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Willibaldritt: Aus Tradition immer dabei

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„Mittlerweile gehöre ich zum Inventar“: Paul Maier. © Peter Weber

Jesenwang - Mit knapp 180 Pferden und Ponys sind die Reiter und Kutscher am Sonntag zur 294. Auflage des Willibaldrittes in Jesenwang erschienen. Viele sind Stammgast der Traditionsveranstaltung. Auch Paul Maier: Er ist seit mehr als 30 Jahren dabei.

Wann genau er seine Premiere beim Willibaldritt feierte, weiß Paul Maier gar nicht mehr so genau. „Ich war vielleicht 22 Jahre alt“, sagt der heute 58-jährige gebürtige Mammendorfer, der mittlerweile in Esting lebt. Damals sei er mit dem Burschenverein Mammendorf mitgeritten. „Wir hatten uns für die Teilnahme entschieden, weil wir das Brauchtum hochhalten wollten. Und weil Jesenwang natürlich ein Nachbarort von Mammendorf ist.“

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Vor 15 Jahren: Paul Maier hat damals einen Wagen mit dem Abbild der Willibaldkirche begleitet. © privat
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Zum 294. Mal hat der Willibaldritt am heutigen Sonntag stattgefunden – wieder einmal war die Kulisse malerisch. © Peter Weber

Seitdem gehört der Traditionsritt, der einst als Dank für den Heiligen Willibald eingeführt wurde, weil er die Pferde vor einer großen Seuche bewahrt haben soll, zum festen Termin des Estingers. „Wenn man Ross-narrisch ist, dann ist das halt so“, sagt Maier und lacht. Lediglich zwei- oder dreimal habe er nicht dabei sein können. „Mittlerweile gehöre ich zum Inventar, glaube ich.“ Der Ritt – der einzige, bei dem die Pferde durch eine Kirche reiten – habe ihm immer gefallen. Und zwar so sehr, „dass ich mir dann selbst mal zwei Rösser gekauft habe“. Vor 24 Jahren heiratete Maier schließlich nach Esting auf den Hof seiner Frau Anneliese, wo der gelernte Schreiner beruflich umsattelte und zu einem Vollerwerbslandwirt mit vier Haflingern wurde. Auch aus dem Osten des Landkreises reiste er aber weiter jedes Jahr nach Jesenwang.

„Ich habe auch schon die Kutsche des Willibaldvereins mit einer Abbildung der Willibaldkirche drauf gefahren“, erzählt Maier. Und auch für die Brauerei Kaltenberg steuerte er schon ein Gespann. Eines ist in all den Jahren aber gleich geblieben: Trotz seines Umzugs nach Esting trägt Maier auch heute noch die Mammendorfer Tracht, wenn er auf den Kutschbock steigt.

eit einigen Jahren stellt er seine Kutsche den Mitgliedern des Jesenwanger Seniorenheims zur Verfügung, die bei den Vorbereitungen zum Ritt kräftig mithelfen. „Ich schmücke die Kutsche nicht selbst“, erzählt Maier. Das organisiere Elvira Zeh von den „Farbtupfern“, den ehrenamtlichen Helfern des Seniorenheims.

Zwei seiner vier Rösser spannt der Estinger jedes Jahr auf einem Hof gegenüber des Altenheims vor die Kutsche. Neben den Bewohnern und Mitarbeitern des Seniorenheims hat Maier ab und an auch Fahrgäste aus der Familie auf dem Kutschbock. „Meine Tochter Theresa war ein paar Mal dabei, auch mein Neffe Florian fährt manchmal mit.“Anfangs sei er immer alleine geritten. „Aber wenn man älter wird, hat man halt nicht mehr so viel Courage“, erzählt Maier mit einem Augenzwinkern. Am meisten freut sich der Estinger jedes Jahr auf das Treffen der Reiter und Kutscher unter dem Kastanienhain bei der Kirche. zum Abschluss des Ritts. „Man ratscht und tauscht sich aus – das ist immer sehr schön.“ Heuer wartete dort die von vielen ersehnte Abkühlung.

von Andreas Daschner

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