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Das Streitobjekt: In der Stadt gibt es immer wieder Diskussionen um das alte Kino. Jetzt wackelt die Finanzierung gewaltig. 

Aus fürs Lichtspielhaus? Gelder stehen auf der Kippe

Fürstenfeldbruck - Nächste Hiobsbotschaft in punkto Lichtspielhaus: Ob die schon fest einkalkulierten Gelder von der Regierung fließen, ist mehr als unsicher. Damit wackelt die gesamte Finanzierung. Das Ei hat sich die Stadt wohl selbst gelegt.

Erst im vergangenen Jahr hat die Stadt ihre externe Architektin geschasst und mit Christian Lichtenberg einen Rathaus-Mitarbeiter mit der Aufgabe betraut. Das könnte den Verantwortlichen nun zum Verhängnis werden. Denn die Regierung von Oberbayern sagt: Kein externer Architekt, keine Fördergelder.

Diese Information hatte Dritte Bürgermeisterin Karin Geißler (Grüne) mit zur jüngsten Mitgliederversammlung des Fördervereins gebracht. Die Fördergelder hatten alle Beteiligten beim Kauf des alten Kinos aber immer mit einkalkuliert. Förderverein und Stadträte sowie Lichtenberg rechneten mit einem Zuschuss in Höhe der Hälfte der Gesamtkosten. Für die Stadt blieben dann 1,09 Millionen Euro.

Argument "hanebüchen"

Das Argument der Regierung bezeichnete Geißler als hanebüchen. Die Regierung fürchte wohl, dass die Stadt keine Fachleute arbeiten lasse. Angesichts des aktuellen Stands fand Geißler jedoch klare Worte: „Wenn die Förderung ausbleibt, ist vieles wieder im Ungewissen.“ Bei einer Absage gäbe es bestimmt eine neu aufflammende Debatte im Stadtrat, vermutete sie. Denn einige Stadträte hatten dem Kauf zugestimmt unter dem Vorbehalt, dass die Förderung kommt.

Verschärft wird diese Situation noch durch die knappen Finanzmittel der Stadt. Und auch der gesamte Zeitplan, der von der Förderung abhängt, verschiebt sich immer weiter nach hinten: Ein für diese Woche geplantes Gespräch mit der Regierung von Oberbayern wurde auf Mitte März verlegt. Dann denkt Geißler, könne man die Regierung überzeugen. „Ich denke, wir haben im Gespräch gute Karten.“

Was ist mit der Wohnung?

Auch weitere interessante Fakten wurden bei dem Treffen auf den Tisch gelegt. Auf rund 550 000 Euro werden zurzeit die Kosten für den Umbau und die Ertüchtigung des Daches geschätzt, führte Stadtrat Karl Danke (BBV) aus. Er stellte den Vereinsmitgliedern die Planungen vor. Noch immer sei nicht klar, ob im 1. Stock eine Wohnung gebaut wird. Die Mieteinnahmen hatte die Stadt eigentlich zur Finanzierung eingeplant. Doch bereits in der jüngsten Ausschuss-Sitzung wurde klar: Fix ist das noch nicht. Wie Lichtenberg ausführte, könnten dort auch Räume für Künstler und ein Büro entstehen. Das hatte etwa die CSU in der Ausschuss-Sitzung kritisiert.

Beim neulichen Treffen des Vereins nun im Marthabräu wurde außerdem deutlich: Der Förderverein selbst braucht auch noch einige Zeit, um sich zu sortieren. In einer Debatte, die sich immer wieder an Kleinigkeiten aufhängte, wurde deutlich, dass sich die rund 30 anwesenden Mitglieder über ein mögliches Betriebskonzept und die Spendenbeschaffung nicht einig sind. An der Tatsache, dass der Verein Träger werden will, ändert das aber nichts.

Verein gründet Gruppe zur Planung der Eröffnungsgala

Bisher hat es dazu noch keine Verhandlungen mit dem Verein gegeben. Das bestätigten die anwesenden Stadträte, ob der teilweise wenig zielgerichteten Diskussion sichtlich konsterniert waren. Die Vereins-Mitglieder aber glauben fest daran, dass sie das Lichtspielhaus betreiben werden. Deshalb gründeten sie entsprechende Arbeitsgruppen. Eine davon soll die Eröffnungsfeier das Herbstprogramm planen. Das kommentierte eine Bruckerin: „Wir haben keine Satzung, kein Geld – meinen Sie das ernst, dass es diese Gruppen geben soll?“ Ebenfalls auf der Tagesordnung, aber nicht aufgerufen: Der Start der Spendenbeschaffung. Ohne Zeitplan und Gewissheit, wie es weitergeht, sei das eine schwierige Angelegenheit, sagte Vize-Vorsitzender Stefan Döpke.  „Wir hängen zwischen den Seilen.“ 

100 000 Euro hatte Vereinsvorsitzender Thomas Lutzeier kürzlich noch angekündigt, bis Ende des Jahres gesammelt zu haben. Ohne Fakten sei es aber schwierig, Bürger zum Spenden zu bewegen, sagte sein Vize Döpke nun. Er will erstmal mit Firmen über mögliche Kooperationen und Sponsoring reden.

Fabian Dilger

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