In Germering muss man tief in die Tasche greifen, wenn man eine Wohnung mietet. Die Preise sind nach München die zweithöchsten in Deutschland. dpa-foto

In Germering

Was kostet Wohnen in der Stadt ?

Germering - Germering ist die zweitteuerste Stadt Deutschlands. Nach München werden hier die höchsten Mietpreise für Wohnraum verlangt – ein häufiger Grund für Rechtsstreitigkeiten. Um diese zu schlichten oder sogar zu vermeiden, gibt es einen Mietspiegel. Der wird nun mittels eines Fragebogens aktualisiert.

Damit der Mietspiegel erneuert werden kann, müssen möglichst viele betroffene Bürger mithelfen. Die Stadtverwaltung hat an jedes Wohnhaus, in dem mindestens vier Parteien zur Miete leben, Fragebögen verschickt. Diese sollen bis Donnerstag ausgefüllt sein und zurück gegeben werden.

Darin wird das Baujahr des Hauses erfragt sowie verschiedene Einzelheiten zur Wohnung wie die Ausrichtung der Räume, ob es einen Lift im Haus gibt und wie die Wasserversorgung abläuft. Außerdem sollen die Mieter angeben, wie viel Miete sie bezahlen und wann die letzte Mieterhöhung anstand.

Nur, wenn genügend Germeringer an dieser Befragung teilnehmen, sind die Zahlen korrekt und können vor Gericht verwendet werden. Und dass der Mietspiegel anerkannt wird, ist nicht unwichtig, erklärt Peter Irrgeher vom Mieterverein München, der für Germering zuständig ist. „Seitdem es so eine Aufstellung der Zahlen gibt, können Rechtsstreitigkeiten wesentlich schneller und friedlicher abgewickelt werden.“ Und in einer Stadt wie Germering sind Debatten zwischen Mietern und Vermietern nicht selten.

Wie ein Magnet

Denn die Große Kreisstadt wirkt wie ein riesiger Magnet. Die Zahl der Einwohner steigt und steigt. Erst kürzlich begrüßte OB Andreas Haas den 40 000. Bürger. Die Gründe für den Zuzug liegen auf der Hand, sagt Irrgeher. „Die Nähe zu München ist für viele genial“, sagt er. Morgens fahren die Leute zum Teil mit der S-Bahn zur Arbeit in die Landeshauptstadt, am Abend geht es zurück ins meist ruhige Umland, wo man die Kinder unbesorgt vor dem Haus spielen lassen kann. „Außerdem ist das Fünfseenland nicht weit. Und die Berge“, sagt Irrgeher. Doch dass Germering so begehrt ist, hat eben einen großen Nachteil – teilweise utopisch hohe Mietpreise.

Das deutschlandweite Ranking sieht so aus: Die höchsten Mieten zahlen die Bürger in München. Nur minimal geringer sind die Mietpreise in Germering. Auf Platz drei, vier und fünf der teuersten Städte der Republik rangieren Stuttgart, Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart und Dachau. Damit Vermieter nicht je nach Gutdünken die Mietpreise ihrer Immobilien erhöhen können und dadurch mit ihren Mietern in Streit geraten, gibt es Mietspiegel, die vor Gericht anerkannt werden.

„In Germering kam er zustande, als in der WWK-Siedlung die Mietpreise um 30 Prozent erhöht werden sollten. Das war 1993“, erinnert sich Peter Irrgeher. Der Stadtrat beschloss daher, eine umfangreiche Fragebogenaktion in der Stadt durchzuführen. Die Erkenntnisse daraus boten 1994 die Grundlage für die Erstellung des ersten Germeringer Mietspiegels.

8,56 Euro je Quadratmeter

Seitdem haben sich die Preise für Wohnraum folgendermaßen entwickelt: 1994 zahlten Mieter 6,58 Euro pro Quadratmeter (umgerechnet von D-Mark). Im Jahr 2000 lag der Preis bereits bei 7,29 Euro und 2014 bei 8,56 Euro pro Quadratmeter. Eine Wohnung aus den Baujahren 1966 bis 1977, wie es sie in Germering häufig gibt, mit drei Zimmern und 76 Quadratmetern Fläche, kostete also im Jahr 1994 etwa 460 Euro im Monat. Für dieselbe Wohnung, die nun 22 Jahre älter war, mussten Mieter 2014 knapp 580 Euro zahlen. Etwaige Zu- oder Abschläge wegen hochwertiger Parkettböden, guter Lage oder neuwertigem Bad oder Küche sind in dieser Rechnung nicht berücksichtigt. Solche Zuschläge liegen im Durchschnitt aktuell bei 0,98 Cent pro Quadratmeter.

Damit beläuft sich die Nettomiete einer derartigen Drei-Zimmer-Wohnung aktuell auf 652,84 Euro. Rechnet man nach dem Betriebskostenspiegel von 2013 noch 2,19 Euro pro Quadratmeter und Monat hinzu und addiert die Kosten für einen Tiefgaragenstellplatz in Höhe von 55 Euro im Monat, beläuft sich die Miete auf etwa 875 Euro.

Dass die Preise für Wohnraum in der Großen Kreisstadt weiterhin in die Höhe schnellen, kann auch ein Mietspiegel nicht verhindern. Zumindest nicht alleine. Doch so eine Zahlenaufstellung kann die Basis für eine Mietpreisbremse sein und eben Beweismaterial vor einem Richter. Luise Giljohann von der Stadtverwaltung appelliert deshalb nochmal an alle Germeringer Mieter: „Wir hoffen, dass wieder genug Leute mitmachen. Wer fragen hat, kann sich jederzeit an mich wenden.“ Sie ist im Rathaus unter der Telefonnummer (0 89) 89 41 91 01 erreichbar.

Auch interessant

<center>Wiesn Editionskrug Nr.1 "Gronemeyer-Schilz" 0,5l</center>

Wiesn Editionskrug Nr.1 "Gronemeyer-Schilz" 0,5l

Wiesn Editionskrug Nr.1 "Gronemeyer-Schilz" 0,5l
<center>Höfer1 - Pinot Sekt brut 0,75 l</center>

Höfer1 - Pinot Sekt brut 0,75 l

Höfer1 - Pinot Sekt brut 0,75 l
<center>Schokoladen-Set "Alles Liebe" zum Selbermachen</center>

Schokoladen-Set "Alles Liebe" zum Selbermachen

Schokoladen-Set "Alles Liebe" zum Selbermachen
<center>Schokoladen-Set zum Selbermachen</center>

Schokoladen-Set zum Selbermachen

Schokoladen-Set zum Selbermachen

Meistgelesene Artikel

Die Hausäcker-Affäre schlägt Wellen

Germering – Die mögliche Einflussnahme eines von mehreren Eigentümern auf die Bebauung der Hausäcker schlägt weiter Wellen. Ein Besitzer verurteilt das Vorgehen.
Die Hausäcker-Affäre schlägt Wellen

TC Edelweiß: 40 Jahre Spiel, Satz und Sieg

Gröbenzell – Boris Becker und Steffi Graf lösten Mitte der 1980er-Jahre einen Tennis-Boom aus, anders in Gröbenzell. Dort gab es schon seit 1976 den TC Edelweiß. Über …
TC Edelweiß: 40 Jahre Spiel, Satz und Sieg

Brand in Hackschnitzel-Silo

Fürstenfeldbruck - Am Freitagnachmittag ist es in Bruck zu einem Brand in einer Firma gekommen. 
Brand in Hackschnitzel-Silo

Neue Energiestandards - So will Bruck CO2 sparen 

Fürstenfeldbruck – Die Stadt fordert von allen Häuslebauern, dass Neubauten einen gewissen energetischen Standard vorweisen. Der liegt über dem, den der Gesetzgeber …
Neue Energiestandards - So will Bruck CO2 sparen 

Kommentare