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Auf den Pinsel sind Hans J. Hönninger und Karin Piede nicht angewiesen (oben). Der Vorsitzende des Vereins GröbenArt zeigt bei der Ausstellung „Ohne Pinsel“ in der Sparkasse einige Collagen, Karin Piede hat mit Spachteln, Nadeln, Faden und Schere abstrakte Werke geschaffen.

Mitglieder von GröbenArt stellen in Sparkasse aus

Kunst ohne Pinsel - ja, das geht!

Gröbenzell/Fürstenfeldbruck – Ohne Pinsel und mit viel Schaffensgeist: In ihrer neuen Ausstellung zeigen sieben Künstler des Vereins GröbenArt, dass Kunst auch ganz andere kreative Techniken kennt. Selbst Spachtel und Körper kamen für die Schau mit Farbe in Berührung.

Mal beruhigende, mal aufrüttelnde Farben, abstrakte Motive und interessante Texturen: Bei manchen Bildern der neuen Ausstellung in der Sparkasse kommt schnell die Frage auf, wie dieses Werk entstanden ist. Die Antwort ist bei der Ausstellung „Ohne Pinsel“ zwar schnell geklärt. Die Werke zeigen aber eindrucksvoll die Bandbreite der Kunst ohne dieses selbstverständliche Utensil.

Denn wer an Kunst denkt, denkt gerne an Malerei, und wer an Malerei denkt, dem kommt auch gleich ein Pinsel in den Sinn. So erklärt Hans J. Hönninger von GröbenArt, warum normalerweise Malerei und Pinsel so selbstverständlich zusammengehören.

Auch Michaela Friedrich (links) hat früher gegenständlich gemalt. Zur Zeit ist sie besonders vom Arbeiten mit den Händen, Spachteln und Collagen angetan. „Ich setze mich viel freier mit Farben und Formen auseinander“, erzählt die Gröbenzellerin. Bei dieser „ursprünglichen“ Malerei werde sie auch nach der Schau bleiben.

Dass es aber so viele andere kreative Techniken gibt, wollen sieben Künstler von GröbenArt in ihrer Ausstellung unter Beweis stellen. Dabei betont der Vorsitzende des Vereins, dass schon vor vielen Jahrhunderten Künstler ganz andere Techniken kannten, um Farben aufzutragen. „Das ist eine uralte Geschichte“, sagt er mit Blick auf Höhlenmalereien, bei denen zum Beispiel Blüten und Blätter an Wänden verrieben wurden und mit Kohlestaub Körperabdrücke hergestellt werden konnten.

Aber das Malen ohne Pinsel ist auch bei namhaften Künstlern schon lange eine beliebte Technik, erklärt Hönninger. Auch Maler wie der Franzose Edgar Degas hätten ohne Pinsel gearbeitet, Techniken wie Pastellkunst brauchten ganz andere Instrumente. Und dann gibt es natürlich auch noch Druckverfahren, Fotografien und Zeichnungen, die ohne einen Pinselstrich auskommen. Wer mit Acrylfarben arbeite, könne auf Spachteln zurückgreifen, erzählt Hans J. Hönninger begeistert, und damit die Farben über die Leinwand ziehen – was einen ganz anderen Effekt erzielt als dass Verteilen mit einem Pinsel. Auch mit Farbrollern lassen sich andere Oberflächenstrukturen schaffen.

Doch welchen Reiz hat das ungewohnte Schaffen? Künstler Hans J. Hönninger hegt für diese Technik große Begeisterung. Über 60 Werke hat er auf diese Weise bereits vollendet. „Dieses experimentelle Arbeiten macht mir einfach Spaß“, sagt der Gröbenzeller, der gerne mit Schaumstoffrollen hantiert, wie man sie vom Anstreichen kennt. Mit denen kann er mittlerweile dünne Linien ziehen, die ihm mit dem Pinsel kaum besser gelingen würden. Das Denken außerhalb gewöhnlicher Kunstnormen ist nicht nur eine kreative Erweiterung, sie macht auch einiges leichter. Wer will, kann großflächig und schnell arbeiten oder auch sehr präzise.

Bei der Ausstellung in der Brucker Sparkasse sind auch die Kartoffeldrucke von Markus Heller zu sehen, es gibt Zeichnungen, Körperabdrücke und Fotografien.

Die Ausstellung

in der Sparkasse Fürstenfeldbruck, Hauptstraße 8, wird am Donnerstag, 15. September, um 19 Uhr eingeweiht. Bis zum 7. Oktober sind die Werke zu den Geschäftszeiten der Sparkasse zu sehen.

von Maria-Mercedes Hering

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