Vor dem Pächterwechsel

Kostenloses Internet im Dorfwirt

Landsberied – Kostenloser Wlan-Zugang an öffentlichen Orten kommt immer mehr in Mode. Nun will man in Landsberied den gemeindeeigenen Dorfwirt mit dem drahtlosen Internet ausrüsten. Das wird Besucher und Vereine freuen.

Wenn alles glatt geht, könnte schon Ende des Jahres gleichzeitig mit einem neuen Pächter das neue Wlan Einzug halten. Zuschüsse könnte es aus dem Programm BayernWLAN geben.

Schon Anfang des Jahres hatte Helmut Hoffmann (Grüne) für die Einrichtung zweier so genannter Hotspots (offene Wlan-Netzwerke, mit denen jeder ins Internet gelangen kann) in der Gemeinde geworben. Dabei hatte er auf das Rathaus und den Dorfwirt als mögliche Standorte verwiesen. Nun greift die CSU das Thema auf: Der Ortsverband und die Gemeinderatsfraktion stellten den Antrag, sowohl im Innen- als auch im Außenbereich des Dorfwirts kostenlosen Internetzugang zu ermöglichen.

Damit könnte man nicht nur im Innenbereich samt Kegelbahn und Schützenstand, sondern auch im Biergarten und auf den Sportanlagen der Fußballer online gehen. Damit wäre den Vereinen gedient und es würde die Attraktivität der Wirtschaft erhöhen, führt die CSU in ihrem Antrag aus. Notwendige Arbeiten, wie Verkabelungen, könnten im Zuge der Renovierung beim Pächterwechsel durchgeführt werden.

Sowohl Hoffmann als auch die CSU haben dabei das Förderprogramm BayernWLAN im Hinterkopf: Denn bei diesem zahlt der Freistaat die Ersteinrichtungskosten für zwei solcher Hotspots pro Kommune. Die Gemeinde müsste dann lediglich die Betriebskosten tragen, erläuterte Vize-Bürgermeister Hubert Ficker (CSU/WDG) in der jüngsten Gemeinderatssitzung, als er die im Urlaub weilende Bürgermeisterin Andrea Schweitzer (FW/Einigkeit) vertrat. Diese dürften sich auf 800 bis 1000 Euro im Jahr belaufen.

Die Verwaltung wurde einstimmig beauftragt, die genauen Kosten zu ermitteln und die nötigen Anträge vorzubereiten. Dass nun auch Kommunen vermehrt offene Wlan-Hotspots anbieten, hat viel mit der veränderten Rechtslage zu tun. Früher galt der Betreiber eines Hotspots als verantwortlich für die Verstöße von Nutzern. Diese so genannte Störerhaftung ist nun aber auch in Deutschland zunehmend überholt. „Ein Haftungsrisiko trägt die Gemeinde nicht mehr“, sagte Ficker dazu.

Nachfolger noch in diesem Jahr?

An einem Sonntag, nämlich am 2. Oktober, hat der Dorfwirt das letzte Mal offen. Doch die Gemeinde ist zuversichtlich, dass noch in diesem Jahr ein Nachfolger als Pächter in die Gaststätte einziehen kann. Vize-Bürgermeister Hubert Ficker (CSU/WDG) sagte, man hoffe, dass zum 1. Dezember die Wirtschaft wieder eröffnen kann. Schon nächste Woche sollen einige Bewerber, die Interesse am Dorfwirt zeigen, dem Gemeinderat ihr Konzept vorstellen und Nachfragen beantworten.

Ende September solle dann eine Entscheidung für einen der Interessenten fallen, so Ficker. Er sei zuversichtlich, dass sich ein guter Bewerber finde, der die Idee einer Dorfwirtschaft weiterführe und mit den Vereinen in gutem Einvernehmen stehe. Thomas Aberger und seine Familie hatten im Juli bekannt gegeben, dass sie als Dorfwirt-Pächter im Herbst aufhören.

Die angespannte Personalsituation zwinge sie zum Abschied. Sie hätten zahlreiche Anzeigen geschaltet, aber einfach kein Personal gefunden. Die Abergers hatten die Gaststätte, die ab 2003 in einer beispiellosen Gemeinschaftsarbeit des ganzen Dorfes entstanden war, elf Jahre lang geführt. Der Dorfwirt war 2005 eröffnet worden, jetzt, nach elf Jahren, kommt es erstmals zum Pächterwechsel. (fd)

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