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Angelika Widmann mit schwerem Gerät.

Immer noch ein zu seltener Anblick

Mehr Frauen zur Feuerwehr!

Fürstenfeldbruck – Sie helfen, wenn es brennt: 2261 freiwillige Rettungskräfte sind landkreisweit für die Feuerwehr im Einsatz. Darunter nur 210 Frauen. Doch genau die werden dringend gebraucht. Deshalb hat der Kreisverband eine Kampagne gestartet. Das Motto: Frauen zur Feuerwehr!

Blonde Engelslocken, zierliche Statur, quirlige Art: Julia Lichti (38) aus Puchheim ist Erzieherin und Mutter dreier Kinder. In ihrer Freizeit rettet sie Leben. Seit Julia Lichti 19 Jahre alt ist, engagiert sie sich bei der Feuerwehr in Germering – dort hat sie früher gewohnt. Mit ihrer Schwester und dem Nachbarsjungen stellte sie sich 1997 zum ersten Mal den Kameraden vor. Und die waren von Anfang an dankbar für die weibliche Unterstützung. „Blöde Sprüche gab es nie“, sagt Julia Lichti.

Julia Lichti im Einsatz.

Nach einem Lehrgang und etwa einem halben Jahr Eingewöhnungszeit fuhr die Erzeiherin ihren ersten Einsatz. „Es war eine Ölspur, nichts Spektakuläres“, erinnert sie sich. Für immer im Gedächtnis bleiben wird ihr aber der erste schwere Verkehrsunfall. „Das war zwischen Geisenbrunn und Germering. Zum Glück musste ich nur die Autos umleiten.“ Schon damals merkte sie, dass es nach einem solchen Einsatz wichtig ist, anschließend über das Erlebte zu sprechen. „Stark ist nicht der, der schweigt. Sondern der, der redet.“

Heute ist die 38-Jährige Teil des so genannten PSNVE-Teams (Psychosoziale Notfallversorgung für Einsatzkräfte). „Wir kümmern uns um Kollegen, die einen belastenden Einsatz wie etwa einen schlimmen Unfall hinter sich haben“, erklärt die Puchheimerin. Als Frau, so sagt sie, findet sie oft einen anderen Zugang zu den Einsatzkräften als ihre drei männlichen Kollegen. „Und auch wenn bei einem Vorfall Kinder beteiligt sind, finden die zu den weiblichen Helfern oft schneller einen Draht.“

Das bestätigt Angelika Widmann (41) aus Neu-Esting. Sie schloss sich 1994 als erste von drei Frauen der Geiselbullacher Feuerwehr an. Mittlerweile ist sie seit elf Jahren Kreisfrauenbeauftragte, nimmt Prüfungen ab, kümmert sich um die Brandschutzerziehung in Kindergärten und Schulen. Außerdem ist sie Gruppenführerin, Löschmeisterin und hat die Ausbildung für den Umgang mit so genanntem Gefahrengut, sprich beispielsweise giftigen Stoffen.

Julia Lichti

Ganz nebenbei hat die Neu-Estingerin auch noch einen Job – sie ist Sachbearbeiterin beim Bayerischen Rundfunk. „Langweilig wird mir nicht“, sagt sie und lacht. Ohne die Aufgaben bei der Feuerwehr wäre Widmann nicht glücklich. „So kann ich mit meiner Freizeit etwas sozial Sinnvolles anfangen und der Gesellschaft etwas geben.“

Auch sie denkt, Feuerwehfrauen würden eine besondere Stellung einnehmen. „Wir sind manchmal etwas einfühlsamer, kommen schneller an die Betroffenen heran.“ Deshalb würden die weiblichen Kolleginnen etwa bei einem Unfall oft die Patienten betreuen. Generell aber können auch Frauen bei der Feuerwehr alles machen. Widmann und Lichti absolvierten etwa beide die Atemschutzausbildung, bei der man schweres Gerät tragen muss.

Doch Julia Lichti gibt zu: „Natürlich gibt es je nach Statur körperliche Grenzen und Dinge, bei denen sich die Männer leichter tun.“ Die Grundausbildung ist aber dieselbe wie bei den männlichen Kollegen. Schon nach einigen Monaten sind die Neulinge einsatzbereit.

Angelika Widmann

„Die Kameradschaft ist eines der schönsten Dinge an der Feuerwehr“, sagt Julia Lichti. Es gebe viele private Treffen, die Mannschaft sei ein großer Freundeskreis. Das Miteinander stehe an erster Stelle. Ihre Tochter Sarah (14) hat sich bereits der Truppe angeschlossen. Und auch Ehemann Alexander Lichti (44) ist mit Herz und Seele dabei. Wo sich der Kreisbrandmeister und seine Frau kennengelernt haben? Blöde Frage. Und auch Angelika Widmann hat nicht nur in der Feuerwehr, sondern auch in einem Feuerwehrmann ihre große Liebe gefunden.

Interessierte melden sich

beim Kommandanten der örtlichen Feuerwehr oder bei der jeweiligen Gemeinde-, beziehungsweise Stadtverwaltung. Mitmachen können Frauen und Männer ab 18 Jahren (in der Jugendgruppe ab zwölf Jahren). In 36 von 52 Landkreis-Feuerwehren helfen bereits Frauen mit.

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