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Nach der Bluttat in Deisenhofen werden weitere Details aus dem Vorleben des 65-Jährigen bekannt, der in einem Mietshaus in dem Maisacher Ortsteil seine Freundin (67) erwürgt haben soll. 

"Er war sehr höflich und freundlich"

Bluttat in Maisach: Vermieterin ist entsetzt

Deisenhofen – Nach der Bluttat in Deisenhofen werden weitere Details aus dem Vorleben des 65-Jährigen bekannt, der in einem Mietshaus in dem Maisacher Ortsteil seine Freundin (67) erwürgt haben soll. Nun spricht die Eigentümerin des Hauses.

Am Donnerstag berichtete auch die Eigentümerin des Hauses von ihren Eindrücken. Sie wusste nichts davon, dass Georg S. bereits zwei Menschenleben auf dem Gewissen hatte, als er bei ihr einzog. Sie ist entsetzt.

Die Getötete sei etwa vor einem Jahr als Mieterin in eine Wohnung in dem Dreifamilienhaus gekommen, erzählt die Eigentümerin. Die Mutter zweier Söhne habe ursprünglich nur für eine Übergangszeit bleiben, und dann zurück Richtung München ziehen wollen. Die Frau sei nett und lebenslustig gewesen. Einmal habe sie gesagt, sie sei in Rente und wolle ihr Leben genießen. Sie sei viel unterwegs gewesen. „Es tut mir so unendlich leid um sie“, sagt die Hauseigentümerin.

Vor etwa drei Monaten habe die Mieterin gefragt, ob ihr neuer Freund mit einziehen dürfe, ebenfalls nur übergangsweise. Die Eigentümerin hat Georg S. als „sehr höflich und freundlich“ kennengelernt. Die Beziehung zur Mieterin habe harmonisch gewirkt. Vorgestellt habe er sich als Heizungsanitär-Arbeiter, der zurzeit keinen Job habe. Er habe sehr beherrscht gewirkt, wie ein Mann, der alles richtig machen wolle. „Jetzt weiß ich auch warum“, sagt die Vermieterin entsetzt mit Blick auf dessen Vorstrafen. „Der saß bei mir in der Küche und ich wusste von nichts. Jetzt bin total narrisch, dass so einer wieder frei herumlaufen durfte“, sagt die Eigentümerin.

Die Mieterin hat die Eigentümerin bewusst zuletzt am vergangenen Donnerstag gesehen. Im Nachgang empfindet sie es als ungewöhnlich, dass die 67-Jährige nicht zumindest am Sonntag ihr Auto bewegt habe. Allerdings habe sich niemand etwas gedacht – und bemerkt habe in dem voll belegten Mietshaus auch niemand etwas. Auch nicht von vorherigen Streitereien.

Die Vermieterin zieht nun vor allem eine Konsequenz aus den Vorkommnissen: Ohne Führungszeugnis nimmt sie niemand mehr auf in dem Haus. „Wir wohnen hier, weil wir unsere Ruhe haben wollen.“ Ihrem Sohn (9) half ein Kriseninterventionsteam, die Geschehnisse zu verarbeiten. „Es ist schockierend, was passiert ist.“

Wie jetzt bekannt wurde, wussten zwar die Nachbarn nichts von dem Vorleben des Georg S., der gerade erst aus dem Gefängnis entlassen worden war. Dessen 67-Jährige Lebensgefährtin aber war darüber informiert. Nachdem Georg S. sie selbst nicht informieren habe wollen, habe die Polizei die 67-Jährige in Kenntnis gesetzt, berichtete die Staatsanwaltschaft.

Georg S. hatte schon im Jahr 1989 einen Mann in einer Bar schwer verletzt. Damals wurde er wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt – kurz vor den Verurteilungen wegen Körperverletzung mit Todesfolge und schließlich wegen Mordes. Georg S. sitzt derzeit in Untersuchungshaft.

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