Keine Krise - Aber Anlass zum Nachdenken

Maisacher Festwoche: 20 Prozent weniger Umsatz

Maisach – Rund 20 Prozent weniger Umsatz: Die Maisacher Festwoche schwächelt. Jetzt wird über ein neues Konzept nachgedacht. Veränderungen sollen das Fest wieder attraktiver machen, vor allem für Familien mit Kindern und für die Jugend.

Wirt Jochen Mörz, die Gemeinde und die örtliche Brauerei sind trotz des Besucher- und Umsatzrückgangs positiv eingestellt. Demnächst soll in Maisach über die Zukunft der Festwoche gesprochen werden. Festreferent Roland Müller will nicht von einem „Krisengespräch“ reden – so schlimm sei es nicht. Aber man müsse sich Gedanken machen.

Denn obwohl noch nicht alles endgültig abgerechnet ist, weiß Wirt Jochen Mörz schon jetzt, dass er gegenüber dem Vorjahr rund 20 Prozent verloren hat. „Wir müssen uns neu aufstellen“, sagt er. Er habe dafür Ideen, Bürgermeister Hans Seidl und Festreferent Müller sicher auch. Und mit Brauereichef Michael Schweinberger habe man einen Marketing-Fachmann an der Seite. „Jetzt geht es darum, sich auszutauschen und ein neues Konzept zu entwickeln“, sagt Mörz. Was genau seine Vorschläge sind, will er nicht verraten.

Mörz betont, dass er seit 24 Jahren Wirt der Festwoche ist – in Bruck ist er seit 23 Jahren, in Puchheim und Mammendorf bei weitem kürzer. Auch deshalb werde er für Maisach rackern: „Ich bin ein Kämpfer, das hat mit meinem früheren Leben zu tun.“ Mörz spielt darauf an, dass er lange Eishockey-Spieler war, auch in der Nationalmannschaft. Er ist optimistisch: „Wir werden einen Weg finden und ein Fest, das zu Maisach passt.“

Rathauschef Seidl betont, dass vor allem die 30- bis 50-Jährigen gefehlt hätten. „Familien mit Kindern gehen uns ab.“ Vielleicht sei es an einigen Tagen auch zu heiß oder zu viele seien im Urlaub gewesen. Im August habe die Festwoche zudem die Freiluft-Konkurrenz von Biergärten, Seen, anderen Festen.

Der Zeitpunkt der Veranstaltung wird nochmals diskutiert werden. Die Festwoche soll nicht zu nah an anderen Volksfesten dran liegen, zudem muss auf den vollen Kalender von Wirt und Schaustellern Rücksicht genommen werden. Eine Verkürzung der jetzt zehn Tage hält Mörz nicht für sinnvoll. Wenn ein Wochenende wegfalle, rentiere es sich für die Schausteller gar nicht mehr. Samstag und Sonntag seien eben umsatzstärkere Tage.

Seidl lehnt eine grundlegende Änderung ab: „Dann verlieren wir unsere Stammgäste.“ Daher gelte es nun herauszuarbeiten, was gut läuft und was nicht. Festreferent Müller betont in diesem Zusammenhang, dass der Einzug ins Zelt mit 1300 Leuten wahnsinnig gut besucht gewesen sei, auch das erste Wochenende lief noch. Doch im Laufe der Woche sei der Zuspruch immer weniger geworden, das zweite Wochenende war dann eine Enttäuschung: „Es war sehr heiß, viele waren im Biergarten, aber das Zelt war fast leer.“

Müller betont auch, dass man auf Besuch aus dem Umland angewiesen sei. So gelinge es seit vier Jahren, mit dem Kabarettabend auf die Festwoche zu locken, auch das Schafkopfturnier bringe Zuspruch. Und die Schafschau zog dieses Jahr wieder viele Familien an. Müller hat eine Idee für einen weiteren Besuchermagneten: eine Oldtimer-Feuerwehr-Schau. Außerdem brauche man neben dem Autoscooter eine Attraktion für die Jugend: ein wilderes Fahrgeschäft.

Brauereichef Schweinberger hat sich die auf der Festwoche verkauften Biermengen seit 1988 angeschaut: „Die Linie sinkt stetig. Trotzdem sage ich selbstbewusst: Am Bier liegt es nicht. Wir haben ja sogar einen speziellen Märzen ausgeschenkt, den es nur auf der Festwoche und dem Volksfest in Maisach gab.“ Schweinberger hält das Konzept für „nicht mehr ganz zeitgemäß“. Man werde über Größe und Länge der Veranstaltung reden müssen. Klar ist aber: Mörz hat kein noch kleineres Zelt.

Dem Brauereichef schwebt eine Umfrage unter den Maisachern vor: „Was wünschen sich die Bürger?“ Er selbst kann sich eine zweite große Abendveranstaltung neben dem Kabarett vorstellen. Zudem müsse man die örtlichen Vereine und Betriebe noch stärker aktivieren. (zag)

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