Schaffung von Wohnraum

Wo dichtere Bebauung an ihre Grenzen stößt

Maisach – Vor Ort soll Wohnraum geschaffen werden, auch durch Nachverdichtung. Doch alles hat seine Grenzen, wie der Gemeinderat feststellte.

Nachverdichtung ist im Gernlindener Zentrum sowie an der Estinger Straße und an der Überacker Straße in Maisach zwar nach wie vor das Ziel – aber es soll nicht so hoch und so verdichtet gebaut werden, wie ursprünglich geplant.

Zuerst nach Gernlinden. Das Gebiet am Bürgerzentrum wird überplant. Im Laufe des Verfahrens meldeten sich schnell Nachbarn im Rathaus, die durch zu hohe Neubauten eine Verschattung ihrer Grundstücke und Häuser, mehr Lärm, Parkprobleme und durch verdichteten Boden überschwemmte Keller befürchten. Deshalb werden die Pläne jetzt geändert. Nur noch nordöstlich vom Bürgerzentrum dürfen drei Vollgeschosse gebaut werden, westlich des Stichwegs nur zwei Vollgeschosse.

„Wir wollen mehr Wohnraum“, sagte Peter Aust (UB). „Aber wir wollen die Wohnqualität der schon Ansässigen nicht schwächen.“

Weiter nach Maisach, an die Estinger Straße, dort wo das ehemalige Lagerhaus König steht. Auf dem Grundstück sind drei Häuser geplant. Um keinen Präzedenzfall zu schaffen, werden auch hier die Höhen reduziert. Nur an der Estinger Straße ist ein dreigeschossiges Haus erlaubt, in zweiter Reihe und an der Gernlindner Straße nur ein zweigeschossiges. Das Grundstück entlang der Emmeringer Straße wird ganz aus dem neuen Bebauungsplan herausgenommen: Durch die Brauerei entstehen auch abends Emissionen, weshalb zur Brauerei hin keine Wohn- und Schlafräume möglich wären.

An der Überacker Straße 15 schließlich waren einmal vier Reihenhäuser genehmigt. Jetzt ändert das der Bauherr in ein Mehrfamilienhaus mit acht Wohnungen und Tiefgaragen ab. Dem stimmte der Gemeinderat zu – allerdings mit Bedingungen. Das Haus wird dort gebaut, wo jetzt noch Garagen stehen. Wenn die abgerissen werden, fehlen Parkplätze. Daher muss der Bauherr den Garagenmietern in der Nähe Parkplätze anbieten. „Und die Überackerstraße steht für Parken nicht zur Verfügung“, sagte Bürgermeister Hans Seidl (CSU).

Zudem erfolgt vor Start der Arbeiten eine Beweissicherung, um später feststellen zu können, ob durch den Neubau Schäden an Nachbarhäusern entstanden sind. Außerdem muss ein Spielplatz gebaut werden.

22 Parkplätze passen in die Tiefgarage, 13 sollen oberirdisch angeordnet werden. Davon war der Gemeinderat gar nicht begeistert. Man wolle eine zu hohe Verdichtung vermeiden. Daher müssen diese 13 Plätze mit wasserdurchlässigem Belag gebaut werden. 

von Helga Zagermann

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