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An solchen Dog-Stations können sich Hundebesitzer mit Plastiktüten ausrüsten.

Wir haben uns in den Gemeinden umgehört

Hundeklos: Nur teuer oder auch sinnvoll?

Landkreis – Hundetoiletten machen viel Arbeit. Bauhofmitarbeiter müssen Tüten nachfüllen, Mülleimer ausleeren und immer wieder nach dem Rechten sehen – obwohl nicht einmal alle Hundehalter das Angebot annehmen. Lohnt sich der Aufwand überhaupt?

Hundetoiletten gibt es in vielen Gemeinden. An den Stationen können sich Herrchen und Frauchen beim Gassigehen Tüten ziehen und die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner aufsammeln. Bei den Tütenspendern und auf häufig frequentierten Strecken stehen Papierkörbe für die Entsorgung.

Den Hundehaltern soll das Aufräumen dadurch leicht gemacht werden. Stadt und Land werden schöner und sauberer. So die Theorie.

Doch für die Gemeinden ist das mit großem Aufwand verbunden. Die Stadt Germering beispielsweise bezahlt für Beutel und Spender rund 4000 Euro im Jahr, etwa 500 000 Tüten werden an den 90 Stationen im Stadtgebiet verbraucht. Mit einem Fahrzeug kümmern sich die Bauhofmitarbeiter um die Versorgung der Hundeklos. Die stünden an den Hauptgassiwegen, erklärt Thomas Wieser von der Stadt. Der 56-Jährige ist mit seinen drei Hunden täglich unterwegs. „Überall stößt man in absehbarer Zeit auf die Spender.“

Ein Vierbeiner illustriertenlesend auf dem WC. Das gibt es natürlich nur in der Fotomontage. Im wahren Leben gehen Hund und Herrchen Gassi. Damit die Hinterlassenschaften dann nicht einfach liegen bleiben, stellen vielen Kommunen Dogstations bereit, zu deutsch Hundetoiletten. Dort können sich Hundebesitzer mit Plastiktüten versorgen.

Generell werde das Angebot gut angenommen. Aber immer noch gebe es uneinsichtige Hundehalter, die die Haufen auf den Gehwegen liegen lassen. Das ist zwar sogar in der Satzung der Stadt verboten und kann mit bis zu 500 Euro bestraft werden. Aber da müsste sich der Hundehalter schon auf frischer Tat ertappen lassen.

Die Gemeinde Maisach hat bereits 2005 im Rahmen einer Sparmaßnahme Konsequenzen gezogen und seither keine neuen Beutelspender mehr aufgestellt. Die existierenden werden weiterhin befüllt und entleert, aber wenn sie kaputt gehen – oder wie zuletzt durch Vandalismus beschädigt werden – montiert der Bauhof sie ersatzlos ab. Dafür können die Hundehalter die Beutel in jeden Abfalleimer werfen, nicht nur in die an den Stationen angebrachten. Teilweise wurden neue Körbe angeschafft.

Die Maisacher müssen die Kotbeutel also zunehmend selbst anschaffen – für Bürgermeister Hans Seidl selbstverständlich. „Jeder vernünftige Hundehalter nimmt die mit. Nur wer erwischt wird, wie er einen Haufen liegen lässt, schiebt als Ausrede fehlende Spender vor.“ Ansonsten gehe das Konzept gut auf.

Froh über die Hundetoiletten ist man auch in Althegnenberg, wie Bauhofmitarbeiter Anton Oswald berichtet. Als vor einigen Jahren die ersten der heute elf Stationen in Althegnenberg und Hörbach aufgestellt wurden, war er skeptisch. Jetzt sei die Gemeinde aber wesentlich sauberer als früher.

Ob das so bleiben würde, wenn die Stationen eingestellt würden? Oswald ist sich da nicht sicher. „Natürlich gibt es einige Hundebesitzer, die auf das Aufräumen achten. Aber wenn sie die Beutel wieder aus eigener Tasche bezahlen müssten, würden sie das vielleicht nicht mehr machen.“ Allerdings glaubt er an eine Art Erziehungseffekt: Wenn die Hundebesitzer daran gewöhnt sind, die Haufen aufzusammeln, machen sie eventuell auch weiter, wenn sie auf einmal wieder selbst für die Plastikbeutel sorgen müssen.

von Maria-Mercedes Hering

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