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Der Verkehrszähler: An langen Masten, die an Straßenlaternen befestigt waren, thronte am oberen Ende eine Kamera, die den Kleinen Stachus filmte

Bald kürzere Wartezeiten?

Jetzt doch: Stachus-Ampeln werden geprüft

Germering - Seit der Umgestaltung des Kleinen Stachus regen sich die Germeringer massiv über die Ampelschaltung an der Riesenkreuzung auf. Aus dem Rathaus hieß es stets, es gehe nicht anders. Jetzt wurde aber doch eine Firma engagiert, die den Verkehr analysieren soll. Geht’s also doch anders?

Die Rotphasen sind viel zu lang, einige Grünphasen dagegen zu kurz – das ist die Meinung vieler Germeringer, die regelmäßig den Kleinen Stachus passieren müssen. Und es stimmt: Egal ob mit dem Auto, auf dem Radl oder zu Fuß – an der Monsterkreuzung brauchen die Verkehrsteilnehmer Geduld. Viel Geduld. Bis zu eineinhalb Minuten stehen die Ampeln auf rot. Im Vergleich zu anderen Kreuzungen ist das ein ganz schön langer Zeitraum, der sich vor allem im Berufsverkehr wie eine Ewigkeit anfühlt. Und während der extrem kurzen Grünphasen schaffen es oft nur wenige Fahrzeuge, in die Kreuzung einzufahren.

Immer wieder hat OB Andreas Haas in den vergangenen Monaten seit der Eröffnung des neugestalteten Platzes im Oktober erklärt, dass beim Umbau mit Fachleuten zusammengearbeitet wurde, die bereits das Beste aus der Ampelschaltung herausgeholt hätten. An so einer großen Kreuzung mit fünf Armen müsse man eben auch mal warten. „Das braucht nur eine gewisse Eingewöhnungszeit“, sagte der OB noch Mitte Dezember. Doch offenbar wollen sich die Germeringer nicht mit den Wartezeiten arrangieren. Noch immer gehen Beschwerden von Verkehrsteilnehmern bei der Stadt ein – weshalb die nun doch wieder reagiert.

Immer im Blick: Kameras zeichneten den Kleinen Stachus auf – freilich unscharf, ohne erkennbare Kennzeichen.

In der vergangenen Woche hat die Germeringer Firma „Schuh & Co.“, die auf Verkehrszählungen und ähnliches spezialisiert ist, den Kleinen Stachus genau unter die Lupe genommen. „Wir haben vier verschiedene Messungen durchgeführt“, erklärt Geschäftsführer Hans-Dieter Wöppel. Einerseits wurden für einen Zeitraum von acht Tagen zwei Kameras an der Monsterkreuzung installiert. Die Bilder sind für eine Verkehrszählung. Außerdem haben die Fachleute einen Tag lang eine Staubeobachtung durchgeführt. „Dazu war Personal vor Ort und hat dokumentiert, wann und wo sich ein Stau gebildet hat und wie lang die Auto-Schlange war.“

Des Weiteren haben der Experte und sein Team die Fußgänger, die den Kleinen Stachus passieren, gezählt. Und zuletzt wurden durch die Firma die Wege per Kamera aufgezeichnet, die die einzelnen Verkehrsteilnehmer zurücklegen. „Das heißt, wir haben zum Beispiel geschaut, ob die Radler auf der Straße fahren oder Abkürzungen über die Fußwege nehmen.“ Außerdem ist im Video zu sehen, ob Autofahrer und Fußgänger rote Ampeln missachten.

Hemmschwelle, über die Straße zu laufen, schrumpft

Und tatsächlich. „Es gibt einige Fußgänger, die bei rot über die Straße huschen. Das liegt sicher daran, dass die Straßen nicht mehr so breit sind wie vor dem Umbau. Da schrumpft die Hemmschwelle. Das ist nicht gut“, sagt Wöppel. Aber kein Wunder: Wer von der Sparkasse zur Commerzbank gehen will und Otto-Wagner- und Kleinfeldstraße überqueren muss, der braucht drei lange Minuten Zeit. Doch Wöppel gibt Aussicht auf Besserung.

„Wir untersuchen gerade die Signalprogramme und versuchen, sie zu optimieren“, sagt Wöppel. Der Experte sieht die Möglichkeit, an einigen Übergängen eine zweite Grünphase für Fußgänger einzuführen. „Wir haben ein oder zwei Ideen, die wir aber noch vertiefen müssen. Bis kommenden Montag werden wir der Stadtverwaltung aber einige Vorschläge zur Verbesserung der Verkehrssituation machen“, so Wöppel.

Bürger mischen sich ein

Anregungen kommen auch von Seiten der Bürger. „Beim Abbauen der Kameras haben uns einige Passanten angesprochen. Auch ein Schulweghelfer war dabei, der die Kreuzung sehr gut kennt. Wir werden die Anmerkungen miteinbeziehen.“ Jedem könnte man es am Ende aber nicht recht machen, kündigt Stadtbaumeister Jürgen Thum an. „Der eine will es so, der andere lieber so.“ Gewisse Optimierungen und Verringerungen bei den Wartezeiten erhofft er sich durch die Untersuchungen aber schon. „In der Kleinfeldstraße konnten wir schon an einer Ampel nachjustieren.“

Die Firma „Schuh & Co.“ ist bereits gut mit der Monsterkreuzung vertraut. „Wir führen schon seit 1986 dort Analysen durch und waren auch bei den Planungen für einen Kreisel dabei“, erzählt Wöppel. In den Umbau im vergangenen Jahr war das Unternehmen aber nicht involviert. Dafür darf das Team jetzt den Karren aus dem Dreck ziehen.

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