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Hier führt bald ein Kreisverkehr ins Gewerbegebiet Gernlinden: An der Estinger-/Ganghoferstraße wird 2017 gebaut.

An der Staatsstrasse 2345

Neuer Kreisel als Zuckerl fürs Gewerbe

Gernlinden – Geschätzt 450 000 Euro investiert die Gemeinde Maisach in einen neuen Kreisverkehr an der Kreuzung der Staatsstraße 2345/Estinger Straße mit der Ganghoferstraße. Das ist auch ein Zugeständnis an die Firmen, die ihre Betriebe im Gernlindner Gewerbegebiet erweitern. 

An der Ganghoferstraße wird gebaut und gebaut. Der Konzern TTI, der seine Europazentrale in Gernlinden hat, baut aus. Die Firma OKS auch. Und die frühere Druckerei wird für eine andere Nutzung umgebaut. 

Das alles bringt viel Verkehr. Daher hatte die Gemeinde ein Gutachten erstellen lassen, wie sich die Auto- und Lkw-Ströme auf der Ganghofer- und Staatsstraße verändern werden. „Die Hochrechnung hat gezeigt, dass die Zahlen signifikant steigen werden“, sagt Bürgermeister Hans Seidl (CSU) auf Tagblatt-Nachfrage. Um den Verkehr an dieser Kreuzung besser fließen zu lassen und Gefahren zu reduzieren, wolle man den Kreisel bauen. Zudem soll der Radweg umgebaut werden – für mehr Sicherheit. 

Doch die Gemeinde musste das Straßenbauamt fragen: Darf Maisach in die Staatsstraße eingreifen? Nach einem Jahr kam jetzt die Antwort: Maisach darf, muss aber die Kosten alleine tragen. Im Straßenbauamt, so Seidl, hätte man zwar die Verbesserungen durch einen Kreisel anerkannt, aber keine absolute Notwendigkeit gesehen. Also gibt’s keine Zuschüsse. 

Doch das Wohl der örtlichen Firmen ist Maisach dieser neue Kreisverkehr wert. Denn wenn das Geschäft floriert, dann fließt auch mehr Gewerbesteuer. Und die braucht die Kommune angesichts ihrer vielen Projekte, seien es neu zu bauende Kindertagesstätten, das neue Gemeindezentrum oder die Südumfahrung. Deshalb stimmte der Gemeinderat dem Kreisel auch geschlossen zu. Etwa 80 Prozent der benötigten Flächen gehören Maisach, ein kleinerer Grunderwerb ist noch nötig. Bäume müssen nicht fallen. 

2017 soll gebaut werden. Da eine Umleitung dort nicht möglich ist (zu weite Wege), wird während der Bauzeit neben der Straße eine Behelfsstraße angelegt. Laut Seidl muss das Vorhaben auch so geplant werden, dass der Baustellenverkehr ins Gewerbegebiet nicht gestört wird. 

Vor allem Sattelzüge haben bisher an dieser Stelle Schwierigkeiten: Wenn sie von der Ganghoferstraße Richtung Gernlindner Umfahrung abbiegen, brauchen sie eine größere Lücke, um die Brücke hinauf zu beschleunigen. Aber auch Autofahrer tun sich oft schwer, auf die Staatsstraße einzubiegen.

Wenn die Südumfahrung fertig ist: Welche Straßen werden wie abgestuft und wer zahlt künftig?

Derzeit laufen Verhandlungen zwischen der Gemeinde Maisach, dem Landkreis und dem Straßenbauamt/Freistaat. Denn wenn die neue Maisacher Südumfahrung fertig ist, werden sich die Verkehrsströme ändern. Damit ändert sich auch die Einstufung der Straßen und in der Folge die Zuständigkeit: Für eine Staatsstraße zahlt der Staat, für eine Kreisstraße der Landkreis, für eine Gemeindestraße die Kommune und die Bürger, die Grund an der Straße besitzen. Klar ist bisher nur: Die Überackerstraße muss Staatsstraße bleiben, denn sie ist eine Bedarfsumleitung für die Autobahn. Über den weiteren Stand der Verhandlungen möchte sich Bürgermeister Hans Seidl erst im Gemeinderat öffentlich äußern. Denn das Thema sei sensibel. Würden die Straßen durch den Ort, also die Aufkirchner-, Bahnhof- und Hauptstraße, zur Gemeindestraße herabgestuft, kämen zukünftig höhere Kosten auf die Grundeigner zu. Außerdem geht es in den Gesprächen auch um den Abschnitt der Staatsstraße 2054, vom Abzweig nach Mammendorf (FFB 8)bis zum Abzweig nach Germerswang (FFB 1) und weiter in den Ort hinein. Natürlich geht es ums Geld: Wenn eine Straße in ihrer Bedeutung abnimmt – etwa durch eine Umfahrung –, wird sie meist abgestuft; auch deswegen, weil der bisherige Baulastträger die Unterhaltskosten gerne an eine untergeordnete Stelle weiterreicht.

von Helga Zagermann

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