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Aus dem Film: Klein-Smolicek (Jakob Jilka) ist es leid, den Abwasch zu machen.

Filmdreh am Bauernhofmuseum

Jexhof wird Schauplatz für Gruselmärchen

Schöngeising - Vier Jahre arbeitete die Schöngeisinger Regisseurin Barbara Lackermeier an einem Film, der ausschließlich auf dem Jexhof gedreht wurde. Jetzt ist der Streifen fertig. Bevor der Film auf Festivals und der Öffentlichkeit läuft, wurde er Schulkindern gezeigt. Die Reaktionen waren eindeutig.

Die Feen haben Smolicek in den Käfig gesperrt, Regisseurin Barbara Lackermeier (l.) gibt Oberfee Barbara Bauer letzte Anweisungen.

Die Dreharbeiten sind abgeschlossen, die letzte Note der Filmmusik ist eingespielt und die letzte Computeranimation im Kasten. Der Märchenfilm, den die Schöngeisinger Regisseurin Barbara Lackermeier am Jexhof gedreht hat, ist fertig. Vier Jahre Arbeit stecken in dem Projekt, und auf das Ergebnis sind alle Beteiligten mächtig stolz. Bis die Öffentlichkeit das Werk zu sehen bekommt, wird es allerdings noch dauern.

Denn zunächst einmal soll die Geschichte „Vom Smolicek“ auf Festivals laufen, vielleicht sogar auf der Berlinale. Dort wird zwar „ganz gewaltig ausgesiebt“, so Lackermeier, doch in den Kategorien Kinder-, Fantasay- oder Frauenfilm rechnet sie sich durchaus Chancen für eine Teilnahme aus. Auch auf dem Jexhof soll der 25-Minuten-Film irgendwann gezeigt werden, allerdings frühestens 2018.

100 Bürger geben Finanzspritze

In dem Werk steckt viel Herzblut. Rund 100 Menschen beteiligten sich am Crowdfunding, also der Finanzierung mit Hilfe zahlreicher kleinerer Beträge, von fünf Euro aufwärts. Hinzu kamen Spenden von Firmen und privates Geld – letztlich konnten 25 000 Euro zusammengekratzt werden. Die Schauspieler und Crewmitglieder arbeiteten ohne Bezahlung und werden dafür an späteren Gewinnen beteiligt – so es welche gibt. Kaum etwas sagt mehr über die Begeisterung aller Beteiligten aus.

Die Geschichte um einen Buben und seinen Großvater, der sich tagsüber in einen Hirsch verwandelt, stammt von der tschechischen Schriftstellerin Bozena Nemcová. Es ist ein Lehrstück über Neugier, Lebenslust und das Erwachsenwerden, hat aber auch alle Zutaten eines herrlich gruseligen Märchens – ein einsames Haus im Wald, animierte Tiere, böse Feen. Die ersten Publikumsreaktionen erlebten Barbara Lackermeier und ihre Mitstreiter im Rahmen einer privaten Vorführung für zwei Schulklassen. Die Kinder hätten regelrecht mitgefiebert, erzählt die 44-Jährige.

Gänsehaut garantiert

„Manche haben sich an den spannendsten Stellen die Augen zugehalten.“ Dass die Geschichte die Zuschauer derart mitreißt, hat sie mehr als gefreut. „Wir hatten am Schluss alle Gänsehaut.“

Schneewittchen und die sieben Zwerge sind auch dabei. 

Gedreht wurde zwar auf dem Jexhof, doch außer dem alten Handwerkerstadl ist von dem Bauernhofmuseum im Film nichts zu sehen. Per Computeranimation wurde das Backsteingebäude in den Wald versetzt. Auf die gleiche Weise wurden Regenwolken durch blauen Himmel ersetzt und Kondensstreifen weggezaubert, weil in der Märchenwelt natürlich keine Flugzeuge fliegen. Besonders stolz ist die Regisseurin auf ihren damals siebenjährigen Sohn Jakob, der die Titelrolle spielte.

„Er hat sich super angestellt, war sehr diszipliniert und hat an der Rolle viel selbst gestaltet.“ Die Chemie zwischen ihm und seinem Film-Opa, dem Brucker Schauspieler Bartholomäus Sailer, stimmte perfekt. Als böse Feen spuken Drehbuchautorin Lucie Lechner, Cornelia Pollak und die aus Fim und TV bekannte Barbara Bauer („Polizeiruf 110“) durch den Wald. Für die Rolle des erwachsenen Smolicek konnte Lackermeier David Zimmerschied gewinnen, der für seinen Dreh klaglos um vier Uhr morgens aufstand.

„Wir wollten Bilder vom Sonnenaufgang, aber es hat geschüttet“, erzählt die Regisseurin und lacht. Für die Mitwirkenden und alle Unterstützer gibt es Anfang Oktober eine Teampremiere in München – immerhin im Filmtheater am Sendlinger Tor. Vielleicht ein gutes Vorzeichen für einen märchenhaften Erfolg.

Ulrike Osman

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