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Eines der neuen Fahrzeuge stand beim Neujahrsempfang vor dem Service-Ei.

Neujahrsempfang

Kreis-Feuerwehr: Mehr Einsätze, mehr Frauen, mehr Training

Fürstenfeldbruck - 2261 aktive Feuerwehrleute sorgen aktuell im Landkreis für die Sicherheit der Bevölkerung. Angesichts der Einwohnerzahl von rund 200 000 Kreis-Bürgern sei das ein guter Schnitt, sagte Kreisbrandrat Hubert Stefan beim diesjährigen Neujahrsempfang der Kreis-Feuerwehr.

Auch die Zahl der Jugendlichen sei mit regelmäßig 250 relativ stabil. Manche der Wehren im Kreis machten eine intensive Jugendarbeit, andere rüsteten auf. Insgesamt mache er sich derzeit keine Nachwuchssorgen, sagte Stefan – wobei man darauf natürlich immer ein Auge haben müsse.

Immer mehr Frauen

 Die Zahl der Frauen bei den Feuerwehren im Kreis liegt derzeit bei 155 – niemals zuvor in der Geschichte waren es mehr. Dass Frauen aktiven Dienst tun, sei mittlerweile eine normale Sache, sagte Stefan. Prinzipiell im Ansteigen begriffen sei auch die Zahl der Einsätze. Im Jahr 2015 waren es insgesamt 3747 – nur im Jahr 2013 mit dem heftigen Juni-Unwetter waren es mit etwa 4000 Einsätzen noch mehr.

Kreisbrandrat Hubert Stefan.

 Im Jahr 2015 setzte sich der Trend fort, wonach die Feuerwehr immer mehr technische Hilfe leisten muss. 2306 Mal wurden die Wehren in diesem Zusammenhang gerufen. Demgegenüber stehen 632 Brandeinsätze. Fehlalarme wurden 320 gezählt – auch das deutlich mehr als zuletzt. Rekordverdächtig im Jahr 2015 war auch die Zahl der Teilnehmer an den Fortbildungsangeboten, wie der dafür zuständige Kreisbrandinspektor Jörg Ramel berichtete.

 Natürlich trug dazu auch die Einführung des Digitalfunks bei, in dessen Handhabung die Kameraden unterrichtet werden mussten. Wohl angesichts der Vorgeschichte des Digitalfunks – ursprünglich sollte er schon zur WM 2006 funktionieren – beteuerte Hubert Stefan: „Wir funken mittlerweile wirklich digital.“ Nur die Alarmierung erfolge bis auf weiteres über das immer noch vorhandene analoge System.

Wie Stefan auch berichtete, verfügt die Feuerwehr über neue Fahrzeuge. So steht jetzt ein Sonder-Löschfahrzeug (TLF 4000) bei der Feuerwehr Germering und ein Gerätewagen Dekon-P zur Dekontamination von Personen bei der Wehr in Unterpfaffenhofen. Damit setzt die Kreis-Feuerwehr ihre Strategie der dezentralen Positionierung von Spezialfahrzeugen fort. Die jeweiligen Ortswehren spezialisierten sich auf ihre jeweilige Aufgabe – nur so könne der Ausdifferenzierung in Aufgaben und Möglichkeiten Rechnung getragen werden.

A bisserl a Spielgerät

 Ein Übungsgerät „a bisserl mit Spielzeugcharakter“ überreichte unterdessen Flo Ramsel von der Versicherungskammer Bayern an die Kreisbrandinspektion. Der neue Schaumtrainer solle das Üben erleichtern, da man beim Training große Schaummengen kaum verwenden könne, erklärte der selbst im Kreis als Feuerwehrmann tätige Versicherungsvertreter. Mit dem neuen Gerät könne man aber spielerisch den Ernstfall proben. Das Gerät spuckt einen Liter Schaum je Minute aus. Ein Gerät für den Echtfall schafft das 400- oder sogar 2000-fache. Auf eine Vorführung des Geräts habe er allerdings beim Neujahrsempfang bewusst verzichtet, scherzte Ramsel. „Zumindest um diesen Teil des Landratsamts wäre es schade“, sagte er im Foyer im Service-Ei.

Stolz auf die Jugend

 Wie dessen Hausherr Landrat Thomas Karmasin witzelte, sei nur ein Empfang im ganzen Landkreis charmanter als der der Feuerwehr: Der der Frauen Union. Wie er berichtete, sollte er jetzt bei der Feuerwehr nichts über die Flüchtlingskrise erzählen. „Daran halte ich mich. Das Problem: ich weiß nichts anderes.“ Immerhin aber: Bei einem überregionalen Krisentreffen zu dem Thema, über das er nicht spreche, habe er erfahren, dass die verschiedenen Hilfskräfte in Bruck vorbildhaft zusammenarbeiten – offenbar ist das nicht überall der Fall. Ein kleiner Schreibfehler vom vergangenen Jahr auf den entsprechenden Urkunden bescherte indes über 100 Nachwuchs-Feuerwehrleuten jetzt einen großen Auftritt vor Politik und Kommandanten: Die Gold-Auszeichnungen für die vierte Teilnahme am Wissenstest wurde 2015 wegen des Fehlers nicht ausgegeben. Das wurde jetzt beim Empfang nachgeholt. Stefan: „So wollen wir auch gleich zeigen: Wir sind stolz auf unsere Jugend." (st)

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