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Mehr Natur im Ort: Maisach will grüner werden

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Von: Helga Zagermann

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So wie in der Stadt Pfaffenhofen sollen auch in Maisach bald die drei Innenflächen der neuen Kreisverkehre an der Umfahrung und an der Ganghoferstraße grünen und blühen. © Mario Dietrich / Stadt Pfaffenhofen

Es grünt so grün in Maisach – zumindest am Straßenrand. Die Innenflächen der drei neuen Kreisverkehre sollen mit Gräsern und Stauden verschönert werden. Und an einen neuen Radweg kommen Bäume. Dafür sind der Kommune an der Alten Brucker Straße die Hände gebunden. Stichwort Artenschutz.

Maisach – Grüner soll der Ort werden. Dazu standen jüngst im Gemeinderat gleich drei Projekte auf der Tagesordnung. Doch nicht alles ist machbar. Zuerst zu dem, was nicht geht. Bürgermeister Hans Seidl (CSU) hatte sich eine Allee entlang der Alten Brucker Straße und der Carl-von-Linde-Straße gewünscht, und zwar ab der Anbindung zur Südumfahrung. Das werte Geh- und Ragweg auf.

Einige Bäume stehen schon. Aber es gibt viele Lücken. Also wollte man wechselseitig ergänzen, mit Feldahorn, der zehn bis 15 Meter hoch wächst. Es war geplant, auf einer Länge von etwa 2,2 Kilometern rund 120 neue Bäume zu setzen.

Doch die Höhere Naturschutzbehörde der Regierung von Oberbayern macht dem Rathauschef einen Strich durch die Rechnung. Denn der Weg grenzt direkt an das Flora-Fauna-Habitat (FFH) am alten Flugplatz. Und dort gilt strengster Artenschutz für Pflanzen und Tiere. Durch eine Allee sieht die Behörde vor allem Gefahren für Bodenbrüter wie Feldlerche, Wachtel und Rebhuhn: Die Bäume könnten ihren Feinden, also Greifvögeln, als Ansitz dienen. Das könnte ihren Schutz beeinträchtigen.

In der Stellungnahme der Höheren Naturschutzbehörde wird ausdrücklich gewarnt: Durch Veränderungen – auch außerhalb des FFH-Gebiets – könnte das ganze Konzept zum Artenschutz auf der Kippe stehen. Und um das hatte die Gemeinde Maisach jahrelang mit den Behörden gerungen.

Trotzdem will Seidl nicht aufgeben, wie er im Gemeinderat sagte. Er schlug vor, nochmals bei der Behörde anzufragen, ob man nicht wenigstens alle 20 bis 30 Meter blühende Sträucher pflanzen dürfe. Das diene den Insekten und erhöhe den Freizeitwert.

Stefan Pfannes (CSU) war dagegen: „Büsche werden auch höher“, meinte er. „Für mich ist das Thema erledigt, die Verwaltung entlastet.“ Nur knapp, mit 12:10 Stimmen, votierte der Gemeinderat dafür, erneut bei der Naturschutzbehörde nachzufragen. Einstimmig fiel das Votum aus, die Alte Brucker Straße nicht zurückzubauen oder umzubauen. Die buckelige Teer-Piste bleibt so. Zum Spazierengehen und Radfahren reiche der Belag, hieß es.

Ein anderes Vorhaben bereitet keine Probleme – weil die Gemeinde alleine entscheiden kann. So werden die drei neuen Kreisel – zwei zur Anbindung der Südumfahrung im Osten und Westen und einer an der Ganghoferstraße – mit Gräsern und Sträuchern begrünt. Dadurch soll das innere Rondell das ganze Jahr über ansehnlich ausschauen. Zudem möchte man Insekten, vor allem Bienen, Nahrung bieten. Die Bepflanzung erfolgt nach einem Vorbild der Stadt Pfaffenhofen. Insgesamt kostet das rund 22 000 Euro.

Und schließlich werden am neu gestalteten Geh- und Radweg entlang der Ganghoferstraße in Gernlinden für rund 25 000 Euro Sträucher und Bäume gepflanzt. Damit will man erreichen, dass die großen Firmenhallen im Gewerbegebiet etwas in den Hintergrund treten.

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