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An der Sommerstraße in Gernlinden sollen Container für Flüchtlinge aufgestellt werden.

Areal wird Landratsamt angeboten

Ja zu Asyl-Containern an Sommerstraße

Maisach - An der Sommerstraße in Gernlinden sollen Container für Flüchtlinge aufgestellt werden – wenn das Landratsamt dafür die Einfach-Turnhalle in Maisach wieder frei macht.

Dieses Tauschangebot hat der Gemeinderat am Donnerstagabend beschlossen – einstimmig und gegen die vielen kritischen Stimmen der Anwohner der Sommer-/Maisacher Straße. Eine Diskussion über den neuen Standort gab es im Gremium nicht.

Aber in der so genannten Aktuellen Viertelstunde vor Beginn der Sitzung hatten sich mehrere Bürger zu Wort gemeldet. Wie schon in der Bürgerversammlung in Gernlinden eine Woche zuvor sprach Anwohner Walter Eberle die Lärmbelastung für beide Seiten an. Er betonte im Namen der Nachbarn aber auch: „Wir haben nichts gegen Asylbewerber, im Gegenteil: Wir haben Mitleid mit ihnen.“ Ein anderer Anwohner fragte erneut nach einem alternativen Standort in Gernlinden – den die Gemeinde Maisach aber nicht hat.

Ein weiterer Nachbar debattierte mit Bürgermeister Hans Seidl (CSU) über die Zahlen. Maisach will wie berichtet etwa zwei Prozent der Gesamtbevölkerungszahl an Flüchtlingen aufnehmen – also maximal 300. Wenn aber, so Anwohner Werner Betz, die Flüchtlinge aus Gründen der Infrastruktur nur auf Maisach und Gernlinden verteilt werden (und nicht auf andere Ortsteile), so dürfe die Kommune maximal 220 Menschen aufnehmen. Weil der Hauptort und der größte Ortsteil zusammen rund 11 000 Bewohner haben.

Seidl wollte sich nicht auf Zahlenspiele einlassen. Es gebe einfach die Notwendigkeit, Asylbewerber unterzubringen. Er betonte nochmals: „Wir werden die Anwohner nicht alleine lassen.“ Die Container würden frühestens Ende des Jahres aufgestellt – derzeit sei der Fertigbauteil-Markt fast leergefegt. Zudem müssen noch Abstimmungsgespräche mit dem Landratsamt stattfinden.

Insgesamt war der Ton der Anwohner gemäßigter als in der Bürgerversammlung. Rund 30 Nachbarn aus Sommer- und Maisacher Straße waren in die Gemeinderatssitzung gekommen – und verließen den Saal, als ihr Thema durch war.

Acht Regeln zum neuen Standort

Aus der Diskussion in der Gernlindner Bürgerversammlung und den Schreiben, die ihn erreicht haben, hat Bürgermeister Hans Seidl (CSU) acht Regeln für den neuen Asyl-Standort abgeleitet:

1. Maisach gibt die Fläche dem Landratsamt nur dann zur Containeraufstellung, wenn dafür die Einfach-Turnhalle in Maisach wieder für den Schul- und Vereinssport frei gemacht wird.

2. Wenn die Flüchtlingszahlen sinken, wird der Standort an der Sommerstraße nicht realisiert.

3. Maximal 70 Asylbewerber werden dort wohnen – nicht mehr.

4. Es kommt keine weitere Asyl-Unterkunft an die Sommerstraße.

5. Der genaue Container-Standort wird mit Landratsamt und Anwohnern abgeklärt – es gibt auf der Wiese etwas Spielraum.

6. Die Container werden umzäunt, zudem gibt es eine Eingrünung.

7. Der gemeindliche Asyl-Streetworker und der Bürgermeister werden nicht nur regelmäßig mit den Flüchtlingen, sondern auch mit den Anwohnern sprechen.

8. Es wird auf die Einhaltung der Ruhezeiten hingewiesen.

von Helga Zagermann

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