer durch die Stadt zu ihren Kitas“, so Zierl. Dass nun neue Zahlen ausgegraben und die der Verwaltung ignoriert würden, erzürnte den amtierenden Bürgermeister Erich Raff (CSU) derart, dass er bereits vor der Sitzung klarstellte: „Das geht so nicht.“ Er bezweifelte, dass „wenn der OB hier sitzen würde, die Sache auch so hintertrieben worden wäre.“

Zierl, die selbst Kinder hat, allerdings sah sich im Recht. Sie schlug vor, alternativ das sowieso geplante Kinderhaus an der Senserbergstraße (siehe unten) um drei Krippengruppen zu erweitern. „Am besten wären je vier Gruppen.“ Finanzieren könne die Stadt alles durch Wohnungen im Obergeschoss. Michael Maurer, bei der Verwaltung für das Thema zuständig, und einige andere Stadträte wiesen darauf hin, dass die Zeit mehr als knapp ist. Maurer ging von einer Verzögerung um zwei Jahre aus, wenn man nun umplane. Das könne sich die Stadt angesichts der Rechtslage nicht leisten. Eigentlich sollte das Kinderhaus im Haeusler-Park 2017 eröffnen. Alternativen seien geprüft worden. „Aber was ist, wenn die Anwohner klagen?“, fragte Zierl. Auch das bedeute eine Verzögerung. Einen Kompromiss brachte Willi Dräxler (BBV) ins Spiel. Er forderte, die Bebauung im Park auf vier Gruppen (statt sechs) zu verkleinern. „Wenn wir das machen, stehen 2017 50 Kinder auf der Straße“ entgegnete Raff sichtlich angefressen. Christian Götz (BBV) wies außerdem darauf hin, dass einige der Bäume im Park sowieso krank seien und gefällt werden müssten.

Am Ende wurde der Vorschlag von Dräxler mit 11 (unter anderem Grüne) zu 24 (unter anderem CSU) Stimmen abgelehnt. 22 Stadträte sprachen sich dafür aus, die ursprüngliche Planung mit sechs Gruppen weiterzuverfolgen. Nun wird das Papier nochmal ausgelegt. Auch Bürger können sich äußern. Im Protokoll wurde außerdem festgehalten, dass geprüft werden soll, ob die Einrichtung an der Senserbergstraße vergrößert werden kann.

Das passiert an der Senserbergstraße:

An der Senserbergstraße in der Buchenau soll auf einem Areal, das der Kiener-Stiftung und der Stadt gehört, ein dreigruppiger Kindergarten neu gebaut werden. Die Verwaltung kann derzeit allerdings noch keinen zeitlichen Horizont nennen, da erst ein Vorgespräch mit der Stiftung zu dem Thema stattgefunden hat. Außerdem soll laut Beschluss aus dem Sozialausschuss vom Juli auf dem Areal am Buchenauer Platz 2, auf dem derzeit noch das alte Villa-Kunterbunt-Haus mit einer Kindergartengruppe steht, eine dreigruppige Kinderkrippe entstehen. Der Ablauf: Im Dezember werden auf dem Spielplatz am Buchenauer Platz Container aufgestellt. Diese kauft die Stadt für 305 000 Euro. In die Container ziehen zwei Kindergartengruppen als Erweiterung zur Villa Kunterbunt ein. Parallel dazu wird an der Senserbergstraße der dreigruppige Kindergarten errichtet. Wenn er fertig ist, ziehen dort die Kinder aus dem Container und dem Altbau ein. Das leere Haus wird abgerissen und an seiner Stelle entsteht die dreigruppige Krippe

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