Asylbewerber: Die Hilfe läuft an

Fürstenfeldbruck - Unterkünfte für Asylbewerber sind gefunden - jetzt formiert sich Hilfe über das bloße Wohnen hinaus:

In Olching und Grafrath etwa gibt es bereits erste Initiativen. Ein vom Landkreis bezahlter Sozialarbeiter soll alles koordinieren.

In einem Privathaus in Grafrath etwa wohnen ein Ehepaar und zwei Familien mit insgesamt fünf Kindern - übrigens zusammen mit dem Vermieter. Sie sind aus Syrien geflüchtet und bemühen sich, in ihrer neuen Umgebung zurecht zu kommen (siehe Interview rechts).

Ähnlich geht es den 39 Asylbewerbern in Olching, für die sich am kommenden Donnerstag (Sozialzentrum, 19 Uhr) ein Unterstützerkreis bilden soll. Die ehrenamtliche Hilfe ist willkommen - und soll ihrerseits Unterstützung bekommen. Der Kreisausschuss des Kreistags beschloss unlängst, eine Sozialpädagogenstelle zu bezahlen, die nicht im Ausländeramt der Kreisbehörde angesiedelt wird. Der Grund dafür: Konflikte zwischen den manchmal auch von gewissen Zwängen geprägten Aufgaben eines Amts und einem nur der sozialen Hilfe verpflichteten Menschen sollen so vermieden werden.

Nach einem Gespräch mit Landrat Karmasin erklärten sich Caritas und Diakonie bereit, diese Aufgabe gemeinsam zu übernehmen. Namentlich die Caritas hat schon entsprechende Erfahrungen, betonte Karmasin. Die Koordinatorin der schon länger existierenden Asylbewerberunterkunft in Germering mit derzeit 64 Hilfesuchenden nämlich ist ebenfalls dort angestellt. Aufgabe des oder der Sozialpädagogen soll es sein, auf die Asylbewerber zuzugehen und ehrenamtliche Unterstützung zu bündeln.

Wie Pia Schmahl vom Landratsamt in diesem Zusammenhang berichtet, kommen die Asylbewerber im Landkreis meist aus Syrien, aber auch aus Afghanistan, Senegal oder Nigeria. Neben den genannten Unterkünften in Grafrath und Olching leben in der Brucker Hasenheide derzeit 29, in Gröbenzell zwölf Asylbewerber. Im Laufe des Februars sei mit weiteren 40 Hilfesuchenden zu rechnen. Mittelfristig brauche man weitere Unterkünfte.

Wie kompliziert die Lage von Asylbewerbern manchmal sein kann, zeigt unterdessen ein Beispiel aus Olching. Hier lebt ein Afghane mit seinem Sohn (16). Seine Frau kam ebenfalls als Asylsuchende nach Deutschland. Sie wurde aber nicht dem Bezirk Oberbayern, sondern den Nachbarn in Schwaben zugeteilt. So landete die Frau in Augsburg. Zwischen Augsburg und Olching liegen zwar nur 50 Kilometer, aber halt auch die Bezirksgrenzen. Die Eheleute durften sich erst offenbar gar nicht, dann nur unter Schwierigkeiten sehen. Dazu kam die Sorge des Mannes um die Unterbringung seiner Frau, die offenbar mit mehreren anderen Männern in einem Heim lebt. In Olching wird deshalb ein Platz für die Frau vorgehalten, berichtet Pia Schmahl. Sie verspricht: Die Familienzusammenführung ist auf den Weg gebracht.

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